Die Geschäftsführung stellt sich vor: Ivonne Dittmar

Ivonne Dittmar

„Ich bin die Neue“ kann ich schon seit längerer Zeit nicht mehr sagen. Denn bereits seit September 2014 bin ich als Steuerberaterin bei Ruschel & Collegen tätig.

Im September 1993 begann ich meine Ausbildung zur Fachgehilfin für steuer- und wirtschaftsberatende Beruf in einer Kanzlei in Erfurt. Nach Abschluss meiner Ausbildung konnte ich in meinem Ausbildungsbetrieb bleiben und absolvierte dort 2009 meine Fortbildung zum Steuerfachwirt. Im März 2010 wurde ich dann, nach bestandener Prüfung, zur Steuerberaterin bestellt. Die Kanzlei, bei der ich der damals angestellt war, wurde an eine größere Gesellschaft verkauft und ich habe die Niederlassungsleitung in Erfurt übernommen. 2014 habe ich mich dann neu orientiert.

Ich will meinen Beruf so leben, dass sich meine Mandanten verstanden fühlen, dass Mitarbeiter ihre Leistungen voll ausschöpfen können und motiviert im Team mit mir alles geben, um den Mandanten ein sicheres Gefühl zu geben. Insbesondere der persönliche Umgang mit Kollegen und Mandanten ist mir sehr wichtig. Das alles habe ich bei Ruschel und Collegen gefunden. Eine innovative Kanzlei mit tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als Teamleiterin im Bereich Finanzbuchhaltung habe ich zunächst Führungsverantwortung für eines der größten Teams in der Kanzlei übernommen. 2016 legte ich erfolgreich die Prüfung zur Fachberaterin im Gesundheitswesen ab. Parallel habe ich unseren Fachbereich für Mandanten aus dem Bereich Gesundheitswesen weiterentwickelt.

Eine besonders angenehme Aufgabe ist für mich die Niederlassungsleitung unserer Zweigstelle in Stadtilm. Das ist für mich einfach perfekt, da ich mit meiner Familie in einem kleinen Örtchen der Gemeinde Wipfratal lebe und in der Region stark verwurzelt bin.

Für mich war das Angebot, Partner bei Ruschel & Coll. zu werden, eine Chance aktiv an der Entwicklung der Kanzlei mitzuwirken. Unser Steuerbüro soll auch weiterhin ein Unternehmen bleiben, in dem die Mitarbeiter die Chance haben, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen. Ein fairer und offener Führungsstil gehört da ebenso dazu wie anspruchsvolle und vielfältige Aufgabenbereiche.

Neue Konditionen für Datev-Software

Viele unserer Mandanten nutzen bereits Softwarelösungen der Datev. Insbesondere das Produktpaket „Unternehmen Online“ wird häufig für die digitale Abwicklung der Buchhaltungsprozesse und den Datenaustausch zwischen Unternehmen und Steuerbüro genutzt.

Datev hat uns informiert, dass die monatliche Nutzungsgebühr (Grundpreis) für „Datev Unternehmen Online“ von bisher 9,00 EUR ab 01.01.2019 auf 10,50 EUR angehoben wird. Außerdem werden für telefonische und schriftliche Anfragen an das Datev-Logistikcenter seit 1.10.2018 pauschal 9,00 EUR je Anfrage in Rechnung gestellt.

Im Regelfall haben wir für unsere Mandanten dem sogenannten „Mandantendirektgeschäft“ mit Datev zugestimmt. Somit kann Datev die in Anspruch genommenen Leistungen direkt gegenüber unseren Mandanten abrechnen. In allen anderen Fällen bitten wir um Verständnis, dass wir die uns berechneten Datev-Kosten auch zu den neuen Konditionen an unsere Mandanten weiterberechnen werden.

Abenteuer-Rätsel–Spaß im Maislabyrinth

Am 20.08.2018 verschlug es unser Team „private Steuern“ auf der Suche nach Abenteuer – Rätsel und Spaß in das Maislabyrinth Erfurt. Unsere Kolleginnen und Kollegen irrten in hohen Mais-Gängen umher, um das Lösungswort in Form von einzelnen Buchstaben auf Holzpfeilern zu finden.

Dass unser Team „private Steuern“ beruflich nicht orientierungslos ist, beweisen sie bei der täglichen Arbeit im Einkommensteuerdschungel. Aber auch im Mais-Labyrinth haben sie den Weg zum Ausgang und das richtige Lösungswort gefunden. Im Ziel konnte noch ein Blick von oben über das Labyrinth geworfen werden, bevor anschließend im Park-Café Isa das Teamevent ausklang.

Neues Ausbildungsjahr hat begonnen

Wie in den vergangenen Jahren auch engagiert sich Ruschel & Collegen sehr stark für die Nachwuchsausbildung in der Steuerberatungsbranche. In diesem Jahr haben wir vier Ausbildungsplätze neu besetzt.

Olga König und Manuel Hoppe haben die dreijährige Ausbildung zu Steuerfachangestellten in unserem Büro begonnen.

Zusätzlich konnten wir mit Stefanie Huhn eine Auszubildende übernehmen, welche die Ausbildung bereits im 2. Ausbildungsjahr bei uns fortsetzt.

Johannes Vogler komplettiert das Azubi-Quartett. Er absolviert bei uns eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation.

Nachzahlungszinsen könnten ab 2015 verfassungswidrig hoch sein

Ein Ehepaar musste im Jahr 2017 nach einer Außenprüfung Einkommensteuer nachzahlen. Gleichzeitig setzte das Finanzamt für den Zeitraum April 2015 bis November 2017 Nachzahlungszinsen von etwa 240.000 € fest. Das Ehepaar legte gegen die Zinsfestsetzung Einspruch ein und beantragte die Aussetzung der Vollziehung.

Der Bundesfinanzhof gab dem Aussetzungsantrag statt. Bei summarischer Prüfung hatte er für Verzinsungszeiträume ab dem Jahr 2015 schwerwiegende Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Zinsregelung. Danach betragen die Zinsen für jeden Monat einhalb Prozent einer nachzuzahlenden oder zu erstattenden Steuer.

Hinweis:
Zur Frage, ob der gesetzliche Zinssatz für Veranlagungszeiträume ab 2010 bzw. ab 2012 verfassungsgemäß ist, liegen dem Bundesverfassungsgericht bereits Verfassungsbeschwerden vor. Über diese wird voraussichtlich noch im Jahr 2018 entschieden werden.

Geschäftsführer einer GmbH sind regelmäßig sozialversicherungspflichtig

Geschäftsführer einer GmbH unterliegen grundsätzlich den Weisungen der Gesellschafter und sind deshalb regelmäßig als abhängig beschäftigt und damit als sozialversicherungspflichtig anzusehen. Dies hat das Bundessozialgericht entschieden.

Eine Ausnahme gilt für Geschäftsführer, die zugleich Gesellschafter der GmbH sind, wenn sie durch Einflussnahme auf die Gesellschafterversammlung die Geschicke der Gesellschaft bestimmen können. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn ein Geschäftsführer mindestens 50 % der Anteile am Stammkapital hält. Bei einer geringeren Kapitalbeteiligung bedarf es ausdrücklicher Regelungen im Gesellschaftsvertrag über eine umfassende und unentziehbare Sperrminorität, sodass es dem Geschäftsführer möglich ist, ihm nicht genehme Weisungen der Gesellschafterversammlung zu verhindern.

Dementgegen kommt es nicht darauf an, ob ein Geschäftsführer einer GmbH im Außenverhältnis weitreichende Befugnisse besitzt oder ihm etwaige Freiheiten, z. B. bei den Arbeitszeiten, eingeräumt werden. Entscheidend sind vielmehr die rechtlich durchsetzbaren Einflussmöglichkeiten auf die Beschlüsse der Gesellschafterversammlung.

Keine anteilige Verdienstgrenze mehr bei kurzfristiger Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn der Beschäftigte von seinem Arbeitgeber nur mit einem zeitlich geringfügigen Arbeitseinsatz betraut ist und ihm keine weiteren Arbeitseinsätze in Aussicht gestellt werden. Das heißt, dass die Beschäftigung von vornherein auf max. drei Monate bzw. 70 Arbeitstage befristet ist. Grundsätzlich unterliegen diese sog. kurzfristigen Minijobs keiner Verdienstobergrenze. Die Beschäftigung ist sozialversicherungsfrei. Es fallen lediglich geringe Abgaben, z. B Krankheits- und Mutterschaftsumlage, an.

Übersteigt das Entgelt jedoch 450 € im Monat, müssen Arbeitgeber prüfen, dass keine Berufsmäßigkeit vorliegt. Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass die monatliche Entgeltgrenze von 450 € auch bei sehr kurzen Beschäftigungen unter einem Monat gilt. Die Ermittlung einer anteiligen monatlichen (tageweisen) Verdienstgrenze entfällt damit. Folglich können Arbeitgeber auch für nur wenige Tage bis zu 450 € zahlen und eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung melden.

Hinweis:
Ab 2019 darf eine kurzfristige Beschäftigung nur noch max. zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage dauern.

Hinzuschätzung erheblichen formellen Mängeln der Aufzeichnungen der Bareinnahmen

Bei erheblichen formellen Mängeln der Bareinnahmen-Aufzeichnungen kann aufgrund einer Quantilsschätzung hinzugeschätzt werden. Das Ergebnis muss aber durch weitere Erkenntnisse, z. B. Ergebnisse einer stochastischen Untersuchung, und eine partielle Nachkalkulation gestützt werden. Außerdem dürfen anderweitige Schätzmethoden, wie eine Geldverkehrsrechnung und eine Ausbeutekalkulation, nicht in Betracht kommen.

Vor dem Finanzgericht Hamburg wehrte sich der Wirt eines griechischen Lokals gegen die Zuschätzung zu seinem Gewinn. Der Wirt benutzte eine Registrierkasse, zog aber die Tagesendsummenbons (Z-Bons) nicht immer täglich, sondern teilweise für mehrere Tage, und führte kein Kassenbuch. Im Rahmen einer Betriebsprüfung erkannte die Prüferin das Fehlen von Sonntagen in den Aufzeichnungen und berechnete die Hinzuschätzung mittels der sog. Quantilsschätzung unter Berücksichtigung eines Rohgewinnaufschlagsatzes von 296 %.

Zu Recht, entschied das Gericht. Die Aufzeichnungen waren mangelhaft und sind manipuliert worden. Andere Schätzungsformen schieden von vornherein aus. U. a. scheiterte eine Ausbeutekalkulation für Speisen und Getränke daran, dass der Wirt die von ihm verwendeten Speisekarten nicht vorgelegt hatte und weder die verkauften Speisen noch deren Verkaufspreise nachträglich festgestellt werden konnten.

Der Bundesfinanzhof muss möglicherweise abschließend entscheiden.

Bekanntgabe eines Vorsteuervergütungsbescheids mit einfacher E-Mail

Ein in den Niederlanden ansässiges Unternehmen hatte gegen die Ablehnung der beantragten Vorsteuervergütung verspätet Einspruch eingelegt. Es machte geltend, dass der per EMail übermittelte Bescheid nicht wirksam bekannt gegeben worden sei.

Das Finanzgericht Köln hingegen hält die Bekanntgabe eines Vorsteuervergütungsbescheids per EMail ohne qualifizierte elektronische Signatur und ohne Verschlüsselung für rechtmäßig. Die Übermittlung elektronischer Dokumente ist zulässig, soweit der Empfänger hierfür einen Zugang eröffnet. Ein elektronisches Dokument gilt als zugegangen, sobald es für den Empfänger in bearbeitbarer Weise aufgezeichnet bzw. gespeichert worden ist. Dies gilt auch für die Bekanntgabe eines Vorsteuervergütungsbescheids. Der Bescheid ist schriftlich zu erteilen. Die Wirksamkeit eines schriftlich zu erlassenden Steuerbescheids setzt keine qualifizierte elektronische Signatur voraus. Das Erfordernis der „Schriftlichkeit“ ist nicht ohne Weiteres gleichzusetzen mit dem Erfordernis „Schriftform“.

Gewährung des vollen Gewerbesteuerfreibetrags auch bei Wechsel der Steuerschuldnerschaft während des Erhebungszeitraums

Scheidet der vorletzte Gesellschafter während eines Jahrs aus einer Personengesellschaft aus, wird aus der Personengesellschaft ein Einzelunternehmen. Damit liegen für das Jahr des Ausscheidens zwei Steuerschuldner (Personengesellschaft und Einzelunternehmer) vor.

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs ist in diesem Fall der Gewerbesteuermessbetrag auf der Grundlage des Gewerbeertrags des gesamten Jahrs unter Berücksichtigung des vollen Freibetrags zu ermitteln und sodann im prozentualen Verhältnis der von den beiden Steuerschuldnern erzielten Gewerbeerträge aufzuteilen.

Hinweis:
Das Gericht widerspricht damit der Vorgehensweise der Finanzverwaltung, wonach für jeden der Steuerschuldner eine Steuermessbetragsfestsetzung aufgrund des von ihm erzielten Gewerbeertrags durchgeführt wird und dabei der Freibetrag in Höhe von 24.500 € auf jeden entsprechend der Dauer seiner persönlichen Steuerpflicht aufgeteilt wird.