Changemanagement bei Ruschel & Coll.

Changemanagement spielt derzeit eine große Rolle in unserer Kanzlei. Um einen geeigneten Start und Einblick in das Thema zu bekommen, befragten unsere Auszubildenden Ann-Christin Machowski und Johannes Vogler Firmengründerin Ilona Ruschel.

Frau Ruschel, was ist für Sie als erfahrene Unternehmerin „Changemanagement“?

Eine offizielle Definition nach Gabler sagt: „Es ist ein Prozess laufender Anpassung von Unternehmensstrategien und -Strukturen an veränderte Rahmenbedingungen.“ Dem kann ich nur zustimmen

Welche Bedeutung hat es für Ruschel & Collegen?

Ruschel & Collegen musste sich in den fast 29 Jahren immer wieder an geänderte Rahmenbedingungen anpassen. Ohne diese notwendigen Anpassungen wären wir nicht da, wo wir heute sind.

Aktuell hat die Veränderung in der Gesellschafterstruktur im letzten Jahr einen weiteren Change-Prozess eingeleitet. Wir haben durch ein Seminar mit Maik Lärz neue Impulse bekommen.

Wie möchten Sie, als Teil der Geschäftsleitung, „Changemanagement“ umsetzen und welchen Weg möchten Sie mit Ihren Geschäftspartnern gehen?

Von Beginn an haben wir auf die aktive Mitgestaltung aller Partner, aber auch der Mitarbeiter gesetzt. Dabei haben Coacher wie Rheinhard Wohner, Gunter Hübner, Stefan Lami, aber auch Boris Grundl sehr hilfreich zur Seite gestanden.

Jetzt ist die Zeit, in der man in Ruhe ein Haus bauen kann vorbei. Unternehmensführung gleicht heute einer Porschefahrt bei Nacht. Man muss neben den laufenden Prozessen sehr schnell die richtigen Zukunftsentscheidungen treffen.

Deshalb haben wir das Projekt „Future Room“ ins Leben gerufen. Es ist eine Methode, mit der man neue Geschäftsmodelle entwickeln kann. Durch Mitarbeiterumfragen und Thementische haben wir aktuell zu lösende aber auch langfristige Aufgaben definiert. Dabei haben wir allen interessierten Mitarbeitern unter Leitung der Geschäftsführung die Chance gegeben, sich einzubringen. Einige Themen sind bereits bewältigt, wie z.B. Modernisierung des Leitbildes oder inhaltliche Änderung unserer internen Jahresauftaktveranstaltung „Kick-off“. Bei den Themen Generationswechsel und moderne Arbeitszeitmodelle haben wir bereits Zwischenergebnisse erreicht. Auch an der Systematisierung von Gehaltsstrukturen und der internen Kommunikation werden wir langfristig weiterarbeiten.

Sie haben in über 25 Jahren Ruschel & Collegen schon sehr viel erlebt. Sicherlich beinhaltet ein Wandel Risiken. Wie schätzen Sie diese ein?

29 Jahre ist eine lange Zeit. Aber ohne Wandel gibt es keine Zukunft. Nicht immer konnten wir dabei alle Mitarbeiter mitnehmen. Natürlich schmerzt es, Menschen zu verlieren, die sich in den gewohnten Strukturen wohlfühlen, aber die Notwendigkeit des Wandels nicht verstehen oder im Wandel nur persönliche Risiken und Gefahren sehen.

Viel Wichtiger sind jedoch die Chancen, die sich durch einen geregelten Strukturwandel ergeben. Was sind die großen Möglichkeiten und wie möchten Sie für Ruschel & Collegen das Beste herausholen, um weiterhin aktiv den Markt gestalten zu können?

Ruschel & Collegen ist auf gutem Weg. Besonders erfreulich ist es, dass sich an der Spitze Menschen gefunden haben, die trotz aller Probleme Spaß daran haben, das Unternehmen fortzuführen. Dabei können wir auf einer Mitarbeiterstruktur aufbauen, die aus langjährigen erfahrenen und neuen hochmotivierten Mitarbeiter besteht.Die Generation der „Baby-Boomer“ bereitet sich vor, langsam in wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Der Generation X und Y wird mehr Verantwortung übertragen und für die Generation Z wollen wir Anreize bringen, ihre Zukunft bei uns zu gestalten.

 

Steffi Lorenz, Steuerberaterin – Prokuristin und Gesellschafterin der Ruschel & Coll. GmbH & Co. KG Steuerberatungsgesellschaft.

Seit 2008 bin ich nun Gesellschafterin und seit 2014 Prokuristin bei Ruschel & Collegen. Durch die Veränderungen der Geschäftsführung bei Ruschel & Collegen ergeben sich für mich neue Aufgabenfelder und neue Anreize in der Zusammenarbeit mit Frau Ruschel, Frau Dittmar und Herrn Ruschel.

Nach meinem Abitur im Jahr 1991 standen mir vielen Türen offen. Mehr oder minder durch Zufall und Beratung begann ich eine Ausbildung. Für mich stand schnell fest, dass es nicht bei einer Ausbildung zur Steuerfachangestellten bleibt und so ging mein Weg über die Weiterbildung zur Steuerfachwirtin (2002) zur Steuerberaterin (2004).

Nach der erfolgreich abgeschlossenen Prüfung zur Steuerberaterin hat mir eine Berufskollegin geraten: „Probiere es doch mal bei Frau Ruschel!“. Was soll ich sagen, es passt. In der Struktur und dem familiären Umfeld von Ruschel & Collegen fühle ich mich sehr wohl. Das Unternehmensleitbild stimmt mit meinen persönlichen Vorstellungen einer positiven Arbeitskultur und einer sich schnell an Veränderungen anpassenden Firma überein.

Meine Tätigkeitsschwerpunkte bei Ruschel & Collegen liegen in der steuerlichen Betreuung von Personen- und Kapitalgesellschaften, den betrieblichen Steuern (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer), der Nachfolgeberatung (Erbschaft- und Schenkungssteuer) sowie der Fachbereichsleitung „private Steuern“.

Gesellschaftlich engagiere ich mich berufsbezogen als Mitglied des Vorstandes der Steuerberaterkammer Thüringen und als Vorsitzende der Prüfungsausschüsse der Steuerberaterkammer Thüringen im Bereich Steuerfachangestellte und Fachassistenten Lohn & Gehalt sowie als Mitglied im Prüfungsausschuss der Steuerberaterkammer im Bereich Steuerfachwirte.

Meine Freizeit verbringe ich mit dem studieren von Literatur über verschiedenste Bereiche, doch besonders gern über Geschichte. Ich begeistere mich für Städtereisen und darstellende Kunst.

Jahrgang: 1972

Die Geschäftsführung stellt sich vor

Christian Ruschel, Dipl.- Betriebswirt (FH), Steuerberater

Geschäftsführer und Gesellschafter der Ruschel & Coll. GmbH & Co. KG Steuerberatungsgesellschaft und Prokurist der Ruschel Audit & Consulting GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Als neuer Gesellschafter und Geschäftsführer seit dem 01.07.2018 eröffneten sich mir neue Herausforderungen, auf die ich gut vorbereitet wurde. Durch die familiäre Einbeziehung in den Anfängen des Unternehmens war mein Interesse für das Berufsfeld Steuerberater schon früh geweckt.

Eine Mitarbeit im Steuerbüro in den Ferien und später Semesterferien sowie meine Studienschwerpunkte Steuern und Rechnungswesen/Controlling festigten meine Entscheidung Steuerberater zu werden.

Der Weg zum Steuerberater ist ein physisch und psychisch sehr anstrengender Weg mit vielen Einschränkungen in sozialer und auch finanzieller Hinsicht. Ohne die Unterstützung durch meine Frau, die mir im Privaten den Rücken gestärkt und mich motiviert hat, meinen Vorgesetzten, die die notwendige Zeit bereitgestellt haben und meinen Kollegen, die meine Arbeiten übernommen haben, wäre das Vorhaben nicht möglich gewesen. Ausgehend von meinem abgeschlossenen Studium der Betriebswirtschaft im Jahre 2008 sammelte ich zunächst die notwendige praktische Erfahrung.

Nach der bestanden Prüfung wurde ich dann feierlich im März 2012 zum Steuerberater bestellt. Das Ziel, das Wirtschaftsprüferexamen abzulegen, steht zukünftig noch auf meiner persönlichen Agenda.

Privat engagiere ich mich als Mitglied des Steuerberaterverbandes Thüringen e.V. sowie der der Gladiatores-Schule für historische, europäische Kampfkünste. Meine Hobbys sind theoretische und erlebte mittelalterliche Geschichte, Historisches Schwertfechten, Reisen und Laufen.

Die Geschäftsführung stellt sich vor: Ivonne Dittmar

Ivonne Dittmar

„Ich bin die Neue“ kann ich schon seit längerer Zeit nicht mehr sagen. Denn bereits seit September 2014 bin ich als Steuerberaterin bei Ruschel & Collegen tätig.

Im September 1993 begann ich meine Ausbildung zur Fachgehilfin für steuer- und wirtschaftsberatende Beruf in einer Kanzlei in Erfurt. Nach Abschluss meiner Ausbildung konnte ich in meinem Ausbildungsbetrieb bleiben und absolvierte dort 2009 meine Fortbildung zum Steuerfachwirt. Im März 2010 wurde ich dann, nach bestandener Prüfung, zur Steuerberaterin bestellt. Die Kanzlei, bei der ich der damals angestellt war, wurde an eine größere Gesellschaft verkauft und ich habe die Niederlassungsleitung in Erfurt übernommen. 2014 habe ich mich dann neu orientiert.

Ich will meinen Beruf so leben, dass sich meine Mandanten verstanden fühlen, dass Mitarbeiter ihre Leistungen voll ausschöpfen können und motiviert im Team mit mir alles geben, um den Mandanten ein sicheres Gefühl zu geben. Insbesondere der persönliche Umgang mit Kollegen und Mandanten ist mir sehr wichtig. Das alles habe ich bei Ruschel und Collegen gefunden. Eine innovative Kanzlei mit tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als Teamleiterin im Bereich Finanzbuchhaltung habe ich zunächst Führungsverantwortung für eines der größten Teams in der Kanzlei übernommen. 2016 legte ich erfolgreich die Prüfung zur Fachberaterin im Gesundheitswesen ab. Parallel habe ich unseren Fachbereich für Mandanten aus dem Bereich Gesundheitswesen weiterentwickelt.

Eine besonders angenehme Aufgabe ist für mich die Niederlassungsleitung unserer Zweigstelle in Stadtilm. Das ist für mich einfach perfekt, da ich mit meiner Familie in einem kleinen Örtchen der Gemeinde Wipfratal lebe und in der Region stark verwurzelt bin.

Für mich war das Angebot, Partner bei Ruschel & Coll. zu werden, eine Chance aktiv an der Entwicklung der Kanzlei mitzuwirken. Unser Steuerbüro soll auch weiterhin ein Unternehmen bleiben, in dem die Mitarbeiter die Chance haben, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen. Ein fairer und offener Führungsstil gehört da ebenso dazu wie anspruchsvolle und vielfältige Aufgabenbereiche.

Neuer Service: Online-Fernbetreuung und -beratung

Die Geschäftsprozesse werden zunehmend digitalisiert. Dabei werden moderne Technologien eingesetzt, die die Arbeitseffizienz steigern.

Mit der Online Fernbetreuung und –beratung bieten wir unseren Mandanten eine neue und moderne Form der Serviceleistung an. Präsentationen, Schulung, Besprechung von Auswertungen, Beratung oder auch Ad hoc-Unterstützung beim Programm-Handling sind schnell und unkompliziert vom Kanzlei-Arbeitsplatz aus via Internet möglich.

Dazu nutzen wir eine Fernbetreuungssoftware der Datev. Mit dieser Software wird einem Mitarbeiter von Ruschel & Collegen von dessen PC aus direkter Zugriff auf den PC eines Mandanten ermöglicht. Der Datenaustausch erfolgt dabei über eine verschlüsselte Internetverbindung. Die Verbindung ist nur mit PCs möglich, auf denen ebenfalls Fernbetreuungssoftware eingesetzt wird (geschlossene Benutzergruppe).

Die Programme der Online-Fernbetreuung (Berater-Modul bzw. Kunden-Modul) werden bei Bedarf aus dem Internet (www.datev.de/mfb) heruntergeladen. Eine vorherige Bestellung des Produkts ist nicht erforderlich. In der Regel versendet unser Mitarbeiter eine E-Mail mit dem Link zum „Kunden-Modul“. Beim Programmstart melden sich Berater und Mandant jeweils mit einer Sitzungsnummer am Fernbetreuungs-Server an. Dann wird Bildschirminhalt vom Mandanten-PC zum Berater-PC übertragen. Wir haben so die Lage an Ihrem PC direkt vor Augen. Über Maus- und Tastatureingaben können wir Ihren PC fernbedienen.

Umgekehrt können wir auch unseren Mandanten den Inhalt unseres Bildschirms zeigen. Auf diese Weise können wir Präsentationen, Schulungen u.ä. von unserem PC aus durchführen. Außerdem ermöglicht die Funktion „Dateitransfer“ die Übertragung von Dateien in beide Richtungen.

Sicherheit und Datenschutz haben bei uns oberste Priorität! Berater und Mandant können jeweils genau festlegen, welche Programme und Bildschirmfenster für die Gegenseite sichtbar und bedienbar sein dürfen. Jede Anschaltung wird lokal auf dem PC protokolliert. Auf Wunsch ist auch eine Videoprotokollierung möglich. Für die Datenübertragung wird der Verschlüsselungsstandard AES 256 Bit verwendet.

Mehr Zeit im neuen Jahr?

Zeitmanagement – ein Wort, von dessen Inhalt man viel erwartet oder es kommt der Gedanke auf: bringt eh nichts…

Wir haben uns damit beschäftigt, unter anderem in einem Mitarbeiterseminar mit der Unterstützung der Firma topp-management aus Erfurt. Die von Frau Topp favorisierte ALPEN-Methode zum persönlichen Zeitmanagement, möchten wir hier kurz vorstellen.

Dies ist eine von vielen zum Teil neu entwickelten aber auch altbewährten Methoden, die näher zu betrachten sich lohnt: A – Aufgaben aufschreiben (auch die täglichen Routineaufgaben), L – Länge und Zeitspanne, P – Puffer einbauen, E – Entscheidungen treffen – Prioritäten setzen, N – Nachkontrolle.

Aber auch von anderen Seminaranbietern erhielten wir wertvolle Tipps, die wir gern weitergeben:

Aufgaben, die weniger als 2 Minuten dauern: sofort ausführen – mehrfaches Verschieben dauert noch länger.

E-Mail-Posteingänge bewerten und gleich in Ordner sortieren: „Aktion“ (dauert länger als 2 Minuten), „Wartet“ (es fehlen noch weitere Informationen), „Info“ (Kopie oder was in Ruhe gelesen werden muss), „Archiv“ (es muss gar nichts gemacht werden)

Besprechungen effizient gestalten – durch eine effektivere Vorbereitung und Leitung von Sitzungen lassen sich bis zu 30 % Zeit einsparen: Themen vorab sammeln und Zeiten erfragen (dauert es doch länger, ggf. verschieben oder auf kleine Gruppen aufteilen), pünktlicher Beginn (ggf. benötigte Technik vorher aufbauen), Redezeiten einhalten (ggf. einen Zeitnehmer bestimmen)

Frageformulierungen überdenken: durch bestimmte Fragetechniken kommt man schneller an Antworten und Entscheidungen

Hinweisen möchten wir auch auf das Eisenhower-Modell: Aufgaben sortieren: A – wichtig und dringend, B – wichtig aber nicht dringend, C – nicht wichtig aber dringend, D – nicht wichtig und nicht dringend (= P wie Papierkorb)

Dass Multitasking eine Hilfe ist, schneller zu arbeiten, ist übrigens ein Trugschluss…

Wir möchten Sie ermuntern, sich die Zeit zu nehmen, Zeitfresser zu finden und neue Methoden auszuprobieren! Viel Erfolg – vielleicht ergibt sich ja ein neues Vorhaben für das neue Jahr!

Digitalisierung – Was steckt dahinter?

Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die Nutzung von digitalen Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen, die Umwandlung in elektronische Medien oder auch die Autonomisierung, Flexibilisierung und Individualisierung bedeuten. So schließt Digitalisierung auch die digitale Nutzung digitaler Daten ein.

Die Digitalisierung hat bereits zu verschiedenen Umwälzungen geführt. Angefangen von der Vereinfachung von Kopier- und Distributionsmöglichkeiten bis hin zur Veränderung der Arbeitswelt. Entwicklungen wie das Internet der Dinge und der 3D-Druck, Künstliche Intelligenz (KI), Big Data und Cloud Computing erlauben vorher nicht gekannte Aktivitäten und Analysen. Neue Ein- und Ausgabegeräte und neue Verfahren wie die Datenbrille bzw. die Virtual-Reality-Brille und die Gestensteuerung transformieren Büroraum und Werkbank.

Ein Grund für die Digitalisierung analoger Inhalte ist die Langzeitarchivierung. Analoge Inhalte verlieren mit jedem Kopiervorgang an Qualität. Digitale Inhalte bestehen hingegen aus diskreten Werten, die entweder lesbar und damit dem digitalen Original gleichwertig sind, oder nicht mehr lesbar sind, was durch redundante Abspeicherung der Inhalte beziehungsweise Fehlerkorrekturalgorithmen verhindert wird. Der Platzbedarf zur Speicherung ist deutlich geringer als der bei physischer Lagerung.

In den betrieblichen Abläufen eines Unternehmens ermöglicht die Digitalisierung eine Effizienzsteigerung und damit eine Verbesserung ihrer Wirtschaftlichkeit. Der Grund hierfür ist, dass Betriebsabläufe durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik schneller und kostengünstiger abgewickelt werden können als dies ohne Digitalisierung möglich wäre. Es lassen sich beispielsweise Briefe, die Sie in physischer Form erhalten, einscannen und per E-Mail verteilen.

Diesen Effizienzsteigerungen stehen neben hohen Investitionen in zukünftige Technologien auch erhöhte Aufwendungen im Bereich der urheberrechtlichen Absicherung, der hohen Sicherheit der Datenübertragung und der großen Zuverlässigkeit der Computeranlagen entgegen.

Durch die Digitalisierung von Geschäftsprozessen verschieben sich die Prozesse weg von der manuellen Erfassung hin zur automatischen Verarbeitung und führen dazu, dass frei werdende Zeiten für neue Geschäftsfelder, Problemlösungen oder die Konzentration auf Kernkompetenzen genutzt werden können.

In Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerbüro sind elektronisches Belegbuchen, elektronische Rechnungen, elektronischer Bescheid und Bescheidabgleich und Steuerkonto online bereits heute im Einsatz.

Zukünftig werden sich Arbeitsprozesse bei Ihnen, in Ihrem Steuerbüro wie auch in der Zusammenarbeit ändern. Beispielsweise bei der Bereitstellung der laufenden Belege. Werden bisher Pendelordner in Papier bspw. zu Beginn des folgenden Monats übergeben, vergeht bis zum Rücklauf und Klärung von Rückfragen ein nicht unerheblicher Zeitraum. Dadurch können erstellte Auswertungen bereits veraltet oder sogar unbrauchbar sein.

Hier können sie die elektronische Erfassung und Bereitstellung der Belege bei sich neu strukturieren und Ihrem Steuerbüro elektronisch zur Verfügung stellen. Originale verbleiben bei Ihnen und Ihre interne Ablagestruktur bleibt unverändert bzw. ein Umsortieren von Belegen entfällt. Die Bereitstellung an Ihr Steuerbüro kann in kürzeren Perioden erfolgen (wöchentlich/täglich) und erfolgt ohne Zeitverlust durch Transport. Dies ermöglicht Rückfragen und Auswertungen zeitnaher zur Verfügung zu stellen und unternehmerische Prozesse optimaler zu unterstützen.

Weitere Vorteile der digitalen Zusammenarbeit sind in der Anlagenbuchführung, in der Lohnbuchhaltung, im Mahnwesen oder sogar im Zahlungsverkehr sofort möglich.

Sollten Sie Fragen zur Einführung oder Optimierung von digitalen Geschäftsprozessen oder zum Ablauf haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Urheberrechtsverletzung durch Setzen eines Hyperlinks

Nach einem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) stellt das Setzen eines Hyperlinks auf eine Website zu urheberrechtlich geschützten Werken, die ohne Erlaubnis des Urhebers auf einer anderen Website veröffentlicht wurden, keine „öffentliche Wiedergabe“ dar, wenn dies ohne Gewinnerzielungsabsicht und ohne Kenntnis der Rechtswidrigkeit der Veröffentlichung der Werke geschieht. Werden diese Hyperlinks dagegen mit Gewinnerzielungsabsicht bereitgestellt, ist die Kenntnis der Rechtswidrigkeit der Veröffentlichung auf der anderen Website zu vermuten.

Der Gerichtshof betont in seiner Entscheidung, dass die Mitgliedstaaten nach der einschlägigen Unionsrichtlinie sicherzustellen haben, dass den Urhebern das ausschließliche Recht zusteht, die öffentliche Wiedergabe ihrer Werke zu erlauben oder zu verbieten. Eine öffentliche Wiedergabe liegt vor, wenn der Nutzer in voller Kenntnis der Folgen seines Verhaltens handelt, um seinen Kunden Zugang zu einem geschützten Werk zu verschaffen, seine Tätigkeit sich an eine unbestimmte Zahl potentieller Leistungsempfänger richtet und Erwerbszwecken dient.

Spezialthema: Ordnungsgemäße Durchführung einer Inventur

Gemäß § 240 I und II HGB hat jeder Kaufmann zu Beginn seines Handelsgewerbes und zum Schluss eines jeden Geschäftsjahres ein Inventar aufzustellen, d. h. ein vollständiges Verzeichnis seiner Vermögensgegenstände und Schulden anzulegen. Um ein solches Verzeichnis erstellen zu können, sind die Bestände zunächst aufzunehmen, d. h. es ist eine Inventur durchzuführen. Eine Inventur besteht in der Erfassung aller Vermögensgegenstände eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dazu zählen auch Gegenstände des Anlagevermögens, aber auch Software, fertige und unfertige Erzeugnisse. Neben der körperlichen Bestandsaufnahme ist vor allem für Forderungen und Schulden eine Buchinventur sinnvoll.

Es sind verschiedene Arten der Inventur zulässig: die Stichtagsinventur (am letzten Tag des Geschäftsjahres), die ausgeweitete Stichtagsinventur (innerhalb eines Zeitraums zehn Tage vor oder nach dem Abschlussstichtag) und die zeitlich verlegte Inventur, welche innerhalb von drei Monaten vor oder zwei Monaten nach dem Stichtag stattfindet. Am Tag der Inventur selbst ist zu beachten, dass die Produktion und der Lagerverkehr ruhen. Sollten Lagerbewegungen aus zwingenden Gründen doch durchgeführt werden müssen, sind betroffene Vorräte separat zu lagern und zu kennzeichnen.

Bei der Personalplanung gilt, dass ein Inventurleiter eingesetzt wird, welcher verantwortlich ist für die Einweisung der Zählteams, die Durchführung der Bestandszählungen, die Überwachung des Eingangs der erfassten Daten sowie die Durchführung von Kontrollzählungen bei wesentlichen Abweichungen zwischen den Beständen laut Zählung und Buchhaltung. Die Zählteams bestehen aus je Zähler und Schreiber, wobei stets ein fachkundiger und ein nicht in der Materialabwicklung tätiger Mitarbeiter ein Team bilden sollten. Der Inventurleiter ist verantwortlich für die Einweisung des Personals bzgl. des zeitlichen Ablaufs der Bestandsaufnahme, der Vorgehensweise bei der Zählung, des Ausfüllens der Zählblätter und der räumliche Vorbereitung der Lagerorte. So sind die Lagerräume aufzuräumen und zu säubern, Abfälle und Ausschuss vor der Inventur zu entsorgen und veraltete oder beschädigte Vorräte entsprechend zu kennzeichnen. Das gleiche gilt für Fremdbestände und Kommissionsware sowie Warenein- und Ausgänge am Inventurstichtag.

Für die Durchführung der Inventur selbst ist zu beachten, dass die Zählblätter durch Inventurleiter zu übergeben sind und sicherzustellen ist, dass sie fortlaufend durchnummeriert sind und die Zählteams deren Empfang quittieren. Im Idealfall enthalten die Aufnahmeblätter lediglich Spaltenüberschriften als Vorgabe für die zu jedem Artikel aufzunehmenden Informationen. Es können jedoch für jeden Lagerort die Artikelnummer und Artikelbezeichnung der dort befindlichen Vorräte auf den Aufnahmeblättern vorgedruckt werden. Da die Zählungen systematisch entsprechend der räumlichen Reihenfolge der Lagerorte vorzunehmen sind, sollten die Einträge auf vorgedruckten Zählblättern daher in Überein-stimmung mit der räumlichen Anordnung der Lagerorte und Regalfächer stehen. Die Aufnahme nach Artikelnummern birgt die Gefahr, dass die Inventur nicht vollständig erfolgt. In keinem Fall ist es angeraten, auch die laut Lagerbuchführung vorhandenen Sollmengen anzugeben.

Letztlich durch die Zählteams aufzunehmende Informationen sind der Lagerort (Regal / -fachnummer), die Artikelnummer / -bezeichnung oder sonstige eindeutige Identifizierung sowie die Menge / Mengeneinheit (Stück, Kilogramm, Liter). Die Menge selbst ist durch Zählen, Messen, Wiegen und – soweit erforderlich – durch Schätzen zu ermitteln. Ungeöffnete Packungen sind stichprobenweise zu öffnen und auf den vollständigen und richtigen Inhalt hin zu überprüfen. Zählen gleichartiger zahlreicher Kleinwaren wie z. B. Schrauben, Nägel, Nieten, etc. kann durch Wiegen ersetzt werden. Aufgenommene Vorräte sind durch farbige Aufkleber zu kennzeichnen und Aufzeichnungen in den Zählblättern sind mit radierfestem Schreibgerät vorzunehmen. Eine Entwertung von Leerzeilen oder Leerseiten ist erforderlich, um nachträgliche Einträge zu verhindern.

Nach der Inventurauswertung sind Gründe für die Abweichungen zu ermitteln und anzugeben Soweit die Neuaufnahme zu einer Änderung der Zählergebnisse führt, sind die geänderten Ergebnisse in die Lagerbuchführung einzugeben. Anschließend ist eine endgültige Bestandsliste auszudrucken. Alle Inventurunterlagen sind zehn Jahre aufzubewahren.

Botschafter des 500-jährigen Reformationsjubiläums

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser an die Vorstellung der Augustiner-Kantorei, in der unsere Mitarbeiterin Susanne Eckhardt aktiv tätig ist, in einer Ausgabe unserer SteuerBar vor einigen Jahren.

Die im Augustinerkloster Erfurt ansässige Kantorei, in der ca. 130 Sängerinnen und Sänger verschiedenster Generationen und Konfessionen wöchentlich proben, führt jährlich mehrere Konzerte auf. Am bekanntesten ist wohl das traditionell am 3. Advent aufgeführte Bach`sche Weihnachtsoratorium.

Nicht nur in Erfurt ist die Augustiner-Kantorei bekannt, inzwischen auch über die Thüringischen Landesgrenzen hinaus. In vergangenen Jahren sang die Kantorei zahlreiche Konzerte innerhalb Deutschlands wie in Güstrow und Umgebung, Tübingen, Reutlingen, Bremen, Lüneburg, Hildesheim.

Im Oktober soll es nun etwas weiter weg gehen – die Augustiner-Kantorei folgt in diesem Jahr, dem Vorjahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums, Einladungen aus Japan und wird zu einer zwölftägigen Konzerttournee nach Osaka, Kyoto, Nara, Kobe und Tokio reisen. Sie möchte als klingender Botschafter des Reformationsjubiläums damit für das weltweit bekannte Evangelische Augustinerkloster, für die Vielzahl der kulturellen und touristischen Höhepunkte Mitteldeutschlands und natürlich für das Reformationsjubiläum 2017 werben.

Insgesamt 8 Konzerte wird es in Japan geben, einige davon sind Gemeinschaftskonzerte mit japanischen Ensembles.

Ein im vergangenen Jahr gegründeter und als gemeinnützig anerkannter Verein der Freunde und Förderer der Augustiner-Kantorei Erfurt hat inzwischen zahlreiche Mitglieder gewinnen können, die sich engagiert für die Realisierung des Projekts einsetzen. Der Verein ist behilflich, die Reise vorzubereiten und zu organisieren.

Zahlreiche Unternehmen aus Erfurt und Umgebung, viele Unternehmen, die mit japanischen Geschäftspartnern zusammenarbeiten oder auch in Thüringen ansässige japanische Unternehmen unterstützen die Augustiner-Kantorei bei ihrem Projekt.

Gern nimmt der Verein weitere Freunde und Förderer auf, egal ob Firmen oder Einzelpersonen, und freut sich über finanzielle Unterstützung.

Wer Fragen zur Kantorei, zum Verein, zur Reise hat, kann sich gern an Susanne Eckhardt wenden.

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