Die Geschäftsführung stellt sich vor

Christian Ruschel, Dipl.- Betriebswirt (FH), Steuerberater

Geschäftsführer und Gesellschafter der Ruschel & Coll. GmbH & Co. KG Steuerberatungsgesellschaft und Prokurist der Ruschel Audit & Consulting GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Als neuer Gesellschafter und Geschäftsführer seit dem 01.07.2018 eröffneten sich mir neue Herausforderungen, auf die ich gut vorbereitet wurde. Durch die familiäre Einbeziehung in den Anfängen des Unternehmens war mein Interesse für das Berufsfeld Steuerberater schon früh geweckt.

Eine Mitarbeit im Steuerbüro in den Ferien und später Semesterferien sowie meine Studienschwerpunkte Steuern und Rechnungswesen/Controlling festigten meine Entscheidung Steuerberater zu werden.

Der Weg zum Steuerberater ist ein physisch und psychisch sehr anstrengender Weg mit vielen Einschränkungen in sozialer und auch finanzieller Hinsicht. Ohne die Unterstützung durch meine Frau, die mir im Privaten den Rücken gestärkt und mich motiviert hat, meinen Vorgesetzten, die die notwendige Zeit bereitgestellt haben und meinen Kollegen, die meine Arbeiten übernommen haben, wäre das Vorhaben nicht möglich gewesen. Ausgehend von meinem abgeschlossenen Studium der Betriebswirtschaft im Jahre 2008 sammelte ich zunächst die notwendige praktische Erfahrung.

Nach der bestanden Prüfung wurde ich dann feierlich im März 2012 zum Steuerberater bestellt. Das Ziel, das Wirtschaftsprüferexamen abzulegen, steht zukünftig noch auf meiner persönlichen Agenda.

Privat engagiere ich mich als Mitglied des Steuerberaterverbandes Thüringen e.V. sowie der der Gladiatores-Schule für historische, europäische Kampfkünste. Meine Hobbys sind theoretische und erlebte mittelalterliche Geschichte, Historisches Schwertfechten, Reisen und Laufen.

Schließzeiten im Dezember und Januar

Wir möchten unsere Mandanten darüber informieren, dass unsere Büros in Erfurt und Stadtilm planmäßig am 21. Dezember 2018 letztmalig in diesem Jahr geöffnet sind. Über die Weihnachtsfeiertage bis zum 1.Januar 2019 haben wir geschlossen. Ab 2. Januar 2019 stehen Ihnen unsere Kolleginnen und Kollegen zu den gewohnten Bürozeiten für steuerliche Beratungen zur Verfügung.

Außerdem sind unsere Büros am 24. Januar 2019 aufgrund einer innerbetrieblichen Fortbildung ganztägig geschlossen. Da gleichzeitig am 24. und 25. Januar 2019 unser IT-System vollständig erneuert wird, bitten wir um Verständnis, falls es zu kurzzeitigen Störungen unserer Erreichbarkeit per Telefon oder E-Mail kommt.

Zu Besuch im Schloss Molsdorf

Schloss Molsdorf ist im Kern eine aus dem 16. Jahrhundert stammende Wasserburg. Der aus dem bürgerlichen Stand zum Reichsgrafen aufgestiegene Gustav Adolf von Gottern (1692 – 1762) übernahm 1734 das Schloss, um es zu einer der schönsten barocken Schloss- und Gartenanlagen Thüringens auszubauen. 1826 wurde der barocke Molsdorfer Park in einen Landschaftspark umgestaltet.

In dieses Schloss führte ein Ausflug unseres Teams Lohnbuchhaltung. Eine Führung durch die Festräume des Schlosses und anschließend ein Rundgang durch den Park, vermittelte Einblicke in das Leben und Wirken Gustav Adolfs von Gotter und in die Kunst und Architektur des 18. Jahrhunderts.

Gotters Lebensmotto „Vive la joie“ – Es lebe die Freude prägt auch heute noch die Atmosphäre im gesamten Schloss. Von dieser Freude ließ sich auch unsere Kollegin und gebürtige Molsdorferin Christel Gruß anstecken. Sie sagt: Hier ist meine Heimat und wer weiß es schon genau, vielleicht bin ich einer der vielen Nachkommen von Gustav Adolfs von Gotter.

Heiß ist nicht genug

Unter dem Motto „Heiß ist nicht genug“ trafen sich unsere Kollegen aus dem Team Finanzbuchhaltung auf der Dachterasse von SK Catering in Erfurt. Mit einem wundervollen Blick über Erfurt, einem Gläschen Sekt und einem leckeren Cocktail begann der kulinarischer3-Gänge-Grillabend.

Chefgriller Sven Krökel gab zunächst einen kleinen Überblick über die verschiedensten Grillmethoden. Und dann ging es los: von der Vorspeise bis zum Nachtisch wurde alles „heiß“ auf dem Grill zubereitet. Das Ergebnis begeisterte unsere Kollegen und viele überlegten schon, was man zur nächsten Grillsaison einmal selbst ausprobieren kann.

Berücksichtigung von Versandkosten bei der 44 €-Sachbezugsfreigrenze

Ein Arbeitgeber gewährte seinen Mitarbeitern monatlich Sachprämien, die dieser bei einem Unternehmen für jeweils 43,99 € zuzüglich einer Versand- und Handlingpauschale von 6 € bestellte. Das Finanzamt rechnete die Pauschale dem Wert der Sachzuwendungen hinzu. Weil dadurch die 44 €-Freigrenze überschritten war, erließ es gegen den Arbeitgeber einen entsprechenden Lohnsteuer-Nachforderungsbescheid.

Der Bundesfinanzhof stellte fest, dass die Versand- und Handlingkosten nicht zum Endpreis gehören, mit dem der Sachbezug zu bewerten ist. Vielmehr handelt es sich dabei um einen weiteren Sachbezug, sofern auch der Arbeitnehmer diese Kosten aufwenden müsste. Ist der Versand folglich als eigenständige Leistung ausgewiesen und nicht bereits im Einzelhandelsverkaufspreis enthalten, tritt der geldwerte Vorteil aus der Lieferung bei der Berechnung der 44 €-Freigrenze zum Warenwert hinzu.

Im entschiedenen Fall sah es das Gericht zudem als unwahrscheinlich an, dass bei den verschiedenen Sachprämien stets der gleiche abgerechnete Betrag von 43,99 € den jeweiligen Marktpreis darstellte. Für die Bewertung des Sachbezugs ist daher im Weiteren der niedrigste Einzelhandelsverkaufspreis festzustellen.

Anschaffungsnahe Herstellungskosten durch Beseitigung verdeckter Mängel nach Immobilienerwerb

Auch unvermutete Aufwendungen für Renovierungsmaßnahmen nach dem Erwerb einer Immobilie führen bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen zu anschaffungsnahen Herstellungskosten.

Baumaßnahmen, die ein Immobilienerwerber innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung eines Objekts durchführt, führen regelmäßig zu Anschaffungskosten, wenn die Aufwendungen ohne Umsatzsteuer mehr als 15 % des Gebäudewerts ausmachen (anschaffungsnahe Herstellungskosten). Hierunter zählen auch Renovierungsmaßnahmen, die lediglich zur Beseitigung von durch vertragsmäßigen Gebrauch des Mieters verursachten Mängeln bzw. zur Beseitigung verdeckter ‑ d. h. im Zuge der Anschaffung verborgen gebliebener, jedoch bereits vorhandener ‑ Mängel durchgeführt werden.

Ausdrücklich nicht zu anschaffungsnahen Herstellungskosten führen lediglich Aufwendungen für Erweiterungen sowie Erhaltungsarbeiten, die jährlich üblicherweise anfallen.

Hinweis: Kosten für Instandsetzungsmaßnahmen zur Beseitigung eines Schadens, der nachweislich erst nach dem Erwerb des Objekts durch schuldhaftes Handeln eines Dritten am Gebäude verursacht worden ist, unterliegen nicht der Regelvermutung für das Vorliegen anschaffungsnaher Herstellungskosten.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)

Sind Leistungen eines Sportvereins gegen gesondertes Entgelt umsatzsteuerfrei?

Der Bundesfinanzhof bezweifelt, dass ein Sportverein, der Leistungen an seine Mitglieder gegen ein gesondertes, über den Mitgliedsbeitrag hinausgehendes Entgelt erbringt, dies umsatzsteuerfrei tun kann. Entscheiden muss nun der Gerichtshof der Europäischen Union.

Im zugrunde liegenden Fall zahlten die Mitglieder eines Golfvereins nicht nur ihren Mitgliedsbeitrag. Für die Nutzung des Golfplatzes wurde zusätzlich eine „Greenfee“ fällig. Ebenso mussten sie für die Teilnahme an Turnieren und die Nutzung der Übungsbälle auf der „Driving Range“ ein Entgelt bezahlen. Das Finanzamt hielt diese gesondert an die Mitglieder erbrachten Leistungen für umsatzsteuerpflichtig und erließ einen entsprechenden Umsatzsteuerbescheid. Dagegen klagte der Golfverein.

Bisher hatte der Bundesfinanzhof die Ansicht vertreten, dass ein Sportverein sich insoweit auf europäisches Recht berufen kann, das zur Steuerfreiheit führt. Folgt der Gerichtshof der Europäischen Union den Zweifeln des Bundesfinanzhofs, wird es zu einer Änderung der Rechtsprechung kommen.

Steuerermäßigung bei Belastung mit Erbschaftsteuer

Ein Vater und sein Sohn gründeten eine GmbH, in die der Vater sein Einzelunternehmen einbrachte. Der Vater war an der GmbH zu 51 % beteiligt,der Sohn zu 49 %. Schenkungsteuer fiel aufgrund des persönlichenFreibetrags des Sohns von 400.000 € nicht an. Im folgenden Jahr starb derVater. Der Sohn erbte die GmbH-Anteile des Vaters. Jetzt fiel Erbschaftsteueran. Zwei Jahre später veräußerte der Sohn sämtliche Anteile an der GmbH.Dadurch erzielte er einen einkommensteuerpflichtigen Veräußerungsgewinn. DasFinanzamt minderte die Einkommensteuer aber nicht in dem vom Sohn beantragtenUmfang wegen der Belastung der Vorerwerbe mit Erbschaftsteuer.

Unterliegen Einkünfte der Einkommensteuer, die imVeranlagungszeitraum oder in den vorangegangenen vier Veranlagungszeiträumen durch einen Erwerb von Todes wegen mit Erbschaftsteuer belastet waren, kommteine Ermäßigung der Einkommensteuer in Betracht. Nicht begünstigt sind hingegensolche Einkünfte, die einer Vorbelastung mit Schenkungsteuer unterlegen haben. Im entschiedenen Fall gingen die Anteile jedoch teils durch Schenkung, teilsvon Todes wegen auf den Sohn über. Zur Ermittlung der begünstigten Einkünfte und der hierauf entfallenden anteiligen (begünstigten) Einkommensteuer ist derVeräußerungsgewinn in einem solchen Fall, ebenso wie der Freibetrag, aufzuteilen, so der Bundesfinanzhof.

Behandlung von Aufwendungen für Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen

In vielen Unternehmen steht die Weihnachtsfeier am Ende desJahrs vor der Tür. Bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr können fürMitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei ausgerichtet werden. Dies gilt,soweit die Kosten den Betrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmendem Arbeitnehmer nicht übersteigen. Es handelt sich hierbei um einenFreibetrag.

Wird die Wertgrenze überschritten, muss folglich nur derübersteigende Teil versteuert werden. Darüber hinaus ist Folgendes zu beachten:

  • Eine Betriebsveranstaltung liegt vor, wenn es sich um eine Veranstaltungauf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter handelt, z. B.Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern.
  • Die Veranstaltung muss allen Angehörigen des Betriebs, einesTeilbetriebs oder einer in sich geschlossenen betrieblichenOrganisationseinheit (z. B. einer Abteilung) zugänglich sein.
  • Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung sind alle Aufwendungendes Arbeitgebers inklusive Umsatzsteuer. Es spielt keine Rolle, ob dieAufwendungen einzelnen Arbeitnehmern individuell zurechenbar sind oder es sichum einen rechnerischen Anteil an den Kosten der Betriebsveranstaltung handelt, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet (z. B. Raummieten oder Kosten für einenEventplaner; auch Kosten für Begleitpersonen des Mitarbeiters müssenberücksichtigt werden).
  • Soweit solche Zuwendungen den Betrag von 110 € je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer nicht übersteigen, bleiben sie beim Arbeitnehmer steuerlich unberücksichtigt.
  • Übersteigen die Kosten je Betriebsveranstaltung den Freibetrag von110 € und/oder nimmt ein Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen teil, sind die insoweit anfallenden zusätzlichen Kosten steuerpflichtig.

Der Arbeitgeber kann diesen Arbeitslohn pauschal mit25 % versteuern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Veranstaltung allen Arbeitnehmern offensteht. Etwaige Geldgeschenke, die zwar im Rahmen einerBetriebsveranstaltung gemacht werden, aber kein zweckgebundenes Zehrgeld sind,unterliegen nicht der Pauschalierungsmöglichkeit.

Hinweis: Nach einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Köln gehen Absagen zur Weihnachtsfeier steuerlich nicht zulasten der feiernden Kollegen. Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.

Gewerbesteuer

Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zu Herstellungskosten für Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens

Dem Gewinn aus Gewerbebetrieb sind u. a. gewinnmindernd verbuchte Miet- und Pachtzinsen (einschließlich Leasingraten) für die Benutzung von beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die im Eigentum eines anderen stehen, anteilig hinzuzurechnen, soweit der insgesamt ermittelte Hinzurechnungsbetrag 100.000 € übersteigt.

Eine Baugesellschaft war der Auffassung, dass Mietzahlungen für von ihr angemietetes Zubehör für Baustelleneinrichtungen, wie Betonpumpen und -geräte, Kräne und Gerüste, nicht der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungsvorschrift unterliegen. Zur Begründung führte sie an, dass die Mietaufwendungen ‑ ähnlich wie Bauzeitzinsen ‑ in die Herstellungskosten des Umlaufvermögens einfließen. Dadurch verlören sie ihren Aufwandscharakter und führten nicht zu einer Gewinnminderung.

Dem widersprach das Schleswig‑Holsteinische Finanzgericht. Einer Hinzurechnung stehe nicht entgegen, dass es sich bei den Mieten um Herstellungskosten des Umlaufvermögens handele. Die Aufwendungen haben allein hierdurch den Charakter von Miet- und Pachtzinsen nicht verloren, da es im entschiedenen Fall nicht zur Aktivierung eines Wirtschaftsguts in der Bilanz gekommen sei. Vielmehr sei das hergestellte Wirtschaftsgut vor dem Bilanzstichtag aus dem Betriebsvermögen ausgeschieden.

Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.