Beratungszuschuss für vom Corona-Virus wirtschaftlich betroffene Unternehmen

Die Auswirkungen des Coronavirus haben Deutschland in einem Maß getroffen, auf das sich keiner vorbereiten konnte. Die wirtschaftlichen Folgen sind unter anderem Kurzarbeit, Ausfall von Arbeitskräften und Produktionen, Wegfall von Kunden, verkürzte Öffnungszeiten oder gar Schließungen von Unternehmen.

Diesen negativen Auswirkungen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie die Freien Berufe gilt es entgegenzutreten. Eine betriebswirtschaftliche Beratung kann hierzu vielfältig Hilfestellung geben: z.B. neue Geschäftsfelder suchen, Geschäftsprozesse umstellen/digitalisieren  oder aber auch die Liquidität im Unternehmen wiederherstellen.Da dabei schnell gehandelt werden muss, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die bestehende Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows um ein Modul für Corona betroffene KMU und Freiberufler zunächst bis 31. Dezember 2020 im Sinne eines Sofortprogramms ergänzt. Mit der Modifizierung leistet der Bund schnelle und unbürokratische finanzielle Unterstützung bei der Inanspruchnahme einer Beratung.

Lassen sich in Thüringen betroffene Unternehmen von einem durch die RKW Thüringen akkreditierten Berater unterstützen, können sie einen 100%-Beratungszuschuss für bis zu 4 Tagwerke (max. 4.000 EUR) erhalten. Lediglich die Umsatzsteuer auf die Beratungsleistung ist vom Unternehmen selbst zu tragen.

Unsere Berater der Ruschel Audit & Consulting GmbH sind akkreditiert und unterstützen Sie gern bei dem Weg aus der COVID19-Wirtschaftskrise. Den Förderantrag haben wir im Downloadcenter auf unserer Homepage bereitgestellt.

 

Weitere steuerliche Entlastung für Unternehmen in Thüringen

Das Thüringer Finanzministerium hat mitgeteilt, dass die Abgabefrist für Steuererklärungen 2018 auf Antrag bis zum 31.05.2020 (auch nachträglich) verlängert wird, wenn die Steuerpflichtigen von einem Steuerberater vertreten werden. Die gesetzliche Abgabefrist für 2018er Steuererklärungen endete bereits am 29.02.2020. Aufgrund der besonderen Umstände durch die COVID-19 Pandemie soll eine Abgabe der Steuererklärungen 2018 bis zum 31.05.2020 nicht mit Verspätungszuschlägen sanktioniert werden.

Außerdem hat sich Thüringen dem Vorstoß mehrerer Bundesländer angeschlossen und erstattet auf Antrag die Umsatzsteuersondervorauszahlung 2020 für Unternehmen, die wirtschaftlich von der Corona-Krise betroffen sind. Die Umsatzsteuersondervorauszahlung beträgt 1/11 der Umsatzsteuer des Vorjahres und wird fällig, wenn man als „Monatszahler“ die sogenannte Dauerfristverlängerung  in Anspruch nehmen möchte.

Wenn von der Corona-Krise betroffene Unternehmen aus Liquiditätsgründen in diesem Jahr die Erstattung der Umsatzsteuersondervorauszahlung beantragen, bleiben gewährte Dauerfristverlängerungen grundsätzlich bestehen. Das Antragsformular haben wir in unserem Downloadbereich unter „Corona-Krise Sofortmaßnahmen“ bereitgestellt. Alternativ kann auch eine berichtigte Anmeldung der USt-Sondervorauszahlung per ELSTER-Verfahren erfolgen.

Thüringer Soforthilfe – Prozessoptimierung bei Antragstellung

Bereits in den ersten Tagen nach dem Start des Thüringer Soforthilfeprogramms sind mehrere Tausend Zuschussanträge bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) eingegangen. Um die große Antragsflut bearbeiten zu können, unterstützen jetzt auch Mitarbeitende verschiedener Thüringer Ministerien die TAB bei der Antragsbearbeitung.

Aber auch die Antragsteller können schon etwas zur Prozessoptimierung beitragen: Die Antragstellung per E-Mail ist nur unter den Sonder-Mailadressen soforthilfe-corona@… der Thüringer Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern möglich.
Alternativ kann der Antrag auch auf dem Postweg direkt an die Thüringer Aufbaubank oder die IHK/HWK versendet werden. Eine doppelte Antragsübermittlung per E-Mail und Post ist nicht erforderlich. Die genauen E-Mail-Adressen bzw. Postadressen finden Sie in den Antragshinweisen der TAB.

Die IHK Ostthüringen erklärt in einem kurzen Video, wie der Corona-Soforthilfeantrag richtig ausgefüllt wird.

Das Corona-Soforthilfeprogramm der Thüringer Landesregierung richtet sich ausschließlich an Unternehmen mit einer Betriebsstätte in Thüringen. Jedoch haben auch andere Bundesländer ähnliche Hilfsprogramme aufgelegt. Eine Übersicht der Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern hat der Bundesverband Öffentlicher Banken zusammengestellt.

 

 

CORONA-Soforthilfeprogramm der Thüringer Landesregierung

Seit 23.03.2020 können Thüringer Unternehmen, die wirtschaftlich von den Folgen der COVID-19 Pandemie betroffen sind, Unterstützung aus dem Soforthilfeprogramm der Thüringer Landesregierung beantragen. Da die Internetseite der Thüringer Aufbaubank (TAB) aufgrund der extrem hohen Besucheranzahl zeitweise nicht erreichbar war, haben wir die entsprechenden Antragsformulare auch im Infocenter auf unserer Internetpräsenz bereitgestellt.

Der unterschriebene Antrag, die De-Minimis-Erklärung und ggf. die Gewerbeanmeldung können entweder per Mail an eine der Thüringer Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern oder per Post an die Thüringer Aufbaubank geschickt werden.

Parallel hatte die Bundesregierung die Eckpunkte eines Soforthilfeprogramms vorgestellt, das sich an Kleinstunternehmen bis 10 Beschäftigte und Soloselbständige richten soll. Somit müssen für diese Unternehmensgruppe in Thüringen keine Landesmittel aufgewendet werden, denn eine Doppelförderung ist ausdrücklich ausgeschlossen. Wie beim Landesprogramm handelt es sich auch bei dem Soforthilfeprogramm des Bundes um eine Einmalzahlung an Unternehmen, die durch die Corona-Krise unverschuldet in eine Notlage geraten sind. Anders als im Bundesprogramm profitieren von der Landesförderung auch Unternehmen bis zu 50 Beschäftigte.

Bitte beachten Sie: Das Zuschussprogramm richtet sich ausschließlich an Unternehmen, die durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in Liquiditätsschwierigkeiten gekommen sind. Entsprechende Angaben zum entstandenen Schaden müssen im Antragsformular eidesstattlich erklärt werden. Seien Sie solidarisch! Unternehmen, die sich bereits vor dem 29.02.2020 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden, können die Corona-Soforthilfe nicht beantragen. Für diese Unternehmensgruppe wurde beispielsweise der Thüringer Konsolidierungsfonds aufgestockt.

VORdenken und MITmachen: Maßnahmen zur COVID-19 Prävention

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten ist es uns ein großes Anliegen, sowohl unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch unsere Mandanten bestmöglich zu schützen. Ruschel & Collegen ergreift Maßnahmen, um aktive Mithilfe bei der Eindämmung des Corona-Virus zu leisten.

VORdenken und MITmachenUm die Aufrechterhaltung unseres Geschäftsbetriebes für die Finanz- und Lohnbuchhaltung sowie alle anderen laufenden Arbeiten für unsere Mandanten zu gewährleisten, sieht unser Maßnahmenplan folgende Arbeitsweisen vor:

  • Der Kontakt zu und von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird ab sofort nur noch telefonisch oder elektronisch erfolgen. Unsere Erreichbarkeit wird dennoch nicht darunter leiden.
  • Persönliche Termine werden, soweit möglich, reduziert und durch  Telefonkonferenzen oder elektronische Medien ersetzt.
  • Bei persönlichen Terminen beachten Sie bitte die allgemeinen Hygienerichtlinien (Händewaschen, desinfizieren, richtiges Husten und Niesen, Abstand halten und Hände vom Gesicht fern halten). Bitte nutzen Sie unsere bereitgestellten Desinfektionsspender.
  • Die Übergabe von Unterlagen erfolgt über die Empfangsbereiche oder über unseren Einwurfbriefkasten (Niederlassung Erfurt).
  • Auswertungen, Dokumente usw. werden, soweit möglich, postalisch oder elektronisch übermittelt.
  • Darüber hinaus haben wir auch entschieden, alle geplanten Mandantenveranstaltungen bis auf weiteres abzusagen. Sobald neue Termine festgelegt sind, werden wir darüber informieren.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und freuen uns, Sie, nach hoffentlich baldiger Beruhigung der Lage, wieder bei uns persönlich begrüßen zu dürfen.

Ivonne Dittmar im Interview: Arbeitszeitmodell und Gehaltsstruktur im Steuerbüro

Das letzte und zugleich wohl spannendste Thema ist die innerbetriebliche Gehalts- und Arbeitszeitstruktur bei Ruschel & Collegen. Dazu wurde Geschäftsführerin Frau Dittmar von Frau Machowski und Herrn Vogler befragt, um dadurch einige Einblicke in die aktuelle Entwicklung zu erlangen.

 

Was genau muss man sich als Außenstehender unter dem „Arbeitskreis Arbeitszeitmodelle und Gehaltstruktur“ vorstellen?

Im Rahmen unseres Arbeitskreises haben wir uns mit verschiedenen Themen beschäftigt, die unsere Mitarbeiter und Mandanten in der aktuellen Phase Ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung beschäftigt. Hierzu gehört natürlich auch die Vereinbarkeit von Beruf und privaten Leben. Ansprüche aus beiden Bereichen bedingen sich und sollten ausgewogen und aufeinander abgestimmt sein. Motivierte Mitarbeiter, die persönlich und beruflich im Einklang mit sich und dem Unternehmen sind, sind ein wichtiger Faktor unseres Erfolges und wirken positiv auf die Zusammenarbeit mit unseren Mandanten.

 

Warum ist es überhaupt nötig, die Arbeitszeit- und Gehaltsstruktur eines Unternehmens zu überarbeiten?

Unsere Mitarbeiter befinden sich in unterschiedlichen Phasen Ihres Lebens. Jeder für sich hat individuelle Ansprüche und Bedürfnisse. Das Werteverständnis der unterschiedlichen Generationen ist sehr unterschiedlich. Ein großer Anteil unserer Mitarbeiter ist schon sehr lange im Unternehmen und schätzt die Transparenz und Individualität in der Gestaltung ihres beruflichen Alltags. Aber auch viele junge Mitarbeiter bereichern unsere Kanzlei mit frischen Ideen und neuen Denkanstößen. Hier ist es eine Gradwanderung alle Mitarbeiter in ihrer Besonderheit doch auch gleichwertig zu behandeln.

Wir sind dankbar, dass sich unsere Mitarbeiter offen und diskussionsbereit an uns wenden, wenn Wünsche, Probleme oder aber auch Anerkennung an uns heran getragen werden. Wir wollen als Arbeitgeber attraktiv für unsere Mitarbeiter sein, das bedeutet immer das „Ohr an Masse“ zu haben und auf Entwicklungen zu achten. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder Teilzeit sind Modelle, die zunehmend an Bedeutung gewinnen und die wir auch im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen umzusetzen.

Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut. Im Hinblick auf den derzeit bestehen Mangel an Fachkräften in allen Bereichen ist eine aktive Kommunikation zwingend notwendig, um, aus Geschäftsleitungssicht, kleine Entscheidungen zu treffen, die aber für unsere Mitarbeiter eine deutliche Erleichterung bedeuten. Besondere Leistungen wurden schon immer bei uns besonders gewürdigt. Hier haben wir bereits in der Vergangenheit Mittel und Wege gefunden dankbar zu sein.

 

Und was tut Ruschel & Collegen in dieser Hinsicht?

Nach einer statistischen Auswertung wurden die Spät- und Mittagsöffnungszeiten im Steuerbüro von unserer Mandantschaft kaum genutzt. Deshalb haben wir die Spät- und Mittagsdienst für unsre Mitarbeiter wieder abgeschafft. Unsere Mandanten haben sich sehr schnell an die neuen Bürozeiten gewöhnt und unsere Mitarbeiter können so ihren Arbeitsalltag und ihre Pausen- und Freizeitgestaltung besser planen.

Ebenso haben wir unseren Mitarbeiter, die bei uns Ihre Ausbildung absolvierten und danach im Unternehmen geblieben sind, die Ausbildungszeit für die Erlangung von zusätzlichen Urlaubsansprüchen angerechnet. Gesundheitsmanagement, Gutscheine, Kindergartenzuschüsse, betriebliche Altersvorsorge, Boni und Teamevents sind bereits bewährte Mittel und Aktionen um das Betriebsklima und die Zufriedenheit im Unternehmen zu stärken. Einen besonders hohen Stellenwert in unserem Unternehmen haben Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Diese unterstützen wir durch Freistellung und Kostenübernahme, Gestellung der Lehrbücher für Auszubildende sowie die Teilnahme an Kursen zur Prüfungsvorbereitung.

Insbesondere die Mitarbeiter, die neu oder wieder zu uns gefunden haben, bestätigen uns, dass die Wertigkeit eines Unternehmens nicht nur aus Zahlen besteht, sondern dass ihnen insbesondere unser „Spirit“ zeigt, die richtige Wahl getroffen zu haben.

 

Bei so vielen Möglichkeiten gibt es bestimmt jede Menge zu beachten?

 Natürlich sind auch wir Unternehmer und unterliegen dem deutschen Steuer- und Sozialversicherungsrecht. Neben der aktuellen Marktlage, dem Abwiegen betriebswirtschaftlich sinnvoller Möglichkeiten sind auch gesetzliche Bestimmungen zu beachten. Nicht zuletzt zwingen uns immer wieder neue Gerichtsurteile, wie z.B. das neue EUGH- Urteil zu Zeiterfassungssystemen, unsere Maßnahmen zu überdenken und gegebenenfalls zu modifizieren.

 

Kann man sich in diesem Bereich Hilfe holen?

Gerne beraten wir unserer Mandanten über die steuerlichen Möglichkeiten und berichten über unsere Erfahrungen bei den von uns eingesetzten Modellen. Leider dürfen wir aus berufsrechtlichen Aspekten keine arbeitsrechtliche Beratung vornehmen. Hierfür stehen uns jedoch sehr kompetente Partner zur Seite.

 

Ändert sich dadurch etwas für die Mandanten oder Geschäftspartner?

Die Änderung der Öffnungszeiten hat kaum Reaktionen bewirkt und wurde sehr schnell von unseren Mandanten und Geschäftspartnern akzeptiert. Der Effekt bei der Mitarbeiterschaft war jedoch unbezahlbar. Ich denke, am meisten werden unsere Mandanten von diesen Maßnahmen profitieren, da die Zufriedenheit und fachliche Qualifikation unserer Mitarbeiter sich direkt auf den Erfolg der Mandatsbeziehung auswirkt. Gutgelaunte, motivierte und fachlich hoch qualifizierte Mitarbeiter sind unser Aushängeschild und dafür schätzen uns unsere Mandanten. Das wollen wir auch beibehalten.

 

Vielen Dank an alle Mitglieder der Geschäftsleitung, dass Sie sich die Zeit für uns und die aufkommenden Fragen genommen haben.

Interne Kommunikation im Steuerbüro

Eine funktionierende interne Kommunikation ist Voraussetzung für teaminterne und teamübergreifende Arbeitsprozesse in einem Steuerbüro. Christian Ruschel, Steuerberater und Geschäftsführer bei Ruschel & Collegen, beschäftigt sich im Rahmen des Arbeitskreises Future Room mit interner Kommunikation im Steuerbüro. Dieses Thema ist für Johannes Vogler, der gerade eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement absolviert, besonders spannend. Er sprach darüber mit Christian Ruschel:

Herr Ruschel, Sie sind das jüngste Mitglied der Geschäftsleitung. Erfahrungsgemäß hat eine jüngere Generation einen anderen Blickwinkel auf viele Bereiche des täglichen Lebens. Wie ist es bei Ihnen, gibt es interne Diskussionen oder was hat Sie das darauf aufmerksam gemacht, sich für eine besser interne Kommunikation stark zu machen?

Aufmerksam geworden bin ich auf das Thema durch Umfragen innerhalb der Mitarbeiter, die die Erreichbarkeit der Geschäftsleitung als hemmenden produktiven Faktor darstellten. Im ersten Moment war dieses Ergebnis ernüchternd, da meine Tür jedem offen steht und ich bei Fragen gerne weiterhelfe. Es herrschte also eine Abweichung von meiner Wahrnehmung zu der Wahrnehmung der Mitarbeiter.

Hierbei zeigte sich mir sehr deutlich, welchen zentralen Einfluss auf ein Unternehmen die interne Kommunikation hat. Dies betrifft vor allem den Informations- und Wissenstransfer, aber auch Beschwerdemanagement und Feedback zu erbrachten Leistungen sind hierbei inbegriffen.

Laut offizieller Definition ist interne Kommunikation die verbale und nonverbale Kommunikation zwischen Angehörigen einer bestimmten Gruppe, mit Sinn und Zweck der Optimierung organisatorischer Abläufe, Informationsverbreitung, Austausch sowie Motivation und Bindung.

Bereits die Definition macht klar, dass nicht nur das „mit-einander-Reden“ gemeint ist. Es geht vielmehr darum, dass das Reden auch zu organisieren ist. Gemeint sind damit Ansprechpartner, Meetingkultur, Vertreter, Wissensträger und vieles mehr.

Was möchten Sie mit einer besseren Kommunikation unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichen bzw. wo sehen Sie Defizite und wie möchten Sie denen entgegenwirken?

Bessere Kommunikation fängt schon bei der Anlernung von Auszubildenden oder der Einarbeitung von neuen Kollegen an. Hierbei ist nicht nur der effektive Wissenstransfer zum Aufbau von Qualität notwendig, sondern auch das Vermitteln des „Ruschel-Wir-Gefühls“ um Mitarbeiter zu motivieren und zu höheren Leistungen zu ermutigen.

Defizite sehe ich vor allem im Umschalten von „Darüber-reden“ zur „Umsetzung“. Oftmals werden Probleme schnell erkannt und aufgezeigt, jedoch nicht als Herausforderung erkannt und nach Lösungen gesucht. Dabei kann dieses Problem bereits bei einem Kollegen im Nachbarzimmer gelöst worden sein.

Hierbei sind uns insbesondere die zweite Führungsebene und die Stabsstellen wichtig, um schnell und effektiv Herausforderungen und Lösungen zusammenzubringen.

Was erhoffen Sie sich für einen Mehrwert, aus diesen ganzen Maßnahmen?

Der Mehrwert ist sehr vielfältig und beschränkt sich nicht nur auf den reinen Wissenstransfer und dem Abbau von Wissensinseln, sondern soll sich auch auf die noch effektivere und schnelle Lösung von Herausforderungen, dem Beschleunigung von Arbeitsprozessen und vor allem auf das effektive Streuen von Innovationen auswirken.

Digitalisierung im Steuerbüro

Steffi Lorenz, Steuerberaterin und Prokuristin bei Ruschel & Collegen, beschäftigt sich im Rahmen des Arbeitskreises Future Room mit dem Thema Digitalisierung im Steuerbüro. Außerdem ist Frau Lorenz Vorstandmitglied der Steuerberaterkammer Thüringen und wirkt in dieser Funktion am zukünftigen Leitbild des Berufsstandes und des Berufsnachwuchses mit. Welche Auswirkungen das Thema Digitalisierung auf unsere Kanzlei und den gesamten Berufsstand der Steuerberater hat, darüber sprach Johannes Vogler (Auszubildender zum Kaufmann für Büromanagement) mit Frau Lorenz:

Was bedeutet die Digitalisierung für Ruschel & Collegen? Welche Rolle spielt dieses Thema in unserem Unternehmen?

Digitalisierung bedeutet für unsere Kanzlei, dass wir zukunftssicher sind, aktuell bleiben und damit auch die Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen unserer Mandanten und Mitarbeiter erfüllen. Digitalisierung erstreckt sich bei uns auf alle Arbeitsprozesse und es beinhaltet weit mehr als nur das Einscannen von Belegen und deren Ablage in einem EDV-System.

Welche technische Anwendungen und Lösungen kommen für unsere Kanzlei infrage?

Allgemein benutzen wir ein Dokumentenmanagementsystem (DMS), in welchem der gesamte Schriftverkehr, gespeichert wird. Im Bereich der Buchhaltung gibt es das System „Unternehmen – Online“. Damit können Dokumente zwischen Kanzlei und Mandant ausgetauscht werden. Für den Lohnbereich gibt es ein daran angekoppeltes System, welches sogar für jeden Mitarbeiter eine digitale Akte ermöglicht.

Wie wirken sich diese Anwendungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Mandanten aus? Was sind die Vorteile einer weiteren Digitalisierung?

Die Vorteile der Digitalisierung sind sehr vielseitig. Für uns bedeutet das, dass jeder Mitarbeiter Zugriff auf mandatsbezogene Unterlagen hat und nicht erst die Papierakten durch das Büro tragen muss.

Im Bereich der Buchhaltung werden Belegdaten elektronisch verarbeitet, Bankdaten können eingelesen werden und Daten aus anderen Systemen (z.B. Rechnungslegung) können importiert werden. Damit werden Eingabefehler minimiert und die Auswertungen können deutlich aktueller – auf Wunsch sogar taggenau – zur Verfügung stehen. Im Lohnbuchhaltungsbereich ist es ähnlich: mit digitalen Daten sind Doppelerfassungen beim Mandanten und bei uns vermeidbar.

In Zeiten des Personalmangels bedeutet Digitalisierung auch, dass durch effektivere Arbeitsprozesse die Arbeit für den Mandanten gewährleistet werden kann und eine Vertretung leichter möglich ist. Die Zeit für die Buchhaltung kann dann außer für Eingabearbeiten für die Datenanalyse genutzt werden, um dem Mandanten einen zusätzliche Nutzen aus seiner Buchhaltung aufzuzeigen.

Wo es Vorteile gibt, gibt es leider auch Risiken? Welche Risiken treten im Rahmen der Digitalisierung auf und wie sind diese vermeidbar?

Risiken bei digitalen Daten gibt es viele, der schlimmste Fall ist der Datenverlust oder sogar das „Einschleichen“ von Schadsoftware. Wir haben klare Handlungsanweisungen bzw. Prozesse eingerichtet: z.B. werden die Daten unserer Server täglich an einem externen Ort gesichert. Auf unseren Servern ist ein starker Virenschutz selbstverständlich. Auch fremde Speichermedien werden von uns vorab geprüft.

Schon durch unsere berufsrechtliche Verschwiegenheitsverpflichtung gehen wir sehr sensibel mit Mandantendaten um. Da wir sehr persönliche Daten, z.B. für die Steuererklärungen, aufzeichnen, hat Datenschutz bei uns oberste Priorität. So werden von uns beispielsweise per E-Mail versendete Daten mit einem Passwortschutz versehen. Um auch innerhalb der Kanzlei den Datenschutz zu erhöhen, haben wir unterschiedliche Zugriffsberechtigungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergeben.

Wie weit ist Ruschel & Collegen bereits mit der Digitalisierung und welche Schritte sollen noch eingeleitet werden, um noch effektiver zu arbeiten?

Wir haben schon einen langen Weg der Digitalisierung hinter uns gebracht. Aber es gibt immer wieder neue Innovationen und auch die bestehenden Methoden und Systeme können noch effizienter genutzt werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Zukünftig werden alle Daten nur noch digital vorliegen und wir sind bereit, diese zu be- und verarbeiten. Schließlich ergibt sich auch noch ein nicht zu unterschätzender Wert für die Umwelt: weniger Verbrauch von Papier und Druckertoner unterstreichen unsere nachhaltige Arbeitsweise.

 

Fortbildungstag und neuer Thüringer Feiertag

Am 19. September 2019 findet bei Ruschel & Collegen der diesjährige kanzleiweite Fortbildungstag für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Außerdem hat der Thüringer Landtag bereits im Februar beschlossen, den Weltkindertag am 20. September als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag in Thüringen einzuführen.Kalender 19.09._20.09.

Bitte beachten Sie deshalb: Unsere Büros in Erfurt und Stadtilm sind  am 19. und 20. September 2019 geschlossen. An beiden Tagen finden keine Beratungstermine statt. Auch E-Mails oder telefonische Anfragen werden an diesen Tagen von uns nicht bearbeitet. Ab dem 23. September ist unser Team wieder für Sie erreichbar und steht Ihnen für steuerliche Fragen zur Verfügung.

Im Interview: Ilona Ruschel

Nachdem unsere Kollegin Ann-Christin Machowski und Auszubildender Johannes Vogler im Interview mit Ilona Ruschel einen guten Einblick in das aktuell laufende Changemanagement bekamen (SteuerBares Ausgabe 04/2019), wollten Sie jetzt noch mehr zum Thema Generationswechsel erfahren. In dieser Ausgabe veröffentlichen wir die Fortsetzung des Interviews:

Frau Ruschel, können Sie uns wieder kurz einen Überblick geben, was für Sie das Thema „Generationswechsel“ beinhaltet?

Generationswechsel, das Thema beschäftigt zur Zeit viele Unternehmen. Nach 1990 sind gerade in den neuen Bundesländern viele Menschen aufgebrochen, haben angepackt und sich selbständig gemacht. Seitdem sind fast 30 Jahre vergangen. Jetzt steht in diesen Unternehmen ein Generationswechsel an.

Wir merken es bei Mandanten und begleiten eine steigende Anzahl von Unternehmensnachfolgen. Auch ich habe zur Wendezeit ein Unternehmen, ein Steuerbüro, gegründet. Seit einigen Jahren ist mir klar, dass etwas passieren muss, und ich bin deshalb schon frühzeitig Partnerschaften eingegangen.

Da sich eine langjährige Geschäftspartnerin gegen eine Fortführung entschieden hat, war ich auf der Suche nach neuen Partnern und bin glücklich, mit meinem Sohn, Steffi Lorenz und Ivonne Dittmar geeignete Gesellschafter gefunden zu haben. Nicht zuletzt heißt Generationswechsel aber auch langjährige, erfahrene Mitarbeiter altersbedingt zu ersetzen und damit aber auch neue Strukturen einzuführen.

Ihr Unternehmen stand also vor einem tiefgreifenden Umbruch. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Um es genauer zu sagen, wir sind mittendrin im Umbruch und haben bereits ein Stück des Weges geschafft. Wir haben richtigerweise mit dem Kopf begonnen, der Geschäftsleitung. In den nächsten Jahren stehen weitere Nachfolgen von Mitarbeitern an, die mit mir gemeinsam in den 90er Jahren die Grundlagen geschaffen haben. Für einige gibt es bereits gesetzte Nachfolger, bei anderen werden wir die Aufgaben auf mehrere Köpfe verteilen und bei einigen sind wir noch auf der Suche. Wir setzen weiterhin auf eigene Ausbildung und übernehmen sie gern als Jungfachangestellte. Jeder junge Mitarbeiter hat die Chance, seinen Platz im Unternehmen zu finden.

Ihr Sohn ist seit letztem Jahr auch Teil der Geschäftsleitung, wie gehen Sie damit um?

Ich glaube für jeden Unternehmer/in ist es ein Segen, wenn man einen Nachfolger in der Familie findet. Deshalb freue ich mich auch, ihn als einen der neuen Gesellschafter-Geschäftsführer zu sehen. Christian wollte bereits mit 15 Jahren Steuerberater werden, er hat es zeitnah umgesetzt. Dass er sich mit den anderen Partnern gut versteht, ist die beste Voraussetzung für den weiteren Erfolg. Ich bin sicher, dass eine Steuerberatungsgesellschaft in unserer Größe mehrere Partner braucht, um am Markt zu bestehen und erfolgreich zu sein.

Mit Christian Ruschel ist nun eine neue Generation in der Geschäftsleitung vertreten. Welche Veränderungen ergeben sich dadurch in der täglichen Zusammenarbeit?

Christian stammt aus der Generation zwischen X-Y. Dabei sind andere Wertvorstellungen erkennbar, aber auch eine deutliche Hinwendung zu neuen Technologien. Natürlich bleiben dabei Diskussionen nicht aus, aber sie sind für Entscheidungen notwendig und sinnvoll, ja sogar erforderlich, um die neuen Herausforderungen zu meistern.

Ein Generationswechsel findet auch bei Ihren Mandanten statt. Wie macht sich diese Art von Generationswechsel bemerkbar und welche Besonderheiten müssen beachtet werden?

In den letzten Jahren haben wir bereits in einigen Mandantenunternehmen nach Nachfolgern gesucht, diese verkauft, oder auch die Tätigkeit eingestellt. Manchmal, besonders dann, wenn Nachfolger im Unternehmen oder in der Familie gefunden werden konnten, können wir auch das Nachfolgeunternehmen betreuen. Die neue Generation ist dann schneller bereit, auch Ihre steuerlichen Verpflichtungen auf eine andere Ebene zu heben. Diese wird begleitet durch Digitalisierung und Einsatz moderner Technik.

Für viele Mandanten und Geschäftspartner ist Ruschel & Collegen ohne Ilona Ruschel kaum vorstellbar. Wie nehmen Sie Ihnen diese Ängste und Sorgen?

Der Name „Ruschel“ ist tatsächlich in den letzten Jahren zur Marke geworden. Typisch für Marken ist es aber auch, dass der Namensgeber nicht mehr allein die Firma trägt, wichtiger ist, dass der Spirit weiterlebt. Dafür haben wir alle Voraussetzungen geschaffen. Die neue Geschäftsleitung und die Mitarbeiter tragen diesen Spirit weiter.