Anwendbarkeit der 1 Prozent-Regelung auf Taxen

Bei der Ermittlung des Werts für die private Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeuges nach der sogenannten 1 %Regelung kommt es nicht darauf an, ob das Fahrzeug einen besonderen Charakter hat. Es muss typischerweise für Privatfahrten geeignet sein. Dies gilt auch für ein Taxi.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass alle Pkw und Motorräder privat genutzt werden können. Nur bei Lkw, Zugmaschinen und Sonderfahrzeugen gilt etwas Anderes. Hier ist eine typischerweise Privatnutzung zu verneinen. In diesen Fällen ist die Finanzverwaltung für eine mögliche private Mitbenutzung beweispflichtig.

(Quelle: Beschluss des Bundesfinanzhofs)

Abzug außergewöhnlicher Kfz-Kosten als Werbungskosten neben der Entfernungspauschale

277DEF14241-FahrtenbuchFür die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte wird ab 2001 grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel zur Abgeltung der Aufwendungen eine Entfernungspauschale gewährt. Die Höhe der tatsächlichen Aufwendungen ist unbeachtlich. Durch die Entfernungspauschale sind sämtliche Aufwendungen abgegolten. Lediglich Unfallkosten sind als außergewöhnliche Kosten neben der Entfernungspauschale zu berücksichtigen.

Einem Arbeitnehmer war ein Missgeschick passiert. Eine Falschbetankung auf dem Weg zur Arbeitsstelle verursachte einen Motorschaden. Den beantragten Werbungskostenabzug der Reparaturkosten lehnte das Finanzamt ab.

Das Niedersächsische Finanzgericht gab dem Arbeitnehmer jedoch Recht und hat die steuerliche Abzugsfähigkeit dieser Kfz‑Reparaturaufwendungen bejaht. Das Gericht hat sich mit diesem Urteil gegen die zu diesem Problemkreis bisher ergangene Finanzgerichts-Rechtsprechung und die Auffassung der Finanzverwaltung gestellt. Der Bundesfinanzhof muss nun für Rechtsklarheit sorgen.

Gegenseitige Risikolebensversicherungsbeiträge von Personengesellschaftern keine Betriebsausgaben

423DEF29177-MietkautionDie Abzugsfähigkeit von Versicherungsprämien richtet sich nach der Art des versicherten Risikos. Deckt die Versicherung ein betriebliches Risiko ab, sind die gezahlten Prämien Betriebsausgaben und die vereinnahmten Versicherungsleistungen Betriebseinnahmen.

In einem vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall hatten sich die Gesellschafter einer Rechtsanwaltskanzlei verpflichtet, Risikolebensversicherungen auf den jeweils anderen Gesellschafter abzuschließen. Hierdurch sollte der durch den Tod eines Gesellschafters drohende Umsatzausfall abgedeckt werden. Das Gericht entschied, dass solche Versicherungsprämien keine Betriebsausgaben sind, weil die versicherte Gefahr bei einer Risikolebensversicherung der Todesfall und deswegen der Privatsphäre zuzurechnen ist.

Vorgestellt: Erfurter Herbstlese e.V.

Susanne_FröhlichUnter dem Motto „Sag niemals nie!“ präsentiert die 17. Erfurter Herbstlese vom 16. 9. bis 7. 12.  2013 insgesamt 71 Veranstaltungen mit Autorinnen und Autoren aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch sowie Kinder- und Jugendbuch. Unsere Mitarbeiterin Simone Rau unterstützt als Fördermitglied den Verein Erfurter Herbstlese e.V. bereits seit mehreren Jahren.

Das Erfurter Literaturfestival, das weit über die Grenzen der Thüringer Landeshauptstadt hinaus Publikum anzieht, gehört zu den renommierten Festivals in Deutschland und zählt auch in diesem Jahr wieder einige prominente Namen zu seinen Gästen, so etwa Daniel Kehlmann, Ulrich Tukur, Matthias Brandt, Rupert Neudeck, Gerd Ruge, Sven Plöger, Susanne Fröhlich, Bastian Sick und
Ruth Maria Kubitschek.

Auch an die kleinen und jungen Leserinnen und Leser denkt die „Herbstlese“ und organisiert für sie lebendige Veranstaltungen, die die ganze Familie ansprechen und begeistern.

Die „Herbstlese“ endet traditionell mit einem furiosen Abend des Literaturkritikers Denis Scheck, der mit viel Witz, Tempo, großem Sachverstand und immer vor ausverkauftem Haus das Publikum durch die Welt der Neuerscheinungen lotst und dabei weder an Lob noch an Kritik spart.

Informationen und Karten unter www.herbstlese.de

herbstlese

Dozententreffen der Paritätischen Akademie

Dozententreffen der Paritätischen AkademieRuschel & Coll. ist als Dozententeam im Fachbereich Gemeinnützigkeits- und Steuerrecht für die Paritätische Akademie tätig. Am 19.08.2013 hat die Akademie zum Dozententreffen nach Neuditendorf eingeladen, um die Dozenten selbst fortzubilden.

Für Ruschel & Collegen haben Steuerberaterin Steffi Lorenz und Sebastian Schillig teilgenommen.

Neben dem Thema „Methoden und Medien in der Erwachsenenbildung“ wurden Eindrücke aus dem Seminarbetrieb der Paritätischen Akademie ausgetauscht und Ergebnisse des Projektes INTOOL „Learn to learn“ vorgestellt. Die Dozenten wurden im Einsatz multimedialer Gestaltungsprinzipien und Präsentationsmedien geschult.

Mit dem Vortrag von Steuerberaterin Steffi Lorenz konnten aktuelle Informationen zu Umsatzsteuer und Rechnungslegung vermittelt werden.

http://www.paritaetische-akademie-thueringen.de/index.php?option=com_content&task=view&id=103&Itemid=54

Ideensammlung Steuern & Service

Ideensammlung_Steuern___ServiceAm Freitag den 30. und Samstag den 31. August haben wir in Nürnberg ein kanzleiinternes Mitarbeiterseminar durchgeführt – dieses Mal nicht zum Thema Steuern! Wir möchten, dass Sie sich nicht nur zum vielumfassenden Thema Steuern gut bei uns aufgehoben fühlen, sondern auch, dass Sie sich rundum bestens betreut fühlen! Deshalb stand das Thema „Service“ im Mittelpunkt unserer Workshops.

Angeregt hat uns zu diesem Thema unter anderen Herr Klaus Kobjoll. Neben seiner Dozententätigkeit führt Klaus Kobjoll im Nürnberger Ortsteil Boxdorf ein Hotel, den „Schindlerhof“. Diesen hat er 1988 begonnen aufzubauen. Von Anfang ist das Thema „Service“ für ihn und seine Mitarbeiter das Wichtigste ihrer Arbeit. So hatten wir die Möglichkeit, vor Ort zu erleben was es – zwar in einer anderen Branche als unserer – für Ideen zum großen Thema Service gibt. Wir haben überlegt, diskutiert, „um die Ecke gedacht“, gefachsimpelt, Neues erarbeitet, Überholtes gestrichen – es hat uns Spaß gemacht, in diesem Ambiente zu arbeiten. Sicherlich werden wir auch zukünftig keine Massageliegen in unserer Kanzlei verteilt aufstellen oder Sonnencreme neben die Gartenbänke stellen aber auch für unsere Branche gibt es ausbaufähige Serviceideen. Vielleicht haben Sie Wünsche, wie wir unseren Service verbessern können – dann sprechen Sie uns an! Und ansonsten: lassen Sie sich überraschen!

Unsere Azubis und Studis auf Tour

Eine Bootsfahrt die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön – dachten sich unsere Auszubildenden und Studierenden.  Am 17.08.2013 fuhr das Team von  Henschleben aus mit Kanus und Kajaks auf der Unstrut bis zum Stausee Straußfurt entlang. Neben dem richtigen manövrieren und der schönen Natur gab es viel Spaß. Sogar die Teamleiter wurden im Wasser der Unstrut unfreiwillig getauft.

Unsere_Azubis_und_Studis_auf_Tour

Versorgungsleitungen eines Gebäudes stehen im Gemeinschaftseigentum

Die Abgrenzung zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum gehört zu den wichtigsten Fragen im Wohnungseigentumsrecht. Danach bemessen sich die Verteilung von Kosten, die Instandsetzungsverpflichtungen und die Beschlusskompetenz der Eigentümergemeinschaft.

In einem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall ging es um eine Wasserleitung, die ausschließlich die Wohnung im Dachgeschoss versorgte. Vor dem Eintritt in das Sondereigentum verlief die Leitung in einer Dachseite, die unstreitig zum Gemeinschaftseigentum gehörte. Da die Leitung wiederholt eingefroren war, verlangte der Eigentümer der Dachgeschosswohnung deren Instandsetzung. In der Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft war geregelt, dass Wasserleitungen vom Anschluss an, einschließlich der gemeinsamen Steigleitung, zum Sondereigentum gehören.

Nach Auffassung des Gerichts sind Versorgungsleitungen wesentliche Bestandteile des Gebäudes und damit zwingend Gemeinschaftseigentum, soweit diese in dessen räumlichen Bereich verlaufen. Wasserleitungen bilden ein der Bewirtschaftung und Versorgung des Gebäudes dienendes Leitungsnetz, und zwar auch dann, wenn Teile des Netzes, die sich im räumlichen Bereich des Gemeinschaftseigentums befinden, nur eine Sondereigentumseinheit versorgen. Zu dem im Gemeinschaftseigentum stehenden Versorgungsnetz gehören die Leitungen aber nicht nur bis zum Eintritt in den räumlichen Bereich des Sondereigentums, sondern bis zur ersten durch den Sondereigentümer vorgesehenen Absperrmöglichkeit. Folglich ist die Gemeinschaft für die Reparatur der Wasserleitung verantwortlich.

Umsatzsteuerbefreiung bei Einrichtungen zur ambulanten Pflege

Umsatzsteuerbefreiung bei Einrichtungen zur ambulanten Pflege kranker und pflegebedürftiger Menschen darf nicht an Vorjahresgrenze scheitern

Umsatzsteuerbefreiung_bei_Einrichtungen_zur_ambulanten_Pflege_krankerNach nationalem Recht sind Umsätze zur ambulanten Pflege kranker und pflegebedürftiger Menschen nur umsatzsteuerfrei, wenn die Betreuungs- oder Pflegekosten im vorangegangenen Kalenderjahr in mindestens 40 % (vor 1995 zwei Drittel und ab 2013 25 %) der Fälle von den gesetzlichen Trägern der Sozialversicherung oder gleichgestellten Trägern vergütet worden sind.

Der Bundesfinanzhof hat im Anschluss an den Gerichtshof der Europäischen Union entschieden, dass die Befreiung nicht allein daran scheitern darf, dass ausschließlich auf die Verhältnisse des vorangegangenen Kalenderjahrs abgestellt wird. Das heißt: Werden die Kosten im laufenden Kalenderjahr zu mindestens 40 % (ab 2013 25 %) von den genannten Trägern vergütet, reicht das für die Umsatzsteuerbefreiung aus. Die Befreiung ergibt sich dann unmittelbar aus dem Unionsrecht, das dem nationalen Gesetz vorgeht.

Dienstwagenbesteuerung: Anwendung der 1 Prozent Regelung auch bei fehlender privater Nutzung

Dienstwagenbesteuerung_AnwendungWird einem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ein Fahrzeug unentgeltlich oder verbilligt zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt, führt dies beim Arbeitnehmer auch dann zu einem steuerpflichtigen Vorteil, wenn der Arbeitnehmer das Fahrzeug tatsächlich nicht privat nutzt.

Dies hat der Bundesfinanzhof entschieden und seine bisherige Rechtsprechung korrigiert. Bisher wurde in derartigen Fällen die tatsächliche private Nutzung des Fahrzeugs vermutet. Der Steuerpflichtige konnte die Vermutung unter engen Voraussetzungen widerlegen.

Diese Möglichkeit ist nun entfallen:

  • Die vom Arbeitgeber gewährte Möglichkeit, den Dienstwagen auch privat nutzen zu dürfen, führt beim Arbeitnehmer zu einem Vorteil, der als Lohn zu versteuern ist.
  • Ob der Arbeitnehmer von der Möglichkeit der privaten Nutzung Gebrauch gemacht hat, ist dafür unerheblich, denn der Vorteil in Gestalt der konkreten Möglichkeit, das Fahrzeug auch zu Privatfahrten nutzen zu dürfen, ist dem Arbeitnehmer bereits mit der Überlassung des Fahrzeugs zugeflossen.

Der Vorteil ist entweder nach der Fahrtenbuchmethode oder nach der 1 %‑Regelung zu bewerten, wenn kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt wird.

Hinweis: Im Bereich der Gewinneinkünfte wird ein Beweis des Gegenteils demgegenüber weiterhin möglich sein (z. B. wenn für private Fahrten andere Fahrzeuge zur Verfügung stehen).