Bilanz der Thüringer Finanzämter 2021

Einmal jährlich veröffentlicht das Thüringer Finanzministerium eine Bilanz in eigener Sache. Mit Interesse verfolgen viele Steuerzahler die veröffentlichten Kennzahlen. Auch wir als Steuerberatungsgesellschaft, mit regionalem Tätigkeitsschwerpunkt in Thüringen, werfen gern einen Blick aus unserer beruflichen Perspektive auf den Jahresbericht. Nachfolgend geben wir wesentliche Kennzahlen auszugsweise wider. Das vollständige Dokument ist unter www.finanzen.thueringen.de abrufbar.

Zum Stichtag 01.01.2022 beschäftigten die Thüringer Finanzämter 2.598 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Durchschnittsalter aller Bediensteten betrug knapp 48 Jahre.

Die Thüringer Finanzämter nahmen im Kalenderjahr 2021 insgesamt Steuern in Höhe von 7,8 Mrd. Euro ein, was einem Anstieg zum Vorjahr um 5,7 Prozent entspricht.

Zur Höhe des Gesamtsteueraufkommens tragen die Lohnsteuer (3,5 Mrd. Euro) und die Umsatzsteuer (2,2 Mrd. Euro) überproportional bei. Trotz der Folgen der Pandemie auf dem Arbeitsmarkt, wie beispielsweise Kurzarbeit, ist bei den eingenommenen Lohnsteuern eine Steigerung zum Vorjahr zu verzeichnen. Auch die Einnahmen aus der Einkommensteuer (0,9 Mrd. Euro) erhöhten sich gegenüber 2020. Das Steueraufkommen der Umsatzsteuer ging im Jahr 2021 zum wiederholten Mal zurück, dagegen stieg das Steueraufkommen der Körperschaftsteuer (0,4 Mrd. Euro) im Jahr 2021 wieder an.

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 5.239 Außenprüfungen durchgeführt. Im Jahr 2019 waren es indes noch 8.655. Grund für den starken Rückgang an Prüfungen in den vergangenen zwei Jahren ist die anhaltende Corona-Pandemie mit den einhergehenden Kontaktbeschränkungen. Die ca. 300 Thüringer Betriebsprüfer und Betriebsprüferinnen erzielten im Jahr 2021 ein steuerliches Mehrergebnis von insgesamt rund 73 Millionen Euro (Vorjahr: 60 Millionen Euro).

Daneben sind in Thüringen derzeit 57 Steuerfahnderinnen und Steuerfahnder tätig. Im vergangenen Jahr wurden 364 Fahndungsprüfungen und 129 Amts- und Rechtshilfeersuchen anderer Behörden erledigt. Dabei wurden 134 Strafverfahren eingeleitet und Mehrsteuern in Höhe von rund 20 Millionen Euro festgestellt.

Interessant ist auch, wie sich der Bund, das Land Thüringen und die Thüringer Gemeinden dieses Steueraufkommen teilen: Während sich Bund und Länder das Körperschaftsteueraufkommen hälftig teilen, gehen 51,2 % der Umsatzsteuern in den Thüringer Landeshaushalt und 45,1 % an den Bundeshaushalt. Der Rest (3,7 %) fließt den Thüringer Gemeinden zu. Von der Lohn- und Einkommensteuer gehen 15 % an die Thüringer Gemeinden. Bei dieser Steuerart wird der Rest wiederum hälftig zwischen Bund und Land Thüringen aufgeteilt.

Insgesamt 373.537 der für den Veranlagungszeitraum 2020 im Jahr 2021 veranlagten Steuererklärungen wurden durch die Thüringer Bürgerinnen und Bürger auf elektronischem Weg eingereicht. Von den für den Veranlagungszeitraum 2020 abschließend bearbeiteten Steuererklärungen wurden damit 72,7 Prozent auf elektronischem Weg eingereicht, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 0,4 Prozentpunkten entspricht. Mit dieser Quote belegt Thüringen den fünften Platz im bundesweiten Länderranking.

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