Hinweis in eigener Sache

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Wir begrüßen neue Kolleginnen

Nachdem wir im vergangenen Monat unsere langjährige Kollegin Christel Gruß in den Ruhestand verabschiedet haben, freuen wir uns nun, gleich nahtlos ihre Nachfolgerin begrüßen zu können. Seit 1. April hat Frau Natalia Schwarz ihre Tätigkeit in der Abteilung Lohnbuchhaltung bei Ruschel & Coll. aufgenommen.

Frau Schwarz, Jahrgang 1977, hatte zunächst ein Soziologie-Studium abgeschlossen. Anschließend hat sie sich zur Personaldienstleistungskauffrau qualifiziert und die Abschlussprüfung bei der IHK absolviert. Damit verfügt sie über gute Voraussetzungen, um die anstehenden Aufgaben im Bereich Lohn- und Gehaltsbuchführung für unsere Mandanten zu übernehmen. Unter der Telefondurchwahl 0361 – 340 66 41 bzw. per Mail an natalia.schwarz@ruschel-collegen.de ist Frau Schwarz in unserer Erfurter Niederlassung für Anfragen erreichbar.

Gleichzeitig konnten wir auch unser Team Finanzbuchhaltung in Stadtilm erweitern. Ebenfalls seit 1. April ist in unserer Stadtilmer Niederlassung Frau Elke Zierke tätig. Frau Zierke ist 1970 geboren und stammt aus der Region. Sie war zuvor viele Jahre im Bereich Buchhaltung für Unternehmen tätig. Für Mandanten unserer Niederlassung in Stadtilm ist Frau Zierke unter der Durchwahl 03629 – 830 66 15 bzw. per Mail an elke.zierke@ruschel-collegen.de erreichbar.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren beiden neuen Kolleginnen und wünschen zum Start alles Gute.

 

Die Grundsteuerreform kommt

Die bisherige Berechnung der Grundsteuer basiert auf Jahrzehnte alten Grundstückswerten (sogenannte Einheitswerten). In westdeutschen Ländern werden die Grundstücke nach ihrem Wert im Jahr 1964 berücksichtigt. Dagegen beruht der Wert in den ostdeutschen Ländern sogar noch auf Grundlagen aus dem Jahr 1935. Diese Einheitswerte werden mit einer einheitlichen Steuermesszahl und anschließend mit dem individuellen Hebesatz multipliziert. Während die Steuermesszahl nach altem Recht bundeseinheitlich festgelegt ist, wird der Hebesatz – und damit letztlich die Grundsteuerhöhe – von den Gemeinden bestimmt.

Zum 01.01.2025 wird auf Grund der Grundsteuerreform die neue Grundsteuer in Kraft treten. An die Stelle der Einheitswerte tritt dann in den Bundesländern, die keine abweichenden Regelungen getroffen haben, der Grundsteuerwert. Für die in Thüringen gelegenen Grundstücke kommt, wie in 10 weiteren Bundesländern, das sogenannte Bundesmodell zur Anwendung. Nur fünf Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen) haben eigene abweichende Gesetze erlassen.

Die Finanzverwaltung wird in diesem Jahr eine Vielzahl neuer Daten abfragen, die von Grundstückseigentümern vorzulegen sind. Stichtag für die Grundstückseigentümer für den Stand der Angaben ist der 01.01.2022. Die Grundstückseigentümer haben sich damit zu beschäftigen, welche Grundstücksart vorliegt, wie groß die Grundstücksfläche ist, wie sich der zutreffende Bodenrichtwert bemisst, wie viel Wohnfläche vorliegt, um welches Baujahr es sich handelt und wie sich die Miteigentumsanteile der Eigentumswohnung(en) in entsprechenden Wohnobjekten bemessen. Teilweise sind die geforderten Angaben nicht so einfach zu ermitteln.

Die Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts ist verpflichtend elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln (§ 228 Absatz 6 Bewertungsgesetz). Hierfür kann das Portal „Mein ELSTER“ verwendet werden. Die elektronischen Formulare werden voraussichtlich ab 1. Juli 2022 im Portal „Mein ELSTER“ bereitgestellt. Für die elektronische Übermittlung müssen Sie sich beispielsweise über ein sogenanntes ELSTER-Zertifikat authentifizieren. Bitte beachten Sie, dass die Registrierung bis zu zwei Wochen dauern kann.

Tipp:

Für einfach gelagerte Sachverhalte (unbebaute Grundstücke, Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen) in Ländern, die bei der Grundsteuer das Bundesmodell anwenden, wird Ihnen ab Juli 2022 unter www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de eine vereinfachte elektronische Übermittlungsmöglichkeit für die Steuererklärung zur Verfügung gestellt. Länderspezifische Informationen zur Grundsteuerreform gibt es unter www.grundsteuerreform.de Außerdem gibt der Chatbot unter www.steuerchatbot.de Antworten auf häufige Fragen zur Grundsteuerreform.

Unseren Bestandsmandanten bieten wir darüber hinaus unsere Unterstützung bei der Erstellung und Übermittlung der notwendigen Steuererklärungen zur Feststellung des Grundsteuerwertes an. Bei Fragen zur Grundsteuerreform steht Ihnen Steuerberaterin Steffi Lorenz sowie unser Team Grundsteuer gern zur Verfügung.

Regelungen zu Kurzarbeit verlängert

Das Kabinett hat eine Formulierungshilfe für einen Gesetzentwurf zur Verlängerung von Sonderregelungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie beim Kurzarbeitergeld und anderen Leistungen beschlossen. Dies teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit.

Mit einer am 09.02.2022 vom Kabinett beschlossenen Formulierungshilfe für die Regierungsfraktionen wurde die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld befristet bis zum 30.06.2022 auf bis zu 28 Monate verlängert. Da Betriebe, die seit Anfang der Pandemie im März 2020 durchgehend in Kurzarbeit sind, die maximale Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld von derzeit 24 Monaten schon im Februar 2022 ausschöpfen, soll die Verlängerung der Bezugsdauer rückwirkend zum 01.03.2022 in Kraft treten.

Zusätzlich werden von den bisherigen pandemiebedingten Sonderregelungen bis zum 30.06.2022 fortgeführt:

  • die Anrechnungsfreiheit von Minijobs auf das Kurzarbeitergeld,
  • die erhöhten Leistungssätze bei längerer Kurzarbeit und
  • der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit
  • die Zahl der Beschäftigten, die vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen, bleibt von mindestens einem Drittel auf mindestens 10 Prozent abgesenkt und
  • auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird weiter vollständig verzichtet.

Die Sozialversicherungsbeiträge sollen den Arbeitgebern nach dem 31.03.2022 weiter zur Hälfte erstattet werden, wenn die Kurzarbeit mit Qualifizierung verbunden wird.

Mit der Fortführung der Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld soll sichergestellt werden, dass Beschäftigungsverhältnisse auch im 2. Quartal stabilisiert sowie Arbeitslosigkeit und Insolvenzen vermieden werden können.

Am 18.02.2022 wurde das Gesetz vom Bundestag beschlossen. Und am 11.03.2022 billigte der Bundesrat einen entsprechenden Bundestagsbeschluss.

Influencer-Tätigkeit kann zu gewerblichen Einkünften führen

Ab wann die Steuerpflicht eintritt, bestimmt sich nach den gesamten steuerlichen Verhältnissen. Ist jemand nur als Influencer unterwegs, so beginnt die Steuerpflicht (Einkommensteuer bei Einzelpersonen) mit Einkünften ab 10.000 Euro p. a.. Geht der Influencer z. B. noch als Arbeitnehmer einem anderen Job nach, besteht die Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung bereits bei zusätzlichen Einkünften von 410 Euro p.a.

Als Folge sind Anmeldungen nach der Gewerbeordnung (Gewerbeanmeldung) sowie die Anzeige beim zuständigen Finanzamt (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung) angesagt.

Sollte einer derartigen Beschäftigung nachgegangen werden, sollte in jedem Fall ein steuerlicher Berater konsultiert werden.

Überraschungsfund bei Umbau: Umsatzsteuererklärung 1944

Wer alte Immobilien saniert und modernisiert kennt das häufige Problem: Oftmals verbergen sich hinter Trockenbauwänden und Zwischendecken unerwartete Überraschungen. Nicht selten führen unentdeckte Feuchtigkeitsschäden plötzlich zu einem wesentlich höheren Sanierungsaufwand. Auch wir bei Ruschel & Collegen haben diese Erfahrung im Laufe der Jahre schon das eine oder andere Mal erlebt.

Bei unserem aktuellen Projekt, der Sanierung und dem Umbau der Dachgeschossetage unseres Bürohauses in der Goethestraße 22 in Erfurt staunten wir nicht schlecht, was sich unter der Decke unseres Besprechungsraums versteckte! Das was zunächst nach einer primitiven Form von Papierdämmung aussah, entpuppte sich nach erster Analyse als ein historisches Steuerformular. Sofort waren die Erinnerungen an das Jahr 2010 und die Entdeckung eines Exemplars des dritten Rechenbuchs von Adam Ries, der „Practica“ von 1550, wieder da. Damals gelang dem Adam-Ries-Fachwissen e.V., unter anderem mit Unterstützung durch Ruschel & Collegen, die Restaurierung des historischen Rechenbuchs.

So ist es verständlich, dass gerade in einem Steuerbüro das Interesse geweckt wurde, die gefundenen Fragmente noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Und tatsächlich: Es handelt sich dabei um ein Formular einer Umsatzsteuererklärung aus dem Jahr 1944! Das Formular ist in der Struktur und dem tabellarischen Aufbau dem aktuellen Vordruck für das Jahr 2022 auffällig ähnlich. Gleich zu Beginn des Formulars wurde der Steuerpflichtige über den Abgabetermin 31.03.1945 belehrt und darauf hingewiesen, dass auch „diejenigen Umsätze angegeben werden müssen, von denen der Unternehmer etwa meinen sollte, sie unterliegen nicht der Steuerpflicht“. Im historischen Kontext kann diese Belehrung wohl als Indiz gedeutet werden, dass Steuertrickserei und Steuerhinterziehung keine Phänomene des 21. Jahrhunderts sind.

Wie dem Formular weiter zu entnehmen ist, wurde auch schon 1944 die Umsatzbesteuerung nach vereinnahmten und vereinbarten Entgelten unterschieden. Allerdings wurde damals, anders als heute, zwischen „ermäßigtem Steuersatz“ (0,5 %), „normalem Steuersatz“ (1,0 % – 2,0%) und „erhöhtem Steuersatz“ (2,5 %) unterschieden.

Es ist schon ein großer Zufall, dass ausgerechnet das Gebäude, welches vor Jahrzehnten vermutlich aus Materialmangel mit Steuerklärungsformularen saniert wurde, heute von einem Steuerbüro genutzt wird. Dem inzwischen 78 Jahre alten Steuerformular sieht man sein Alter deutlich an. Aber trotzdem haben wir es natürlich nicht mit dem Bauschutt entsorgt. Es wird einen repräsentativen Platz in unserem Besprechungsraum „Adam Ries“ im Dachgeschoss unseres Bürohauses bekommen. Übrigens, das 2010 restaurierte historische Rechenbuch des Namensgebers unseres Besprechungsraums wird heute im Bestand des Thüringer Hauptstaatsarchivs in Weimar verwahrt.

 

Christel Gruß in den Ruhestand verabschiedet

Nach fast 29 Jahren Betriebszugehörigkeit hatte unsere Kollegin Christel Gruß am 16.02.2022 ihren letzten aktiven Arbeitstag bei Ruschel & Collegen und verabschiedete sich in den Ruhestand. Gemeinsam mit Christina Mönning war sie eine Mitarbeiterin der ersten Stunde und baute seit 1993 unsere Abteilung Lohn-/Gehaltsbuchhaltung kontinuierlich auf. Dabei konnten sie auch ihre Erfahrungen aus ihrer früheren beruflichen Tätigkeit als Finanzkauffrau gut einsetzen.

Mehrere Tausend Löhne und Gehälter hat Frau Gruß im Laufe der Jahre für unsere Mandanten abgerechnet. Kein Wunder also, dass sich an Ihrem letzten Arbeitstag auch einige langjährige Mandanten persönlich bedanken und verabschieden wollten. Ein großes Dankeschön gab es auch von der Geschäftsleitung, den Kollegen und ehemaligen Auszubildenden. Zur Erinnerung überreichten die Kollegen neben einem Präsentkorb noch ein Buch mit persönlichen Grüßen und ein Motto-T-Shirt. Wir wünschen Christel Gruß alles Gute und eine schöne Zeit im (Un)ruhestand.

Das Transparenzregister – Ab sofort ein Vollregister

Zum 1. August 2021 ist das Transparenzregister- und Finanzinformationsgesetz (TraFinG) in Kraft getreten, welches das Geldwäschegesetz (GWG) in Teilen neu gestaltet hat. Das entsprechende Transparenzregister wird von der Bundesanzeiger Verlag GmbH geführt. Die Bundesanzeiger Verlag GmbH als registerführende Stelle unterliegt der Rechts-und Fachaufsicht durch das Bundesverwaltungsamt (BVA).

Der Kreis der Betroffenen, die in dieses Register einzutragen sind, sowie der inhaltliche Umfang der Meldepflicht sind erweitert worden. Die wesentliche Änderung besteht aber darin, dass das Register mit dem Wegfall der bisher geltenden Mitteilungsfiktion die Gestalt eines Vollregisters annimmt. Der Meldepflicht wird nicht länger dadurch genüge getan, dass die erforderlichen Angaben über ein anderes öffentlich geführtes Register wie z. B. das Handelsregister abrufbar sind. Bisher war eine Mitteilung nur dann notwendig, wenn die zu machenden Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten nicht über andere öffentlich geführte Register wie z. B. über das Handelsregister elektronisch zugänglich waren (Meldefiktion).

Mit Wirkung zum 1. August 2021 ist die Meldefiktion weggefallen und das Transparenzregister zum Vollregister erstarkt. Dies hat zur Folge, dass zuvor entbehrliche Mittelungen nun erforderlich werden. Als Erleichterung hat der Gesetzgeber für Vereinigungen, die bis zum 31. Juli 2021 von einer Mitteilungspflicht befreit waren Übergangsfristen normiert.

Demnach müssen

  • Aktiengesellschaften, SE und Kommanditgesellschaften auf Aktien bis spätestens 31. März 2022,
  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaften, europäische Genossenschaften oder Partnerschaften bis spätestens 30. Juli 2022 und
  • alle anderen Mitteilungspflichtigen bis spätestens 31. Dezember 2022

ihre Mitteilung vornehmen und auf aktuellem Stand halten.

Bei juristischen Personen und bei sonstigen Gesellschaften zählt zu den wirtschaftlich Berechtigten jede natürliche Person, die unmittelbar oder mittelbar

  1. mehr als 25 Prozent der Kapitalanteile hält,
  2. mehr als 25 Prozent der Stimmrechte kontrolliert oder
  3. auf vergleichbare Weise Kontrolle ausübt.

Sollte keine natürliche Person zu ermitteln sein, gilt der gesetzliche Vertreter oder geschäftsführende Gesellschafter als wirtschaftlich Berechtigter.

Die nötigen Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten (Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Wohnort, Staatsangehörigkeit sowie Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses) müssen über das Portal www.transparenzregister.de an das Register gemacht werden. Bei Verstößen gegen die Meldepflicht drohen Sanktionen in Form von empfindlichen Bußgeldern. Der aktuelle Bußgeldkatalog ist auf der Internetpräsenz des Bundesverwaltungsamtes einsehbar.

Tipp:

Für das Führen des Transparenzregisters werden jährliche Gebühren von der Bundesanzeiger Verlag GmbH erhoben. Steuerbegünstigte Organisationen i. S. von § 52 – § 54 AO (beispielsweise gemeinnützige Vereine) können sich jedoch auf Antrag von der Gebührenpflicht befreien lassen. Dieser Antrag kann elektronisch bei der registerführenden Stelle auf www.transparenzregister.de gestellt werden. Die Befreiung wird aber nicht rückwirkend für bereits abgelaufene Geschäftsjahre genehmigt.

Menschen mit Behinderung: Gesundheitskosten und Pauschbetrag steuermindernd geltend machen

Auch Menschen mit einer Behinderung können ihre Gesundheitskosten steuermindernd geltend machen, wenn diese den Eigenanteil übersteigen. Neben den anfallenden Gesundheitskosten kann der Behindertenpauschbetrag zu tragen kommen. Dieser deckt alle Kosten ab, die typisch für die Behinderung sind und die regelmäßig entstehen.

Berechtigt ist, wer einen Bescheid des zuständigen Versorgungsamtes oder ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 einen Schwerbehindertenausweis nachweisen kann. Der Pauschbetrag gilt auch, wenn die Behinderung erst während des Jahres eintritt oder wegfällt. Die Höhe des Pauschbetrags (Angaben hier für 2021) ist abhängig vom Grad der Behinderung. Wenn dieser bei 20 liegt, gibt es einen Pauschbetrag von 384 Euro, bei einem Grad von 60 bereits 1.440 Euro. Bei Menschen mit einem Behinderungsgrad von 100 liegt der Pauschbetrag bei 2.840 Euro – bei hilflosen, blinden und taubblinden Menschen bei 7.400 Euro. Im Schwerbehindertenausweis müssen dafür die Merkmale „H“ (hilflos), „Bl“ (blind) oder „TBl“ (taubblind) eingetragen sein.

Einmalige oder besondere Aufwendungen wie für eine Kur, Krankheit oder eine Haushaltshilfe sind zusätzlich zum Pauschbetrag als außergewöhnliche Belastung absetzbar, wenn sie den Eigenanteil übersteigen.

Wichtige Neuregelungen ab Januar 2022

Zum Jahreswechsel sind einige steuerrechtliche Änderungen in Kraft getreten, die wir hier kurz vorstellen möchten. Der Grundfreibetrag steigt um 204 Euro. Damit soll das Existenzminimum für Erwachsene steuerfrei gestellt werden. Bei einem Ledigen wird demnach erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 9.948 Euro im Jahr Einkommensteuer fällig. Bei Ehepaaren bzw. eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 19.896 Euro.

Vorsorgeaufwendungen für das Alter können 2022 steuerlich besser abgesetzt werden. Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gilt 2022 ein Höchstbetrag von 25.639 Euro. Maximal können davon im kommenden Jahr 94 % abgesetzt werden. Alleinstehende können demnach 24.101 Euro und Ehepaare bzw. eingetragene Lebenspartner 48.202 Euro steuerlich geltend machen.

Bei der Rentenbesteuerung erhöht sich seit 1. Januar der steuerpflichtige Rentenanteil von 81 auf 82 %. Somit bleiben nur noch 18 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt für im Jahr 2022 neu hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenbetrag bestehen.

Wer seit 2019 eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hat, bekommt 15 % Zuschuss vom Arbeitgeber. Ab 2022 muss dieser Zuschuss auch für Altverträge gezahlt werden. Den vollen Zuschuss erhält, wessen Verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung liegt – die beträgt 58.050 Euro brutto im Jahr 2022. Bei höherem Verdienst darf der Zuschuss gleitend abgesenkt werden.

Corona-Bonus läuft aus: Arbeitgeber können Mitarbeitern einen Bonus von bis zu 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die Beschäftigte zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2022 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sonderzahlung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt.

Zum 1. Januar 2022 wurde die Sachbezugsfreigrenze von bisher 44 Euro monatlich auf 50 Euro angehoben. Die Freigrenze gilt für Sachzuwendungen, etwa Gutscheine, die Beschäftigten monatlich überlassen werden. Bis zur Freigrenze können die Zuwendungen steuerfrei behandelt werden. Das Überschreiten der Freigrenze führt zu einer Steuerpflicht des gesamten zugewendeten Betrages. Ein Zusammenrechnen der monatlichen Beträge auf einen Jahresbetrag ist nicht zulässig.

Der Verbraucherpreisindex ist im maßgeblichen Zeitraum von Juni 2020 bis Juni 2021 um 2,8 Prozentpunkte gestiegen. Auf dieser Grundlage wurden die Sachbezugswerte 2022 für Verpflegung von 263 Euro auf 270 Euro (Frühstück 56 Euro, Mittag- und Abendessen jeweils 107 Euro) angehoben. Der Wert für Mieten und Unterkunft erhöht sich um 1,7 % von 237 Euro auf 241 Euro.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt seit dem 1. Januar von 9,60 Euro auf 9,82 Euro pro Stunde. Zum 1. Juli 2022 soll er dann noch einmal auf 10,45 Euro pro Stunde angehoben werden. Der neue Mindestlohn gilt auch für Minijobs. Aber: Der Verdienst darf 450 Euro monatlich trotzdem nicht überschreiten. Ansonsten wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig.

Mit der Kurzarbeitergeldverlängerungsverordnung (KugverlV) vom 24. November 2021 wird die Möglichkeit, die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von bis zu 24 Monaten nutzen zu können, für weitere drei Monate bis zum 31. März 2022 verlängert. Auch die Erleichterungen und Sonderregelungen für den Bezug des Kurzarbeitergeldes sind entsprechend verlängert. Die bisherige vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge wird auf die Hälfte reduziert. Besonderheit: Arbeitgebern werden weitere 50 % der Sozialversicherungsbeiträge erstattet, wenn ihre Beschäftigten während der Kurzarbeit an einer unter bestimmten Voraussetzungen geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen. Lehrgangskosten für diese Weiterbildungen können, abhängig von der Betriebsgröße, ganz oder teilweise erstattet werden.

Ab 1 Januar 2022 ist die Steuer-ID gewerblicher Mini-jobber über das elektronische Meldeverfahren an die Minijob-Zentrale zu übermitteln – unabhängig davon, ob der Arbeitgeber die Steuer pauschal an die Minijob-Zentrale zahlt oder die individuelle Besteuerung nach der Lohnsteuerklasse über das Finanzamt vornimmt. Außerdem muss in der Datenübermittlung die Art der Versteuerung angegeben werden. Im Haushaltsscheck-Verfahren erfragt die Minijob-Zentrale die Steuer-ID nur in den Fällen, in denen ausnahmsweise keine Pauschsteuer gezahlt wird.