Doppelte Haushaltsführung bei Eltern und erwachsenen Kindern

Wohnen erwachsene, berufstätige Kinder, zusammen mit ihren Eltern oder einem Elternteil in einem gemeinsamen Haushalt, können unter bestimmten Voraussetzungen Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung geltend gemacht werden.

Dies ist z. B. dann der Fall, wenn die Zweitwohnung am Beschäftigungsort nur als reine Schlafstätte dient. Für die Annahme eines Haupthaushalts eines allein stehenden Arbeitnehmers kommt es entscheidend darauf an, dass er sich in diesem Haushalt nur unterbrochen durch die arbeits- und urlaubsbedingte Abwesenheit aufhält. Bei älteren, wirtschaftlich selbstständigen und berufstätigen Kindern, die mit ihren Eltern in einem gemeinsamen Haushalt leben, wird unterstellt, dass sie die Führung des Haushalts maßgeblich mitbestimmen. Folglich kann ihnen dieser Hausstand als eigener zugerechnet werden.

Ab 2014 ist in solchen Fällen der Nachweis einer finanziellen Beteiligung am gemeinschaftlichen Haushalt zwingende Voraussetzung.

Zahlungsverzug: Höhe der Verzugszinsen

Der Gläubiger kann nach dem Eintritt der Fälligkeit seines Anspruchs den Schuldner durch eine Mahnung in Verzug setzen. Der Mahnung gleichgestellt sind die Klageerhebung sowie der Mahnbescheid.

Einer Mahnung bedarf es nicht, wenn

  • für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,
  • die Leistung an ein vorausgehendes Ereignis anknüpft,
  • der Schuldner die Leistung verweigert,
  • besondere Gründe den sofortigen Eintritt des Verzugs rechtfertigen.

Bei Entgeltforderungen tritt Verzug spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung ein; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, allerdings nur, wenn hierauf in der Rechnung besonders hingewiesen wurde.

Im Streitfall muss allerdings der Gläubiger den Zugang der Rechnung (nötigenfalls auch den darauf enthaltenen Verbraucherhinweis) bzw. den Zugang der Mahnung beweisen. Während des Verzugs ist eine Geldschuld zu verzinsen. Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte bzw. für Rechtsgeschäfte, an denen Verbraucher nicht beteiligt sind, acht Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.

Der Basiszinssatz verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche die Bezugsgröße seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Huptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden Halbjahres.

Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze ab 1.1.2011:

zinsätze

Hilfen für Hochwassergeschädigte

Die vom Hochwasser im Juni 2013 betroffenen Bundesländer haben zusammen mit dem Bundesministerium der Finanzen Maßnahmen beschlossen, die steuerliche Erleichterungen für die Geschädigten bringen sollen.

Unter www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2013/06/2013-06-19-PM44.html können die einzelnen länderspezifischen Informationen abgerufen werden.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat ein 10-Punkte-Programm gestartet. Unter www.kfw.de/kfw.de.html sind die einzelnen Punkte aufgeführt. Das für ein Jahr laufende Programm hilft betroffenen Unternehmen, privaten Hausbesitzern und Kommunen mit erheblich verbilligten Darlehen. Zur Behandlung von Spenden und weiteren steuerlichen Erleichterungen kann die Homepage www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2013-06-21-flutopferhilfe-steuerliche.pdf?__blob=publicationFile&v=1 aufgerufen werden.

Hinweis: Hochwassergeschädigte sollten auf jeden Fall mit dem Steuerberater sprechen, weil die vielen Punkte im Einzelfall abgestimmt werden müssen.

Vorgestellt: other music e.V. – Yiddish Summer Weimar 2013

Yiddish_Summer_Weimar_2013Der von Ruschel & Collegen unterstützte other music e.V. organisiert seit mehreren Jahren das Yiddish Summer Festival in Weimar. Festivalleiter und künstlerischer Direktor des other music e.V., Dr. Alan Bern sagt: „Jeden Sommer kommen Künstler aller Sparten, Instrumentalisten, Sänger, Tänzer und Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Weimar, um einige Wochen ganz in Jiddische Musik, Tanz, Sprache und Kultur einzutauchen. Unsere Workshops, Konzerte, Tanz-Partys, Jam-Sessions und viele andere Aktivitäten sind zu Recht bekannt für ihre Intensität und ihr hohes Niveau. In diesem Jahr kehren einige der kreativsten Bands der aktuellen Jüdischen Musikszene, die einst hier in Weimar ihre Karrieren begonnen haben, zum Yiddish Summer zurück.

Dies ist für die Workshopteilnehmer aus einigen Dutzend Ländern eine großartige Gelegenheit, sich zu vernetzen, Ideen und Inspiration miteinander zu teilen und neue Projekte zu gründen.

Zum ersten Mal präsentiert other music in diesem Jahr vom 30. Juli bis 4. August eine spezielle Woche mit allabendlichen Doppel-Konzerten im Reithaus Weimar mit dem Besten, was die Neue Jiddische Musik zu bieten hat. Diese Woche endet mit einem Gala Tanzball am Samstag und der allerersten Yiddish Pool Party am Sonntag im Schwansee-Freiband in Weimar. Also kommen Sie zum Festival und genießen Sie diese unglaubliche Atmosphäre. Ob Sie ein regelmäßiger Besucher des Festivals sind oder zum ersten Mal herkommen: other music hofft, Sie diesen Sommer in Weimar zu sehen – zu einem Festival, das eine unvergessliche Entdeckungsreise in Neue Jiddische Musik und Tanz verspricht!”

Alle Infos zum Programm gibt es im Internet unter www.yiddishsummer.eu

Wirtschaftsprüfungsteam feiert 1-jähriges im eigenen Büro

Vor einem Jahr hat unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft audit season die neuen Büroräume in der Goethestraße 24 bezogen. Dieses kleine Jubiläum haben die Vermieter, Familie Forberg, zum Anlass genommen, ein kleines Gartenfest für die audit season-Mitarbeiter auszugestalten.

Bei sommerlichen Wetter und kulinarischen Spezialitäten konnte die diesjährige Prüfungssaison ausklingen. Für diese angenehme Überraschung möchten wir uns bei unseren Vermietern Christiane und Dr. Hans-Heinrich Forberg herzlich bedanken. Gleichzeitig wurde Christian Ruschel als neuer Prokurist der audit season GmbH vorgestellt. Er dankte dem Prüfungsteam für die außerordentliche Unterstützung in der turbulenten Prüfungszeit der vergangenen Monate.

Gemeinsam mit der Geschäftsführung wird Herr Ruschel zukünftig neue Impulse setzen und den Ausbau unserer Prüfungsabteilung forcieren.

Thüringer Unternehmenslauf 2013

platz2Zur 5. Auflage des Thüringer Unternehmenslaufs startete unsere Betriebssportgruppe „Bleistift“ mit 72 Läufern. Insgesamt gingen rund 3.000 Starter auf die 5-km Strecke durch die Erfurter Innenstadt. Während unsere erfolgreichste Frauenmannschaft Platz 12 in der Teamwertung belegte, erreichte unsere erfolgreichste Männermannschaft Platz 15 in dieser Sparte.

Wir gratulieren allen Teilnehmern zum Finish! Besonders stolz sind wir auf Ilona Ruschel, Christina Mönning, Elke Schillig und Angelika Bauch. In der Sonderwertung „Größte Berufserfahrung“ haben sie mit insgesamt 226 Jahren den 2. Platz erreicht. Für die materielle Unterstützung bedankt sich die Betriebssportgruppe „Bleistift“ bei der Ästhetikpraxis Dr. Immo Seidel, der febana GmbH, der Datev eG sowie der HDI-Versicherung.

Unsere aktiven Läufer bereiten sich schon jetzt auf die Thüringer Steuerberater-Meisterschaft am 08.09.2013 in Tambach Dietharz, sowie den Erfurter Nachtlauf am 14.09.2013 vor. Auch zu diesen Events freuen wir uns wieder auf Unterstützung am Streckenrand.

Thüringer_Unternehmenslauf_2013

Fünf Azubis legen erfolgreiche Prüfung ab

In diesem Jahr haben gleich 5 unserer Auszubildenden erfolgreich die Steuerfachangestellten-Prüfung vor der Steuerberaterkammer Thüringen abgelegt. Wir gratulieren Kevin John, Georg Fischer, Susann Rehbein, Melanie Hopf und Stephanie Achterberg.

Da unsere Kollegin Doreen Rosenbusch ebenfalls im Juni noch einmal Mutti geworden ist, freuen wir uns auf die Unterstützung von Melanie Hopf und Stephanie Achterberg in unserem Finanz- bzw. Lohnbuchhaltungsteam. Susann Rehbein, Georg Fischer und Kevin John verlassen unser Unternehmen und schlagen beruflich neue Wege ein. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg und alles Gute.

Ablehnung einer Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer

Unzulässige Ablehnung einer Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer ohne Verdachtsmomente für betrügerische Absichten des Antragstellers

Ablehnung_einer_Mehrwertsteuer-IdentifikationsnummerEinem Antragsteller darf die Zuteilung einer Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer ohne objektive Verdachtsmomente für eine Verwendung zu steuerhinterzieherischen Zwecken nicht verweigert werden. Dies hat der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften entschieden.

Die Behauptung der Steuerverwaltung, dass der Antragsteller nicht über die materiellen, technischen und finanziellen Mittel verfüge, um die angegebene Tätigkeit auszuüben, reicht nicht aus. Dies gilt selbst dann, wenn der Antragsteller bereits mehrfach Mehrwertsteuer-Identifikationsnummern erhalten hat, die nie zu einer wirtschaftlichen Tätigkeit geführt haben.

Richtlinienkonform hat jeder Unternehmer die Aufnahme, den Wechsel und die Beendigung seiner Tätigkeit anzuzeigen. Daraufhin ist die Steuerverwaltung verpflichtet, jeweils eine individuelle Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer zu erteilen. Um die missbräuchliche Verwendung der Identifikationsnummern zu verhindern, können die Mitgliedstaaten Kontrollmaßnahmen ergreifen. Sie dürfen einem Unternehmer den Vorsteuerabzug für zukünftig beabsichtigte Umsätze aber nicht versagen.

Sorgfaltspflichten bei Barverkauf eines hochwertigen Pkw

Unternehmer treffen hohe Sorgfaltspflichten bei Barverkauf eines hochwertigen Pkw im Rahmen einer innergemeinschaftlichen Lieferung

Sorgfaltspflichten_bei_Barverkauf_eines_hochwertigen_PkwUnter bestimmten Voraussetzungen ist eine innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei. Hat der Unternehmer die Lieferung, obwohl die Voraussetzungen nicht vorliegen, fälschlicherweise als steuerfrei behandelt, kann er gegebenenfalls eine Vertrauensschutzregelung in Anspruch nehmen. Dafür muss die Inanspruchnahme der Steuerbefreiung auf unrichtigen Angaben des Abnehmers beruhen und der Unternehmer hätte die Unrichtigkeit dieser Angaben auch bei Beachtung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht erkennen können dürfen.

Wegen der großen umsatzsteuerrechtlichen Missbrauchsgefahr sind bei der innergemeinschaftlichen Lieferung eines
hochwertigen Pkw bei Abholung durch einen Beauftragten gegen Barzahlung besonders hohe Anforderungen an die Nachweispflichten zu
stellen. Den hohen Sorgfaltspflichten ist nicht genügt, wenn der Unternehmer auffälligen Unterschieden zwischen der Unterschrift des Abholers unter der Empfangsbestätigung und der Unterschrift auf dem vorgelegten Personalausweis nicht nachgeht.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)

Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind Arbeitseinkommen

Liegt eine so genannte Betriebsaufspaltung vor und werden deshalb vom Finanzamt Einkünfte aus der Verpachtung von Grundstücken steuerrechtlich als Einkünfte aus Gewerbebetrieb gewertet, handelt es sich im sozialversicherungsrechtlichen Sinne um Arbeitseinkommen, das bei der Beitragsbemessung von freiwillig Versicherten in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu berücksichtigen ist.

Das hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg entschieden. Nach Auffassung des Gerichts steht dem auch die höchstrichterliche Rechtsprechung nicht entgegen, wonach das sozialversicherungsrechtliche Einkommen nur Einkünfte erfasst, die aus einer mit persönlichem
Einsatz verbundenen Tätigkeit herrühren. Damit habe das Bundessozialgericht nur die Abgrenzung zu Einkommen aus Vermietung und Verpachtung oder Einkünften aus Kapitalvermögen
vornehmen wollen.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb rechnen nach dieser Entscheidung immer zum Arbeitseinkommen. Die sozialrechtlich relevanten Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit („Arbeitseinkommen“), auf deren Erzielung eine derartige Tätigkeit gerichtet sein muss, sind identisch mit dem nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelten Gewinn.

Gewinn in diesem Sinne sind jeweils die steuerrechtlich maßgeblichen Einkünfte nicht nur aus selbstständiger Arbeit, sondern auch aus Land- und Forstwirtschaft und aus Gewerbebetrieb.