Beschäftigung von Profifußballern bei einem Sponsor

Jede freigebige Zuwendung unterliegt der Schenkungsteuer. Dazu muss die Leistung zu einer Bereicherung des Bedachten auf Kosten des Zuwendenden führen und die Zuwendung objektiv unentgeltlich sein. Der Bundesfinanzhof hat eine freigebige Zuwendung für den Fall bejaht, dass der Zuwendende auf einen Vergütungsersatzanspruch verzichtet.

Eine aus Kommanditgesellschaften bestehende Unternehmensgruppe (Sponsor eines Fußballvereins) schloss Arbeitsverträge mit Fußballspielern, Trainern oder Betreuern (Aktive) ab. Sie wurden als kaufmännische Angestellte/Bürokaufleute bezeichnet, vertragsgemäß bezahlt und mussten auf diesen Positionen laut Vertrag 40 Stunden pro Woche für die Unternehmensgruppe arbeiten. Tatsächlich waren die Aktiven allerdings nicht für den Sponsor, sondern Vollzeit und unter Profibedingungen für den Fußballverein tätig, der für die Überlassung kein Entgelt entrichten musste. Damit ersparte der Verein die ansonsten übliche Vergütung für die Arbeitnehmerüberlassung durch die Unternehmensgruppe. Das war Gegenstand der Schenkung.

Da die Schenkungen nicht angezeigt und keine entsprechenden Steuererklärungen abgegeben wurden, durfte das Finanzamt, das aus den Akten die Anzahl, die konkreten Zeitpunkte und die jeweilige Höhe der Einzelzuwendungen nicht ermitteln konnte, für jedes Kalenderjahr zusammenfassende Steuerbescheide im Schätzwege erlassen. Der Bundesfinanzhof entschied auch, dass nicht die Unternehmensgruppe, sondern die hinter den Kommanditgesellschaften stehenden Kommanditisten (Gesamthänder) als Schenker anzusehen sind.

Liebhaberei bei verschiedenen wirtschaftlich eigenständigen Betätigungen

Bei der Feststellung der Gewinnerzielungsabsicht kommt es auf die Gesamtwürdigung der Umstände an. Sind solche Betätigungen dem Hobbybereich zuzurechnen, liegt das Fehlen einer Gewinnerzielungsabsicht nahe. Bei Tätigkeiten außerhalb des Hobbybereichs bedarf es weiterer Feststellungen, ob die Verluste aus persönlichen Gründen oder Neigungen hingenommen werden.

Ein Unternehmer befasste sich mit dem An- und Verkauf sowie der Vercharterung von Segelyachten, der Reparatur von Segelyachten und dem Handel mit Segelzubehör. Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass die Tätigkeitsfelder „Yachten“ und „Handel“ keinen einheitlichen Gewerbebetrieb darstellten. Die im Yachtbereich ermittelten Verluste berücksichtigte es steuerlich nicht. Der Unternehmer habe insoweit ohne Gewinnerzielungsabsicht gehandelt. Ein positives Gesamtergebnis sei nicht zu erwarten.

Der Bundesfinanzhof bestätigte, dass die Gewinnerzielungsabsicht bei verschiedenen, wirtschaftlich eigenständigen Betätigungen nicht einheitlich für die gesamte Tätigkeit, sondern im Wege der sog. Segmentierung gesondert für die jeweilige Betätigung (Yachtbereich und Handelsbetrieb) zu prüfen ist. Soll die Gewinnerzielungsabsicht für die Betätigung im Yachtbereich verneint werden, muss jedoch ein möglich scheinendes privates Motiv benannt werden, das den Unternehmer bewogen haben könnte, das Yachtgeschäft dennoch fortzuführen. Zwar bestehen „keine hohen Anforderungen“ an diese Feststellung; sie ist aber nicht gänzlich entbehrlich.

Verzicht auf Pensionsanwartschaft

Verzichtet ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft auf eine bereits erdiente Pensionsanwartschaft, ergeben sich hieraus steuerliche Folgen. Soweit die Pensionsanwartschaft werthaltig ist, hat der Geschäftsführer nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs in Höhe des Verzichts Arbeitslohn zu versteuern, der aber nach der sogenannten Fünftelregelung steuerbegünstigt ist. Weil ihm der Lohn tatsächlich nicht zufließt, liegt in gleicher Höhe eine verdeckte Einlage in die Gesellschaft vor. Sie erhöht die Anschaffungskosten der Beteiligung des Gesellschafters. Die genannten Rechtsfolgen treten nicht ein, wenn auch ein fremder Geschäftsführer unter gleichen Umständen auf die Pensionsanwartschaft verzichtet hätte. Dies kann aber nur in sehr seltenen Ausnahmefällen angenommen werden.

Diese Rechtsfolgen greifen auch in den Fällen, in denen der Geschäftsführer wegen sog. Überversorgung auf Teile seiner Pensionsanwartschaft verzichtet. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs darf eine Altersversorgung insgesamt nicht mehr als 75 % des jeweiligen Aktivgehalts betragen; andernfalls liegt in Höhe der diese Grenze übersteigenden Pensionszusage eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, die den Gewinn der Gesellschaft insoweit nicht mindern darf.

Mehr Zeit im neuen Jahr?

Zeitmanagement – ein Wort, von dessen Inhalt man viel erwartet oder es kommt der Gedanke auf: bringt eh nichts…

Wir haben uns damit beschäftigt, unter anderem in einem Mitarbeiterseminar mit der Unterstützung der Firma topp-management aus Erfurt. Die von Frau Topp favorisierte ALPEN-Methode zum persönlichen Zeitmanagement, möchten wir hier kurz vorstellen.

Dies ist eine von vielen zum Teil neu entwickelten aber auch altbewährten Methoden, die näher zu betrachten sich lohnt: A – Aufgaben aufschreiben (auch die täglichen Routineaufgaben), L – Länge und Zeitspanne, P – Puffer einbauen, E – Entscheidungen treffen – Prioritäten setzen, N – Nachkontrolle.

Aber auch von anderen Seminaranbietern erhielten wir wertvolle Tipps, die wir gern weitergeben:

Aufgaben, die weniger als 2 Minuten dauern: sofort ausführen – mehrfaches Verschieben dauert noch länger.

E-Mail-Posteingänge bewerten und gleich in Ordner sortieren: „Aktion“ (dauert länger als 2 Minuten), „Wartet“ (es fehlen noch weitere Informationen), „Info“ (Kopie oder was in Ruhe gelesen werden muss), „Archiv“ (es muss gar nichts gemacht werden)

Besprechungen effizient gestalten – durch eine effektivere Vorbereitung und Leitung von Sitzungen lassen sich bis zu 30 % Zeit einsparen: Themen vorab sammeln und Zeiten erfragen (dauert es doch länger, ggf. verschieben oder auf kleine Gruppen aufteilen), pünktlicher Beginn (ggf. benötigte Technik vorher aufbauen), Redezeiten einhalten (ggf. einen Zeitnehmer bestimmen)

Frageformulierungen überdenken: durch bestimmte Fragetechniken kommt man schneller an Antworten und Entscheidungen

Hinweisen möchten wir auch auf das Eisenhower-Modell: Aufgaben sortieren: A – wichtig und dringend, B – wichtig aber nicht dringend, C – nicht wichtig aber dringend, D – nicht wichtig und nicht dringend (= P wie Papierkorb)

Dass Multitasking eine Hilfe ist, schneller zu arbeiten, ist übrigens ein Trugschluss…

Wir möchten Sie ermuntern, sich die Zeit zu nehmen, Zeitfresser zu finden und neue Methoden auszuprobieren! Viel Erfolg – vielleicht ergibt sich ja ein neues Vorhaben für das neue Jahr!

Einladung zum Businessfrühstück und Mandanten-Infoabend

Unser nächstes Businessfrühstück findet am 1. März 2018 rund um das Thema „Kasse“ in unseren Erfurter Kanzleiräumen in der Goethestraße 22 statt. Ab 9:00 Uhr informieren Steuerberaterin Steffi Lorenz und Tino Dittrich über neue gesetzliche Regelungen zur Kassenführung. Natürlich werden auch die brandaktuellen Schwerpunkte „unangekündigte Kassennachschau durch die Finanzverwaltung“ und „elektronische Kassensysteme“ im Rahmen unseres Businessfrühstücks diskutiert. Besonders empfehlenswert ist diese kostenlose Veranstaltung für alle Mandanten, die im alltäglichen Geschäft überwiegend Bareinnahmen generieren (Einzelhandel und Gastronomie). Aber auch wer nur die sogenannte Portokasse oder eine offene Ladenkasse in seinem Unternehmen führt, sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Wie gewohnt, laden wir im Anschluss an den Vortrag zu individuellen Gesprächen am Frühstücksbuffet ein.

Auch auf unseren nächsten Mandanten-Infoabend am 22. März 2018 möchten wir schon hinweisen. Traditionell findet diese Veranstaltung in der Rotunde des S-Finanzzentrums in Erfurt statt. Thematisch richtet sich diese Veranstaltung vor allem an gemeinnützige Organisationen. Die Agenda für die Veranstaltung geben wir in Kürze bekannt.

Schokolade und Konzert mit Christina Rommel

Im Dezember lud die Geschäftsführung von Ruschel & Collegen einige Mitarbeiter und Mandanten zu einem Schokoladen-Konzert in den Erfurter Kaisersaal ein. Die Thüringer Genussbotschafterin Christina Rommel verknüpfte an diesem Abend musikalische und kulinarische Genüsse miteinander. Gerade in der Vorweihnachtszeit kam das Konzertmotto „Schokolade“ besonders gut beim Publikum an. Diverse Schokoladenverkostungen und zahlreiche Informationen rund um die Kakaobohne rundeten den kurzweiligen Abend ab.

 

Rodelweltcup in Oberhof

Am 13. und 14. Januar traf sich die Elite der Rennrodler zum Rodel-Weltcup in Oberhof. Die Veranstaltung auf dem Gelände der Oberhofer Rodelbahn ist traditionell ein Highlight für Rodel-Fans aus aller Welt. Das internationale Starterfeld lieferte sich auch in diesem Jahr spannende Wettkämpfe im künstlichen Eiskanal.

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Unsere sportbegeisterten Mitarbeiter aus den Teams Jahresabschluss, Wirtschaftsberatung und –prüfung waren bei den Wettkampfläufen am Samstag live dabei. Besonders gespannt waren unsere Kollegen auf die Läufe der Lokalmatadoren Toni Eggert und Sascha Bennecken im Doppelsitzer und Dajana Eitberger im Damen-Einsitzer. Als die Thüringer Rodler auch nach dem zweiten Lauf ihren Vorsprung ins Ziel retteten, brach grenzenloser Jubel aus. Die anschließende Siegerehrung nahmen Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Sportminister Helmut Holter persönlich vor.

Beim zweiten Teil unseres Mitarbeiter-Events war dann höchste Konzentration gefordert. In der benachbarten Ski-Halle ging es zum Probe-Biathlon an den Schießstand. Besonders zielsicher war Christian Ruschel, der an diesem Tag die meisten Treffer ins Schwarze für sich verbuchen konnte.

Schätzung der Einkünfte aus eBay-Verkäufen

Soweit die Finanzbehörde die Besteuerungsgrundlagen nicht ermitteln oder berechnen kann, hat sie zu schätzen. Dabei sind alle Umstände zu berücksichtigen, die für die Schätzung von Bedeutung sind.

Das Finanzgericht Köln entschied folgenden Fall: Ein Steuerpflichtiger hatte überwiegend bei öffentlichen Versteigerungen Gegenstände erworben und diese über Internetportale (insbesondere eBay) in bar verkauft. Obwohl dazu verpflichtet, hatte er seine Einnahmen und Ausgaben gar nicht oder unvollständig aufgezeichnet. Die mit der Ermittlung beauftragte Steuerfahndung schätzte die Gewinne aus Gewerbebetrieb mit jährlich ca. 35.000 €. Dagegen klagte der Steuerpflichtige und erzielte beim Finanzgericht einen Teilerfolg. Das Finanzgericht schätzte niedrigere Gewinne.

Grundsätzlich ist ein Finanzgericht nicht an die Schätzung des Finanzamts gebunden. Es hat eine eigene Befugnis, die Besteuerungsgrundlagen zu schätzen. Es kann sich dabei an den von der Steuerfahndung angefertigten Auswertungen zu den Internet-Verkäufen orientieren.

Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.

Keine Steuervergünstigung für eine Entschädigung bei Wechsel in eine neue Betriebsrentenzusage

Ein Arbeitgeber hatte die betriebliche Altersversorgung seiner Arbeitnehmer nach beamtenrechtlichen Grundsätzen über eine eigene Versorgungseinrichtung durchgeführt. Nach Schließung des Versorgungswerks sollten die bis dahin erworbenen Anwartschaften in ein beitragsfinanziertes System überführt werden. Diese Vertragsumstellung ging mit einer erheblichen Reduzierung der zukünftigen Altersversorgungsansprüche einher und bedurfte daher der Zustimmung der Arbeitnehmer. Als Anreiz für eine entsprechende Zustimmungserklärung wurde ihnen eine einmalige „Wechselprämie“ angeboten.

In seiner Einkommensteuererklärung machte ein Arbeitnehmer geltend, dass es sich bei der ihm ausgezahlten Prämie um eine begünstigt zu versteuernde Entschädigung gehandelt habe. Das Finanzgericht München folgte dieser Ansicht nicht.

Die Zahlung einer Ersatzleistung für entgangene oder entgehende Einnahmen sei nur dann als steuerbegünstigte Entschädigung zu werten, wenn sie auf einer neuen Rechtsgrundlage beruhe. Dies sei nicht der Fall, wenn das Anstellungsverhältnis fortgesetzt und die Pensionszusage – wenn auch durch eine Vertragsänderung geschaffen – lediglich der Höhe nach begrenzt bzw. modifiziert werden solle. Hinzukommen müsse die vorliegend nicht erfolgte Beendigung des bisherigen Einkunftserzielungstatbestands.

Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.

Behandlung von Aufwendungen für Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen

In vielen Unternehmen steht die Weihnachtsfeier am Ende des Jahrs vor der Tür. Bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr können für Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei ausgerichtet werden.

Dies gilt, sofern die Kosten den Betrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmendem Arbeitnehmer nicht übersteigen. Es handelt sich hierbei um einen Freibetrag. Wird die Wertgrenze überschritten, muss folglich nur der übersteigende Teil versteuert werden. Darüber hinaus ist folgendes zu beachten:

  •  Eine Betriebsveranstaltung liegt vor, wenn es sich um eine Veranstaltung auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter handelt, z. B. Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern.
  • Die Veranstaltung muss allen Angehörigen des Betriebs, eines Teilbetriebs oder einer in sich geschlossenen betrieblichen Organisationseinheit (z. B. einer Abteilung) zugänglich sein.
  • Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung sind alle Aufwendungen des Arbeitgebers inklusive Umsatzsteuer. Es spielt keine Rolle, ob die Aufwendungen einzelnen Arbeitnehmern individuell zurechenbar sind oder es sich um einen rechnerischen Anteil an den Kosten der Betriebsveranstaltung handelt, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet (z. B. Raummieten oder Kosten für einen Eventplaner; auch Kosten für Begleitpersonen des Mitarbeiters müssen berücksichtigt werden).
  • Soweit solche Zuwendungen den Betrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer nicht übersteigen, bleiben sie beim Arbeitnehmer steuerlich unberücksichtigt.
  • Übersteigen die Kosten je Betriebsveranstaltung den Freibetrag von 110 € und/oder nimmt ein Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen teil, sind die insoweit anfallenden zusätzlichen Kosten steuerpflichtig.

Der Arbeitgeber kann diesen Arbeitslohn pauschal mit 25 % versteuern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Veranstaltung allen Arbeitnehmern offensteht. Etwaige Geldgeschenke, die zwar im Rahmen einer Betriebsveranstaltung gemacht werden, aber kein zweckgebundenes Zehrgeld sind, unterliegen nicht der Pauschalierungsmöglichkeit.