Keine Ersatzerbschaftsteuer bei einer nichtrechtsfähigen Stiftung

Das Vermögen von Stiftungen, die wesentlich im Interesse einer Familie oder bestimmten Familien errichtet wurden (Familienstiftungen) unterliegt im Abstand von 30 Jahren beginnend mit dem Zeitpunkt des ersten Übergangs von Vermögen auf die Stiftung der Erbschaftsteuer (Ersatzerbschaftsteuer). Hintergrund dieser Regelung ist, Gestaltungen zur Vermeidung von Erbschaftsteuer zu unterbinden. Da an einer Stiftung keine Beteiligung bestehen kann, die vererbt und dann versteuert wird, wird alle 30 Jahre ein Erbgang fingiert.

Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass die Ersatzerbschaftsteuer nur von Familienstiftungen zu zahlen ist, die rechtsfähig sind. Bei einer nichtrechtsfähigen Stiftung ist ein Treuhänder Träger des Stiftungsvermögens. Da das Vermögen der Stiftung dem Treuhänder gehört, kann es nicht bei der Stiftung mit Erbschaftsteuer belegt werden.

Businessfrühstück Erbrecht und Erbschaftsteuer am 21.03.2017

Am 21.03.2017 laden wir Sie um 9:00 Uhr zu unserem nächsten Businessfrühstück in das „Businessloft“, Spielbergtor 19b in Erfurt ein. In der ersten Veranstaltung in diesem Jahr widmen wir uns dem Thema Erbrecht und Erbschaftsteuer. Steuerberaterin Steffi Lorenz (Ruschel & Coll.) und Rechtsanwalt Heinz-Jochen Spilker (Spilker & Coll.) zeigen sowohl rechtliche als auch steuerliche Fallstricke rund um die Erbschaft auf. Darüber hinaus werden Lösungsansätze zu diversen Vorsorgekonzeptionen diskutiert.

Wie gewohnt, dürfen sich unsere Gäste auch auf ein reichhaltiges Frühstücksbuffet freuen.  Unsere Referenten stehen Ihnen im Anschluss an die Vorträge für individuelle Anfragen zur Verfügung.

Der Veranstaltungsort „Businessloft“ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Erfurter Hauptbahnhof. Bei der Anreise mit dem PKW befinden sich im Umfeld des Veranstaltungsortes diverse Parkmöglichkeiten.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Wir bitten aber aus organisatorischen Gründen um Ihre verbindliche Anmeldung bis spätestens 20.03.2017 (Telefon: 0361-340 66 21 oder E-Mail: Workshop@ruschel-collegen.de)

Schnipp, Schnapp – Krawatte ab!

Schnipp, Schnapp – Krawatte ab!

In diesem Jahr haben sich unsere beiden Kollegen Marco Blaurock und Sebastian Schillig extra für Weiberfasching eine Krawatte umgebunden. Doch von ihrer Chefin Annette Sachse wurden an diesem Donnerstag die Schmuckstücke nur kurzzeitig toleriert: Schnipp, Schnapp – dann war die Krawatte ab!

 

Weihnachtszeit ist Spendenzeit

Alljährlich steigt in der Weihnachtszeit die Bereitschaft, für einen guten Zweck zu spenden. Da ist es wichtig zu wissen, worauf man als Spender achten muss, um in den Genuss des steuerlichen Vorteils zu kommen. Wichtigstes Dokument dafür ist das Original der Zuwendungsbestätigung (auch Spendenbescheinigung genannt). Ausgestellt werden darf diese nur durch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (Stadt, Schule, etc.) oder eine gemeinnützige mildtätig oder kirchliche Einrichtung.

bild2Als Spender sollte man darauf achten, dass auf der Zuwendungsbestätigung die Steuernummer und das Finanzamt der ausstellenden Einrichtung enthalten sind. Außerdem darf das angegebene Datum des aktuellen Freistellungsbescheides nicht älter als 5 Jahre bzw. das Datum des Bescheides nach § 60a Abgabenordnung nicht älter als 3 Jahre sein. Bei Sachspenden muss der Spender der ausstellenden Einrichtung zwingend Angaben zu Kaufpreis, Alter und Zustand des gespendeten Gegenstandes machen, damit die Einrichtung den Wert ordnungsgemäß bescheinigen kann.

Für Unternehmen, die spenden möchten, ist wichtig zu wissen, dass mit der Spende keine Werbung durch die steuerbegünstigte Körperschaft verbunden sein darf. Ist dies gewollt, muss dafür statt einer Zuwendungsbestätigung eine Sponsoring-Rechnung ausgestellt werden.

Viele Spender möchte wissen, wie ihre Spenden verwendet werden. Die Bürgerstiftung Erfurt geht in diesem Jahr einen neuen Weg bei der Verwendung von Spendengeldern. Neben der Förderung konkreter Initiativen und Projekte für eine nachhaltige Entwicklung in Erfurt soll das Erfurter SpendenParlament auch ehrenamtliches Engagement, persönliche Verantwortungsbereitschaft und demokratische Teilhabe fördern.

Die Idee, Spender in einem demokratischen Verfahren über die Vergabe ihrer Spenden entscheiden zu lassen, ist relativ jung und neu für Erfurt. Anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens will die Bürgerstiftung diese Idee in Erfurt etablieren und zum Erfolg führen.

Simone Rau, Mitarbeiterin im Team Sekretariat/Kanzleiorganisation bei Ruschel & Collegen, gehört zu den drei ersten Spendenparlamentariern. Sie weiß: Der Aufbau und die Entwicklung des Erfurter Spendenparlaments erfordert ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement. Gemeinsam mit weiteren Parlamentariern sucht sie „Spendierhosenträger“, die die BürgerStiftung Erfurt beim Start des Projektes unterstützen und bei der erfolgreichen Umsetzung begleiten wollen.

Die Bürgerstiftung fördert und vernetzt Engagements von Bürgern in Verbindung mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Erfurt. Zusammen wollen die Spendenparlamentarier, auch mit kleinen Geldbeträgen, mehr bewegen und Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.erfurter-spendenparlament.de.

Ilona Ruschel mit Mittelstandspreis „Unternehmerin des Jahres 2016“ geehrt

Bereits seit 18 Jahren verleiht der BVMW (Bundesverband mittelständischer Wirtschaft) – Landesverband Thüringen den Mittelstandspreis „Unternehmer/in des Jahres“. 2016 hat die Jury des Erfurter BVMW-Kreisverbandes Ilona Ruschel einstimmig zur Unternehmerin des Jahres gewählt.

Preisverleihung im Erfurter Rathaussaal
Preisverleihung im Erfurter Rathaussaal

Die  feierliche Preisverleihung fand am 20.09.2016 im Erfurter Rathausaal im Beisein zahlreicher Gäste statt. Gerald Bitterberg, Leiter des BVMW-Kreisverbandes, würdigte bei der Preisübergabe sowohl das unternehmerische, als auch das soziale Engagement von Ilona Ruschel. Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein.

 

Zuschüsse von Kommunen können Steuerpflicht auslösen

Dass Sportvereine sich mehr und mehr selbst um ihre von der Kommune überlassenen Sportstätten und –anlagen kümmern müssen, um diese in gepflegtem und gewartetem Zustand für Zwecke des Sports vorzufinden, ist längst bekannt. Da ist es gut, wenn sich die Kommunen wenigstens mit einem finanziellen Beitrag an der Pflege und Wartung der Anlagen beteiligen. Doch bei der steuerlichen Behandlung des sogenannten Zuschusses ist Vorsicht geboten. Im Rahmen der LSB-Fortbildungen zum Vereinssteuerrecht wiesen wir mehrmals auf die drohende Gefahr hin.

Nun ist es sicher: Der Zuschuss, den eine Kommune an den Sportverein im Rahmen eines Vertragsverhältnisses für die Pflege und Wartung der in ihrem Besitz stehenden Sportanlagen zahlt, stellt einen Leistungsaustausch dar mit der Folge, dass dieser Zuschuss der Umsatzsteuer unterliegt. Eine Zuordnung zum (steuerbegünstigten) Zweckbetrieb kann nicht vorgenommen werden, so dass der Zuschuss durch die zwangsläufige Zuordnung in den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb mit 19% der Umsatzsteuer unterworfen werden muss und auch der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer unterliegt. Weiterhin kann für Leistungen, die die Mitglieder dafür ehrenamtlich erbringen keine steuerfreie Ehrenamtspauschale gezahlt werden.

Diese steuerliche Würdigung des Zuschusses wurde in einem durch den Landessportbund Thüringen e.V. initiierten und unterstützten Rechtsstreit durch das Finanzgericht Thüringen vorgenommen. Mit verheerenden Auswirkungen für die Sportvereine, die ihre Anlage selbst in Schuss halten.

Dazu folgendes Beispiel:

Ein Sportverein erhält von der Kommune auf der Basis eines Vertrages einen Betrag von jährlich 5000 € dafür, dass er die Sportanlage regelmäßig pflegt, Rasen mäht und kleinere Reparaturen durchführt. Diese Arbeit wird durch 5 ehrenamtliche Mitglieder des Vereins gemacht, die am Ende des Jahres eine kleine finanzielle Entschädigung von je 100 € erhalten. Diese Tätigkeit führt zu folgendem Teilergebnis:

berechnung

Die Einnahmen der Kommune unterliegen beim Sportverein der 19%igen Umsatzsteuer, d.h. es müssen aus den 5000 € 19 % (= 798,32 €) herausgerechnet und an das Finanzamt abgeführt werden. Vereine, die umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer sind (Grenze: 17.500 €) brauchen diese Umsatzsteuer jedoch nicht abzuführen.

Da der Zuschuss dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zugeordnet wird, muss auf den Teilgewinn, der auf diese Tätigkeit entfällt, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer gezahlt werden. Abhängig vom Hebesatz der jeweiligen Gemeinde werden hierfür ca. 30% (= 1.350 €) fällig, aber nur, wenn der Verein die sogenannte Besteuerungsfreigrenze von 35.000 € pro Jahr überschritten hat, d.h. wenn er insgesamt mit allen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben (dazu gehört auch der Zuschuss) mehr als 35.000 € erzielt hat. Bleibt er unter diese Grenze, fällt keine Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer an. Außerdem hat jeder Verein noch einen Freibetrag von 5.000 € jährlich. In unserem Beispiel sei unterstellt, dass dieser Freibetrag bereits durch andere steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe (Sponsoring, Verkauf von Speisen und Getränken, Trikotwerbung etc.) ausgeschöpft ist.

Weiterhin müssen die ehrenamtlichen Helfer die erhaltenen 100 € pro Person versteuern, da der Ehrenamtsfreibetrag im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nicht angesetzt werden darf. Da sie sich in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis befinden, muss der Verein dafür die Steuern und Sozialabgaben zahlen. Behandelt er sie als Aushilfen, muss er 30% an die Bundesknappschaft abführen.

Die Gesamtsteuern für den Zuschuss betragen demnach 2.148,32 € (1.350 € Körperschaftsteuer  plus Gewerbesteuer plus 798,32 € Umsatzsteuer). Hinzu kommen die Abgaben für die Aushilfen in Höhe von insgesamt 150 €.

Oftmals wird ein derartiger Sachverhalt im Rahmen einer Betriebsprüfung (steuerliche Tiefenprüfung) festgestellt. Diese findet meistens für drei Jahre statt, d.h. die drei zurückliegenden Jahre werden durch einen Betriebsprüfer des Finanzamtes intensiv geprüft. Steuernachzahlungen ergeben sich dann gleich für drei Jahre und können den Verein in große finanzielle Schwierigkeiten bringen, die schlimmstenfalls zur Insolvenz des Vereins führen können. Das musste erst kürzlich ein Thüringer Sportverein erfahren, der die erheblichen Steuerforderungen auf den Zuschuss der Kommune nicht zahlen konnte und daraufhin in Insolvenz gehen musste. Es ist damit zu rechnen, dass die Finanzämter – auch aufgrund der brisanten Berichterstattung – die Zahlungen der Kommunen näher beleuchten und viele andere Sportvereine mit Steuerforderungen konfrontiert werden.

Erfahren Sie mehr zum Thema Sport & Steuern auf unserer NPO Seite:
http://www.ruschel-nonprofit.de/sportundsteuern_Die-Gemeinnuetzigkeitserklaerung-eines-Sportvereins.html

Steuerberaterverband Thüringen Arbeitskreis Kommunen

Am 07.04. 2016 traf sich der Arbeitskreis Kommunen des Steuerberaterverbandes Thüringen.

Auch von unserer Seite ein herzliches Dankeschön an alle Kollegen für den offenen Austausch von Meinungen und Gedanken. Wir sehen uns im Herbst wieder.

Bildquelle: Steuerberaterverband Thüringen @ facebook
https://www.facebook.com/Steuerberaterverband-Thüringen-365920743594042/

Steuerberaterverband Thüringen @ facebook.com

NPO Abend März 2016

pdf-icon-64x64Am 17.03.2016 hat unsere diesjährige Informationsveranstaltung für gemeinnützige Organisationen statt gefunden. Das Skript zur Veranstaltung können Sie direkt über unsere Homepage herunterladen. http://www.ruschel-nonprofit.de/pix/download/Praesentation_NPO_Abend_03_2016.pdf
Die Datei ist mit einem Passwort geschützt.

Die Themen des Abends:

  • Verein – vereint?! 
    Tipps für die erfolgreiche Vorstandsarbeit
    Gastrednerin Frau Dr. Barbara Topp, Geschäftsführerin der toppmanagement Erfurt
  • Ordnungsgemäße Kassenbuchführung
    Steffi Lorenz, Steuerberaterin
  • Aktuelles aus dem Steuerrecht für gemeinnützige Einrichtungen 
    Annette Sachse, Steuerberaterin
  • Umsatzsteuer für gemeinnützige Organisationen 
    Sebastian Schillig, Steuerfachwirt, Stiftungsberater
  • Sonderprüfungen in gemeinnützigen Einrichtungen 
    Dipl.-Betriebswirt (FH) Christian Ruschel, Steuerberater
  • Lohnabrechnung für gemeinnützige Organisationen 
    Team Lohn und Gehalt
  • Digitale Buchführung 
    Christian Bischoff, Steuerfachwir

Bilder und Impressionen vom Abend folgen in Kürze.

 

Der Tätigkeitsbericht für das Finanzamt

Neben einer zahlenmäßigen Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben verlangt das Finanzamt von gemeinnützigen Einrichtungen für jedes Jahr auch einen Tätigkeitsbericht. Vorstände sind hier oft verunsichert, was in diesem Bericht aufgenommen und wie es dargestellt werden soll. In der Tat lauern hier Fallen – vor allem kann der Tätigkeitsbericht nähere Prüfungen durch das Finanzamt provozieren.

taetigkeitsbericht

Inhalte des Tätigkeitsberichts sind typischerweise:

  • Art, Zahl und Umfang (Teilnehmerzahlen) der Veranstaltungen, Kurse, Projekte usw.
  • Zahl der betreuten Personen, aktiven Sportler usw.
  • Vorhandene Abteilungen und Tätigkeitsbereiche (zum Beispiel Sportarten)
  • Teilnahme an Sportveranstaltungen (Wettkämpfe, Turniere, Ligen usw.)
  • Besondere Daten (zum Beispiel 20-Jahr-Feier)
  • Art und Umfang öffentlicher Förderung
  • Kooperation mit anderen Organisationen
  • Besondere Projekte (Darstellung der Angebote, Zahl der Teilnehmer usw.)
  • Ehrenamtliche Helfer und Übungsleiter

Typische Fehler im Tätigkeitsbericht
Vermieden werden sollte der Eindruck, zweckfremde Tätigkeiten würden eine nennenswerte Rolle spielen. Festveranstaltung, gastronomische Betriebe oder Sponsorships sollten also nicht ins Zentrum der Darstellung rücken. Oft werden typische Tätigkeiten nur nebensächlich dargestellt, weil sie unbedeutend erscheinen. Sonderveranstaltungen erhalten dagegen ein zu großes Gewicht. Das ist ein Problem, wenn diese Sonderveranstaltungen nicht zweckbezogen sind (zum Beispiel Festveranstaltungen).