Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe

Bereits seit Monaten beschäftigt sich unser Team Wirtschaftsberatung umfassend mit den staatlichen Corona-Hilfsprogrammen. Schon im Sommer 2020 hatte die Ruschel Audit & Consulting GmbH die Akkreditierung beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) abgeschlossen, so dass wir für von der COVID19-Pandemie wirtschaftlich betroffene Unternehmen staatliche Fördergelder beantragen konnten. Nach gut 9 Monaten können wir eine positive Zwischenbilanz ziehen: In mehr als 90 Antragsverfahren haben wir für unsere Mandanten bisher Corona-Hilfen von rund 1 Million Euro akquiriert. Insbesondere unsere Thüringer Mandanten konnten dabei nicht nur von den Förderprogrammen des Bundes profitieren, sondern auch von diversen Zusatzförderungen des Freistaates Thüringen.

Aktuell können wir Anträge für die Phase III der Überbrückungshilfe für den Zeitraum Januar bis Juni 2021 stellen. Darüber hinaus ist in bestimmten Fällen ein erweiterter Förderzeitraum auch für die Monate November und Dezember 2020 möglich. Grundvoraussetzung ist, wie bei allen bisherigen Förderprogrammen auch, ein pandemiebedingter Umsatzrückgang. Dieser Rückgang muss pro Monat mindestens 30 % im Vergleich zum jeweiligen Referenzmonat aus 2019 betragen.

Bezuschusst werden betriebliche Fixkosten wie beispielsweise Mieten, Zinsen, Abschreibungen, Energie-/Betriebskosten oder auch Abos und Versicherungen. Auch zwingend notwendige Instandhaltungsarbeiten sind förderfähig. Darüber hinaus werden auch Aufwendungen für Hygienemaßnahmen gefördert. Zu den förderfähigen Hygienemaßnahmen gehören neben Verbrauchsartikeln wie Schnelltests, Desinfektionsmittel und Schutzmasken auch investive Maßnahmen in Luftreiniger (HEPA-Filter oder UVC-Licht).

Interessant ist auch die Förderfähigkeit von Neuinvestitionen von bis zu 20.000 EUR zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Neben klassischer IT-Hardware sind auch Kosten für Social-Media-Aktivitäten oder die Einrichtung von Online-Shops inklusive Kosten für Fotoarbeiten und Suchmaschinenoptimierungen begünstigt. Auch die Anschaffung von Video-Konferenzsystemen ist in diesem Zusammenhang förderfähig.

Seit Mitte April werden die erweiterten Förderkonditionen bei der Antragstellung automatisch berücksichtigt:

Zusätzlich gibt es für besonders betroffene Unternehmen (Umsatzrückgang von mindestens 50 % in mindestens drei Monaten des Förderzeitraums) einen gestaffelten Eigenkapitalzuschuss von 25 % bis 40 % auf die zuvor genannte Fixkostenerstattung.

Für Soloselbständige und Ein-Personen-GmbHs, die regelmäßig keine großen Fixkostenblöcke haben, ist die Neustarthilfe oftmals die bessere Alternative. Diese Unternehmen können einmalig als Unterstützungsleistung die Neustarthilfe i.H.v. 50 % des im Vergleichszeitraum (Januar – Juni) erwirtschafteten Referenzumsatzes erhalten. Die Neustarthilfe beträgt maximal 7.500 Euro.

Unser Team Wirtschaftsberatung steht Ihnen gern für Fragen rund um die Corona-Hilfsprogramme zur Verfügung.

Kontakt-Hotline: 0361 – 340 66 67 oder Kontakt-Mail: consulting@ruschel-collegen.de

FiBu-Troniker im Einsatz

Im vergangenen Jahr haben Carolin Radtke und Marco Blaurock eine berufsbegleitende Fortbildung des IFU-Instituts zum „Digitalen Finanzbuchhalter“ absolviert. Im Januar konnten beide Kollegen die Prüfung erfolgreich abschließen. Als sogenannte „FiBu-Troniker“ sind sie nun unsere Spezialisten für alle Fragen rund um digitale Geschäftsprozesse.

Ihre neuen Aufgaben liegen nicht allein in der Bearbeitung digitaler Finanzbuchhaltungen, denn FiBu-Troniker machen vielmehr als nur das Scannen und Verarbeiten von Buchhaltungsbelegen. Auch die Einrichtung von Kostenstellenrechnungen oder die Unterstützung bei der Erstellung individueller betriebswirtschaftlicher Auswertungen sind weitere Tätigkeitsfelder. Nicht zuletzt bieten sie unseren Mandanten auch Online-Beratung und Fernbetreuung zu diversen technischen Fragen und Problemen an.

Mit unseren frisch qualifizierten Mitarbeitern möchten wir in diesem Jahr auch beim Datenaustausch zwischen den individuellen Buchhaltungsprogrammen der Mandanten und unserer Kanzleisoftware eine Effizienzsteigerung erreichen. Unser Ziel und Anspruch ist ein medienbruchfreier Datentransfer zwischen den Systemen. Für Fragen und Anregungen stehen Ihnen Carolin Radtke unter 0361-340 66 32 oder Marco Blaurock unter 0361-340 66 81 gern telefonisch zur Verfügung.

 

Abschied und Neuanfang bei Ruschel & Collegen

Im März ist unsere langjährige Mitarbeiterin der Niederlassung Stadtilm, Heidrun Schmidt, in den Ruhestand getreten. Seit der Eröffnung unserer Büros in Stadtilm (und zuvor in Nahwinden) war Frau Schmidt das prägende Gesicht dieser Niederlassung. Pandemiebedingt konnte die Verabschiedung nur im kleinen Rahmen und ohne Gäste stattfinden. Die Geschäftsleitung sowie die Kolleginnen und Kollegen wünschen Heidrun Schmidt alles Gute für die Zukunft und vor allem viel Spaß bei den geplanten Wanderungen.

Gleichzeitig konnten wir in den vergangenen Monaten auch zwei neue Auszubildende bei uns begrüßen. Natalie Umbreit, Jahrgang 1996, und Jasmin Vogel, Jahrgang 1999, haben sich für die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement entschieden.

Frau Umreit gehört seit Februar 2021 zu unserem Auszubildenden – Team. Vor dem Beginn ihrer Umschulung, für die sie bei Ruschel & Coll. ein Langzeitpraktikum absolviert, war sie in der Gastronomie sowie auch einige Jahre im Kundenservice tätig. Als Mutter einer vierjährigen Tochter entschied sich Frau Umbreit letztendlich für einen Beruf mit Zukunftsperspektive sowie geregelten Arbeitszeiten.

Bereits seit Ende November 2020 absolviert Frau Vogel im Team-Sekretariat die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Zuvor hat sie die schulische Ausbildung mit Abitur abgeschlossen und nebenbei gejobbt. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit unseren jungen Kolleginnen.

Corona-bedingte Betriebsschließung – Gastwirt bekommt von Versicherung keine Entschädigung

Obwohl er eine Versicherung gegen infektionsbedingte Betriebsschließungen abgeschlossen hatte, bekommt ein Gastwirt daraus keine Entschädigung für seine coronabedingten Umsatzausfälle. So entschied das Landgericht Frankenthal.

Ob eine Versicherung für die Folgen von Corona zahlen müsse, hänge in jedem Einzelfall vom genauen Wortlaut der Versicherungsbedingungen ab. Wenn diese eine Zahlung nur vorsehen, wenn bestimmte, im Text namentlich aufgezählte Krankheiten und Erreger ausbrechen, müsse das Coronavirus in der Aufzählung erwähnt sein. Andernfalls stehe dem Versicherungsnehmer keine Versicherungsleistung zu.

Statt Arbeitslohn gewährte Tankgutscheine und Werbeeinnahmen unterliegen der Beitragspflicht

Das Bundessozialgericht entschied, dass Tankgutscheine über einen bestimmten Euro-Betrag und Einnahmen aus der Vermietung von Werbeflächen auf privaten Pkw, die als neue Gehaltsanteile an Stelle des Bruttoarbeitslohns erzielt werden, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt sind und damit der Beitragspflicht unterliegen.

Im Streitfall vereinbarte die Klägerin mit ihren Arbeitnehmern im Rahmen einer sog. Nettolohnoptimierung im Jahr 2010 individuelle Bruttoentgeltverzichte zwischen 249 und 640 Euro im Monat bei gleichbleibender Arbeitszeit. Die bisherige Bruttovergütung wurde zur Berechnung künftiger Gehaltsansprüche weitergeführt, gleichzeitig wurden „neue Gehaltsanteile“ u. a. in Form von monatlichen Tankgutscheinen von 40 Euro und Mietzahlungen für die Bereitstellung von Werbeflächen in Höhe von 21 Euro im Monat vereinbart. Der beklagte Rentenversicherungsträger forderte nach einer Betriebsprüfung von der Klägerin Sozialversicherungsbeiträge nach. Das Bundessozialgericht gab der Revision des Rentenversicherungsträgers statt.

Einkommensteuererklärung bei Bezug von Kurzarbeitergeld

Der Bezug von Kurzarbeitergeld kann für viele Arbeitnehmer in 2021 erstmalig zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung für das Jahr 2020 führen. Die Finanzverwaltung wies darauf hin, dass eine Einkommensteuererklärung abzugeben ist, wenn in 2020 Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro zugeflossen sind. Es empfiehlt sich daher rechtzeitig zu prüfen, ob für das Jahr 2020 eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden muss. Dabei ist zu beachten, dass die Abgabefrist für steuerlich nicht beratene Bürger der 02.08.2021 ist.

Das Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung steuerfrei – dies gilt ebenso für die Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld, zum Saison-Kurzarbeitergeld und zum Transferkurzarbeitergeld bis zu einer gewissen Höhe. Lohnersatzleistungen, wie z. B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld oder Verdienstausfallentschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz, unterliegen jedoch dem Progressionsvorbehalt. D. h., diese Leistungen werden im Einkommensteuerveranlagungsverfahren bei der Ermittlung des individuellen Steuersatzes einbezogen. Dieser individuelle Steuersatz wird jedoch nur auf das tatsächlich steuerpflichtige Einkommen (also ohne Kurzarbeitergeld und etwaige andere Lohnersatzleistungen) angewendet. Dadurch ergibt sich ein höherer Steuersatz für das restliche Einkommen, wodurch es zu Steuernachzahlungen kommen kann.

Gewinn mit Kryptowährung kann steuerpflichtig sein

Gewinne aus der Spekulation mit digitalen Devisen sind nicht unbedingt steuerfrei. Wenn ein Anleger z. B. Bitcoins innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn verkauft, werden diese von den Finanzbehörden als private Veräußerungsgewinne bewertet.

Die Gewinne unterliegen dann dem regulären Einkommensteuersatz. Nur Gewinne unterhalb einer Freigrenze von 600 Euro sind für den Anleger im Rahmen privater Veräußerungsgeschäfte steuerfrei. Wenn der Gewinn diese Grenze übersteigt, ist jedoch der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

Durch angemietetes Arbeitszimmer Steuern sparen

Nicht immer ist für das Arbeiten im „Homeoffice“ zuhause genug Platz oder Ruhe. Wer einen außerhäuslichen Büroplatz mietet, kann die Kosten dafür steuerlich absetzen.

Kosten entstehen für Arbeitnehmer, die ein externes Arbeitszimmer angemietet haben. Das kann z. B. ein Zimmer in einer Pension oder einem Hotel sein, die diesen Service anbieten. In solchen Fällen ist der Werbungskostenabzug nicht auf die sog. Homeoffice-Pauschale von 5 Euro am Tag, maximal 600 Euro im Jahr, begrenzt, sondern es dürfen die hierfür tatsächlich entstandenen Kosten steuerlich abgesetzt werden.

Zusätzlich dürfen auch noch die tatsächlichen Fahrtkosten zu diesem außerhäuslichen Arbeitszimmer und die Verpflegungsmehraufwendungen bei einer Abwesenheit von wenigstens 8 Stunden von der eigenen Wohnung und dem betrieblichen Büro angesetzt werden. Bei einer Abwesenheit von 8 Stunden darf eine Verpflegungspauschale von 14 Euro pro Tag als Werbungskosten angesetzt oder vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden. Wird die Fahrt zum außerhäuslichen Arbeitszimmer mit dem eigenen Pkw absolviert, dürfen dafür 30 Cent je gefahrenem Kilometer angesetzt werden, d. h., dass hier im Gegensatz zur Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte beim Arbeitgeber die Hin- und die Rückfahrt zählt.

Wichtig ist, dass genau dokumentiert wird, an welchen Tagen mit Angabe der Uhrzeiten ein außerhäusliches Arbeitszimmer genutzt, an welchen Tagen von zu Hause aus gearbeitet und ggf. wann ins betriebliche Büro gefahren wurde. Das sollte möglichst zeitnah erfolgen, da es später kaum noch nachvollziehbar ist und die korrekte Anfertigung eines Nachweises ansonsten erheblich erschwert.

Nutzungsdauer von Computerhardware und Software herabgesetzt

Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 26.02.2021 Änderungen zur Nutzungsdauer von Computerhard- und software veröffentlicht. Die Finanzverwaltung akzeptiert demnach in Gewinnermittlungen für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2020 enden, eine Nutzungsdauer von einem Jahr.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass diese Grundsätze in den Gewinnermittlungen nach dem 31.12.2020 auch auf entsprechende Wirtschaftsgüter angewandt werden, die in früheren Wirtschaftsjahren angeschafft oder hergestellt wurden und bei denen eine andere als die einjährige Nutzungsdauer zugrunde gelegt wurde. Auch gilt diese Regelung für Wirtschaftsgüter des Privatvermögens, die zur Einkünfteerzielung verwendet werden, ab dem Veranlagungszeitraum 2021 entsprechend. Welche Wirtschaftsgüter der Begriff „Computerhardware“ umfasst und wie diese definiert sind, ist in dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums ausgeführt.

Steuerliche Erleichterungen für freiwillige Helfer in Impfzentren

Bund und Länder haben sich auf eine steuerliche Entlastung von freiwilligen Helfern in Impfzentren festgelegt. Die freiwilligen Helfer können nun vom Übungsleiter- oder vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren, wonach Vergütungen für bestimmte Tätigkeiten bis zu einem festgelegten Betrag steuerfrei sind. Hierauf macht das Finanzministerium des Landes Baden-Württemberg aktuell aufmerksam.

  • Für all diejenigen, die direkt an der Impfung beteiligt sind – also in Aufklärungsgesprächen oder beim Impfen selbst – gilt der „Übungsleiterfreibetrag“ (auch Übungsleiterpauschale genannt). Diese Regelung gilt für Einkünfte in den Jahren 2020 und 2021. Der Übungsleiterfreibetrag lag 2020 bei 2.400 Euro, 2021 wurde er auf 3.000 Euro jährlich erhöht. Bis zu dieser Höhe bleiben Einkünfte für eine freiwillige Tätigkeit steuerfrei.
  • Wer sich in der Verwaltung und der Organisation von Impfzentren engagiert, kann den „Ehrenamtsfreibetrag“ (auch Ehrenamtspauschale genannt) in Anspruch nehmen. Für das Jahr 2020 betrug er bis zu 720 Euro, seit 2021 sind bis zu 840 Euro steuerfrei.

Sowohl Übungsleiter- als auch Ehrenamtsfreibetrag greifen lediglich bei Vergütungen aus nebenberuflichen Tätigkeiten. Dies ist i. d. R. der Fall, wenn sie im Jahr nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit einer vergleichbaren Vollzeitstelle in Anspruch nehmen. Dabei können auch solche Helfer nebenberuflich tätig sein, die keinen Hauptberuf ausüben, etwa Studenten oder Rentner. Zudem muss es sich beim Arbeitgeber oder Auftraggeber entweder um eine gemeinnützige Einrichtung oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts (z. B. Bund, Länder, Gemeinden) handeln.

Der Übungsleiter- und der Ehrenamtsfreibetrag sind Jahresbeträge, die einmal pro Kalenderjahr gewährt werden. Bei verschiedenen begünstigten Tätigkeiten müssen die Einnahmen zusammengerechnet werden.