Besteuerung betrieblicher Veranstaltungen

Zu den Aufwendungen für betriebliche Veranstaltungen gehören zahlreiche Einzelpositionen, z.B. Speisen, Getränke, Übernachtungs- und Fahrtkosten, Geschenke, Rahmenprogramm etc.

Einordnung der Aufwendungen

Für den Betriebsausgabenabzug sind Aufwendungen aufzuteilen in

  • Geschenke
  • Bewirtungsaufwendungen und
  • Sonstige (unbeschränkt abziehbare) Betriebsausgaben.

Geschenke

Betrieblich veranlasst Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind, sind abziehbar, wenn die Anschaffungs- und Herstellungskosten je Empfänger und Wirtschaftsjahr 35,00 € (inklusive Pauschal-Einkommensteer) nicht überschreiten.

Geschenke an den Unternehmer stellen Entnahmen dar.

Bewirtung

Zu unterscheiden sind:

Geschäftlich veranlasste Bewirtungen: es nehmen überwiegend betriebsfremde Personen teil. Abzugsbeschränkung auf 70%, keine Betriebseinnahme beim Bewirtenden.

Nicht-geschäftlich, d.h. allgemein betrieblich veranlasst Bewirtungen: es nehmen überwiegend eigene Arbeitnehmer (und Begleitpersonen) teil; keine Abzugsbeschränkung.

Sonstige Betriebsausgaben

Nicht eindeutig zuordenbare Aufwendungen wie z.B. Werbung, Musik, Saalmiete, Organisationskosten der Veranstaltung sind unbeschränkt abziehbar. Beim Geschäftspartner liegen keine Betriebseinnahmen vor.

Besteuerung betrieblicher Veranstaltungen – Lohnsteuer

Zuwendungen des Arbeitgebers an Arbeitnehmer anlässlich von betrieblichen Veranstaltungen können zu Arbeitslohn führen.

Betriebsveranstaltungen

Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer und seine Begleitperson anlässlich von Betriebsveranstaltungen sind steuerfreier Arbeitslohn, soweit sie den Freibetrag von 110 EUR je Betriebsveranstaltung und teilnehmende Arbeitnehmer nicht übersteigen.

Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Betriebsveranstaltung allen Angehörigen des Betriebes oder eines Betriebsteils offen steht.

Der Freibetrag gilt für zwei Veranstaltungen jährlich und beträgt 110 EUR je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer.

Nimmt ein Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen teil, können die beiden Veranstaltungen, für die der Freibetrag gelten soll, individuell (!) für jeden betroffene Arbeitnehmer ausgewählt werden.

Pauschalversteuerung

Der den Freibetrag übersteigenden Wert der Zuwendung kann vom Arbeitgeber mit 25% pauschal lohnversteuert werden (zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Dies gilt auch für „nicht-übliche“ Zuwendungen wie z.B. Geschenke im Wert von mehr als 60 EUR; diese gehören zu den maßgebenden Gesamtkosten einer Betriebsveranstaltung:

Andere Veranstaltungen

Für Sachzuwendung anlässlich anderer Veranstaltungen gelten die allgemeinen Regeln zu

  • 44 EUR-Freigrenze (§ 8 2 S. 11 EStG)
  • Incentive-Reisen und
  • Pauschalversteuerung nach § 37b EStG

Businessworkshop DUO

Am 14.03.2019 haben einen Workshop „Erfahrungsaustausch DATEV Unternehmen Online -Altbewährtes und Neuerungen“ angeboten. Herr Tino Bräske von der DATEV eG Niederlassung Erfurt hat diesen gemeinsam mit Frau Steuerberaterin Ivonne Dittmar gestaltet.

Nicht nur als Referenten sondern auch für die Fragen von 35 Teilnehmern standen beide zur Verfügung.

Diese Themen hatten wir für Sie vorbereitet:

  • Vorteile für Ihr Unternehmen – digitale Buchhaltung
  • Handling der Plattform
  • Führung digitales Kassenbuch
  • Kassenarchiv
  • Daten- und Informationsaustausch

Selbstverständlich können Sie uns jederzeit kontaktieren, wenn Fragen und Problem auftreten.

Wir haben Ihnen die Unterlagen zum Vortrag im Downloadbereich zur Verfügung gestellt: https://www.ruschel-collegen.de/pix/links/Skripte/Businessworkshop_Datev_Unternehmen_online.pdf.

Bitte melden Sie sich zwecks Bekanntgabe des Passwortes bei uns.

Betriebliche Altersvorsorge: Arbeitgeberzuschuss ab 2019 für Neuzusagen verpflichtend

Eine betriebliche Altersversorgung liegt u. a. vor, wenn einem Arbeitnehmer Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass seines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber zugesagt werden. Um das Altersvorsorgesparen über die Gehaltsabrechnung attraktiver zu machen, ist bereits seit dem 1. Januar 2018 das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft, woraus sich neue gesetzliche Regelungen bei Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds ergeben haben. Hervorzuheben sind hieraus

  • die Anhebung des steuerfreien Förderrahmens bei der Gehaltsumwandlung,
  • die Einführung des sog. Sozialpartnermodells (reine Beitragszusage als neue Zusageart) sowie
  • die Einführung eines neuen steuerlichen Förderbetrags für Geringverdiener.

Ab dem 1. Januar 2019 ist beim Abschluss von Neuverträgen nunmehr zudem ein verpflichtender Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 15 % zu leisten, sofern sich Arbeitgeber aus der Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge sparen. Die tatsächliche Höhe der eingesparten Sozialversicherungsbeiträge ist für die Höhe des Zuschusses unerheblich. Der Zuschuss ist zudem „tarifdispositiv“, d. h. in Tarifverträgen kann zuungunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden.

Hinweis:
Für Altverträge greift der obligatorische Arbeitgeberzuschuss erst ab dem Jahr 2022.

Pauschal ermittelte Nutzungsentnahme für Kfz vielleicht doch begrenzbar?

Die private Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs (Kfz) kann pauschal nach der sog. 1 %‑Regelung besteuert werden. Dies setzt seit 2006 voraus, dass das Kfz zu mindestens 50 % betrieblich genutzt wird. Der Bundesfinanzhof hatte erst kürzlich entschieden, dass es nicht geboten sei, im Umkehrschluss die nach der 1 %‑Regelung ermittelte Nutzungsentnahme auf 50 % der Gesamtaufwendungen für das Kfz zu begrenzen.

Diese Entscheidung könnte nun das Bundesverfassungsgericht kippen. Gegen die Entscheidung des Bundesfinanzhofs ist mittlerweile Verfassungsbeschwerde erhoben worden.

Hinweis:
Betroffene Streitfälle sollten mit Verweis auf das anhängige Verfahren offengehalten werden.

Auf die Plätze! Fertig! RUN!

Am 6. Juni 2018 startet die 10. Auflage des Thüringer Unternehmenslaufs auf dem Erfurter Domplatz. Die Laufgruppe unserer BSG Bleistift ist bereits von Anfang an dabei. Da ist es schon selbstverständlich, dass wir auch an der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung teilnehmen werden. Traditionell verspricht die Veranstaltung neben dem sportliche Wettstreit mit Kollegen, Mandanten und Geschäftspartnern auch erfrischende Unterhaltungen auf einer völlig anderen Gesprächsebene.

Die Strecke führt wieder rund 5 Kilometer durch Erfurts Altstadt. Der genaue Streckenplan wird vom Veranstalter derzeit noch erarbeitet. Sobald wir detailliertere Informationen rund um das Event haben, werden wir auch auf unserer Homepage und unserem Web-Log darüber berichten. Auf jeden Fall freuen wir uns wieder auf Ihre motivierende Unterstützung am Streckenrand.

Businessfrühstück und Infoabend für Mandanten

Mit so einer guten Resonanz zu unserem Businessfrühstück rund ums Thema „Kasse“ hatten wir gar nicht gerechnet! Gewöhnlich planen wir etwa 10 Teilnehmer für diese Veranstaltungsreihe ein. Mit mehr als 20 Anmeldungen hatten wir die Kapazitätsgrenze unserer eigenen Räumlichkeiten nun vollständig ausgeschöpft. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Brennpunktthema den Nerv der Zeit getroffen haben.

Auch unser Informationsabend für gemeinnützige Organisationen war wieder gut besucht. Mehr als 100 Teilnehmer folgten unserer Einladung in das Erfurter S-Finanzzentrum, um sich über aktuelle steuerrechtliche Themen aus dem Gemeinnützigkeitsbereich zu informieren. Als zusätzlichen Service haben wir die Präsentationen zu den beiden Veranstaltungen im Infocenter unter dem Menü „Download Skripte“ bereitgestellt.

 

Besteuerung der unentgeltlichen Überlassung eines Dienstwagens an Gesellschafter-Geschäftsführer

Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für dessen Privatnutzung führt zu einem steuerpflichtigen geldwerten Vorteil. Ob und in welchem Umfang der Arbeitnehmer den Pkw tatsächlich privat nutzt, spielt hierfür grundsätzlich keine Rolle. Das gilt auch für angestellte Gesellschafter-Geschäftsführer.

Im Rahmen einer Lohnsteueraußenprüfung hatte das Finanzamt festgestellt, dass eine GmbH für ihre beiden Gesellschafter-Geschäftsführer den geldwerten Vorteil nach eigenem Ermessen ermittelt und der Lohnsteuer unterworfen hatte. Dies wurde damit begründet, dass die Fahrzeuge nur unregelmäßig privat genutzt würden und darüber hinaus auch private Kraftfahrzeuge zur Verfügung stünden.

Das Finanzgericht Hamburg machte noch einmal deutlich, dass grundsätzlich der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung nach der sog. 1 %Regelung zu bewerten ist. Eine abweichende Bewertung komme nur dann in Frage, wenn ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt werde.

Beschäftigung von Profifußballern bei einem Sponsor

Jede freigebige Zuwendung unterliegt der Schenkungsteuer. Dazu muss die Leistung zu einer Bereicherung des Bedachten auf Kosten des Zuwendenden führen und die Zuwendung objektiv unentgeltlich sein. Der Bundesfinanzhof hat eine freigebige Zuwendung für den Fall bejaht, dass der Zuwendende auf einen Vergütungsersatzanspruch verzichtet.

Eine aus Kommanditgesellschaften bestehende Unternehmensgruppe (Sponsor eines Fußballvereins) schloss Arbeitsverträge mit Fußballspielern, Trainern oder Betreuern (Aktive) ab. Sie wurden als kaufmännische Angestellte/Bürokaufleute bezeichnet, vertragsgemäß bezahlt und mussten auf diesen Positionen laut Vertrag 40 Stunden pro Woche für die Unternehmensgruppe arbeiten. Tatsächlich waren die Aktiven allerdings nicht für den Sponsor, sondern Vollzeit und unter Profibedingungen für den Fußballverein tätig, der für die Überlassung kein Entgelt entrichten musste. Damit ersparte der Verein die ansonsten übliche Vergütung für die Arbeitnehmerüberlassung durch die Unternehmensgruppe. Das war Gegenstand der Schenkung.

Da die Schenkungen nicht angezeigt und keine entsprechenden Steuererklärungen abgegeben wurden, durfte das Finanzamt, das aus den Akten die Anzahl, die konkreten Zeitpunkte und die jeweilige Höhe der Einzelzuwendungen nicht ermitteln konnte, für jedes Kalenderjahr zusammenfassende Steuerbescheide im Schätzwege erlassen. Der Bundesfinanzhof entschied auch, dass nicht die Unternehmensgruppe, sondern die hinter den Kommanditgesellschaften stehenden Kommanditisten (Gesamthänder) als Schenker anzusehen sind.