Alle Jahre wieder….

bringt der Jahreswechsel zahlreiche Änderungen im Steuer- und Sozialrecht. Auch für 2017 gibt es Neuerungen, über die wir Sie informieren möchten, damit Sie auch 2017 mit uns gut durch das Steuerjahr kommen.

Ab dem 01.01.2017 erhöht sich der Grundfreibetrag von 8.652 Euro auf 8.820 Euro. Für Ehegatten verdoppelt sich dieser Betrag bis zu dem das Einkommen steuerfrei ist.

Familien dürfen sich über mehr Kindergeld freuen. Für das erste und zweite Kind werden kommendes Jahr 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro und für jedes weitere Kind 223 Euro gezahlt. Korrespondierend hierzu steigt der Kinderfreibetrag von derzeit 7.248 Euro auf 7.356 Euro. Sofern Sie beispielsweise Ihre Kinder unterstützen, für die Sie keinen Kinderfreibetrag erhalten, sind diese Unterhaltsleistungen 2017 bis 8.820 Euro absetzbar.

Rentenversicherungsbeiträge sind im kommenden Jahr mit höheren Beträgen absetzbar. Bis zu 23.362 Euro dürfen das Einkommen mindern. Im Gegenzug dazu sinkt der steuerfrei Anteil an der Rente für Neurentner die ab dem 01.01.2017 erstmalig eine Rente beziehen um zwei Prozent. Es bleiben nur noch 26 Prozent steuerfrei.

Die Umlage 1, die für Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit (U1) erhoben wird, sinkt zum 1. Januar 2017 von 1,0 Prozent auf 0,9 Prozent. Der Erstattungssatz beträgt unverändert 80 Prozent. Auch der Umlagesatz für das Insolvenzgeld sinkt 2017 leicht auf 0,09 Prozent.

Für Spenden, die nach dem 01.01.2017 gemacht werden, braucht der Spendennachweis nicht mehr der Einkommensteuererklärung beigefügt werden. Die Bescheinigung braucht dem Finanzamt nur noch auf Anforderung vorgelegt werden. Allerdings müssen Sie die Bescheinigungen jedoch mindestens bis ein Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheides aufbewahren.

Die Grenze für Kleinbetragsrechnungen wird voraussichtlich von 150 Euro auf 200 Euro steigen. Damit müssen Unternehmer in Rechnungen über 200 Euro umfangreiche Rechnungsangaben machen. Bis dahin genügt es, wenn aus der Rechnung der Name und die Adresse des Rechnungsausstellers, das Rechnungsdatum, Art und Menge der gelieferten Gegenstände sowie Entgelt und Steuersatz erkennbar sind.

Neben diesen Änderungen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Steuerrechtsänderungen, bei denen wir Sie gerne mandatsbezogen individuell beraten.

Auch im kommenden Jahr werden wir Ihnen wie gewohnt gern zur Seite stehen und mit Ihnen die Herausforderungen 2017 meistern.

Betriebsferien bei Ruschel & Collegen

Wie in jedem Jahr ist die Vorweihnachtszeit auch 2016 in der Steuerberatungsbranche besonders arbeitsintensiv. Aber ab dem 24. Dezember freuen sich auch unsere Mitarbeiter auf erholsame Weihnachtsfeiertage. Deshalb bleiben unsere Niederlassungen in Erfurt und Stadtilm vom 27. Dezember bis 30. Dezember geschlossen.

Im neuen Jahr stehen wir Ihnen ab 2. Januar für alle Fragen rund um das Steuerrecht wieder zur Verfügung.

Herzlich Willkommen Michèle Wahner

Wir freuen uns, in diesem Monat eine weitere neue Kollegin bei uns begrüßen zu dürfen. Michèle Wahner ist seit Dezember 2016 für Ruschel & Collegen tätig. Nach ihrem Bachelorstudium „Mehrsprachige Kommunikation“ an der Fachhochschule Köln war Frau Wahner zunächst als Fremdsprachensekretärin beschäftigt.

Die Umschulung zur Steuerfachangestellten schloss sie 2013 erfolgreich ab. Frau Wahner übernimmt bei Ruschel & Collegen Finanzbuchhaltungsaufgaben, insbesondere für unsere gemeinnützigen Mandanten. Unter der Telefonnummer 0361-744384812 und der E-Mail-Adresse michele.wahner@ruschel-collegen.de ist Frau Wahner erreichbar.

Zwischen Traumurlaub und Mondlandung

Ein außergewöhnliches Event erlebten unsere Kollegen aus der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsabteilung am 24. November im „Escape Room Erfurt“. Innerhalb von 60 Minuten mussten drei Teams in verschlossenen Räumen diverse Rätsel lösen, um am Ende den richtigen Schlüssel für die Ausgangstür zu finden.

Während ein Team auf Mördersuche in skandinavischen Wäldern unterwegs war, spürte das zweite Team einen verlorenen Piratenschatz auf. Die dritte Mannschaft versuchte nach einer missglückten Mondlandung den Funkkontakt mit der Basis herzustellen, um zurück zur Erde zu gelangen.

Die diversen Rätsel in allen drei Räumen waren zwar knifflig, konnten aber schließlich im Team erfolgreich gelöst werden. Bei russischen Spezialitäten klang der Rätselabend im Erfurter Restaurant „Russki Dwor“ aus.

Bundesgerichtshof vereinfacht Betriebskostenabrechnung

Vermieter haben künftig größeren Spielraum bei der Gestaltung der jährlichen Nebenkostenabrechnung. Legen sie z. B. die Kosten für Wasser, Abwasser und Müllabfuhr auf mehrere Gebäude um, müssen die Rechenschritte nicht mehr aus der Abrechnung ersichtlich sein, hat der Bundesgerichtshof entschieden.

Damit hat das Gericht seine bisherige strenge Linie geändert, wonach eine in der zuvor beschriebenen Art und Weise durchgeführte Nebenkostenabrechnung bisher deren Unwirksamkeit zur Folge gehabt hätte. Zur Begründung verwiesen die Richter darauf, dass bereits in den vergangenen Jahren in anderen Entscheidungen mehrfach betont worden sei, dass an eine Nebenkostenabrechnung keine zu hohen Anforderungen zu stellen seien. So solle sich nicht nur der Aufwand für den Vermieter in Grenzen halten. Auch der Mieter habe ein Interesse daran, dass die Abrechnung übersichtlich bleibe und nicht zu viele Details enthalte.

In dem Fall teilten sich mehrere Gebäude einer Wohnanlage einen Müllplatz und zwei Heizstationen. Bei der Abrechnung hatte der Vermieter die Gesamtkosten nach Wohnfläche auf die Gebäude verteilt und dann auf die einzelnen Mieter umgelegt, diesen Schritt aber in der Nebenkostenabrechnung nicht nachvollziehbar gemacht.

In Zukunft muss der Rechenschritt zur Umlage der Gesamtkosten auf die Abrechnungseinheit in der Abrechnung nicht mehr aufgeführt werden. Es reicht vielmehr aus, die Gesamtkosten für die Abrechnungseinheit pro Kostenart darzustellen, aus denen sich die zu zahlenden Neben‑ und Betriebskosten für den Mieter errechnen.

Rückwirkung einer Rechnungsberichtigung

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat entschieden, dass die Ergänzung einer unvollständigen Rechnung zurückwirkt. Der Vorsteuerabzug aus der ursprünglichen Rechnung bleibt erhalten. Dieses Urteil widerspricht dem deutschen Recht, das eine solche Rückwirkung nicht anerkennt.

In dem entschiedenen Fall ging es konkret um die Ergänzung der ursprünglich ausgestellten Rechnung um eine fehlende SteuerNummer bzw. UmsatzsteuerIdentifikationsnummer. Das Gericht begründete seine Auffassung u. a. damit, dass der Vorsteuerabzug gewährt wird, wenn die materiellen Anforderungen, die an eine Rechnung gestellt werden, erfüllt sind. Die Angabe z. B. der UmsatzsteuerIdentifikationsnummern gehört zu den formellen Bestandteilen einer Rechnung. Diese können auch nachträglich ergänzt werden.

Neuregelung der Erbschaft- und Schenkungsteuer

Der Bundesrat stimmte am 14. Oktober 2016 dem Ergebnis des Vermittlungsausschusses zur Reformierung der Erbschaft- und Schenkungsteuer zu. Das höchst komplizierte Regelungspaket tritt überwiegend rückwirkend zum 1. Juli 2016 in Kraft. Für Erbschaften und Schenkungen ab diesem Zeitpunkt gelten unter anderem folgende Regelungen:

  • Wird eine Unternehmensbewertung im vereinfachten Ertragswertverfahren durchgeführt, gilt ein einheitlicher Kapitalisierungsfaktor von 13,75. Diese Regelung gilt rückwirkend zum 1. Januar 2016.
  • Zum begünstigungsfähigen Vermögen gehören im Wesentlichen land- und forstwirtschaftliches Vermögen, Betriebsvermögen und Anteile an Kapitalgesellschaften zu mehr als 25 % im Inland, in der Europäischen Union oder einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums.
  • Verwaltungsvermögen ist nach der Neuregelung grundsätzlich voll zu versteuern.
  • Der Verwaltungsvermögenskatalog wurde neu beispielsweise um Briefmarkensammlungen oder Oldtimer erweitert.
  • Für Finanzmittel gelten Sonderregelungen. Sie gehören nur dann zum schädlichen Verwaltungsvermögen, soweit ihr Wert nach Abzug von Schulden 15 % des gemeinen Werts des gesamten Unternehmens übersteigt.
  • Für Todesfälle sieht das Gesetz eine sogenannte Investitionsklausel vor. Wenn erworbenes Verwaltungsvermögen innerhalb von zwei Jahren in begünstigtes Vermögen investiert wird, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Qualifikation als Verwaltungsvermögen rückwirkend entfallen. Diese Regelung knüpft jedoch an sehr strenge Voraussetzungen an. So muss die Investition zum Beispiel auf einem vorgefassten Plan des Erblassers beruhen.
  • Bei mehrstufigen Unternehmensstrukturen erfolgt die Ermittlung des verschonten Vermögens mittels einer konsolidierten Verbundsvermögensaufstellung. Das gilt bereits bei zweistufigen Strukturen. Die Ermittlungen müssen auf Ebene der jeweiligen Gesellschaft vorgenommen werden.
  • Die Regel- und Optionsverschonung (Freistellung in Höhe von 85 % bzw. 100 %) des begünstigten Vermögens gelten nur dann uneingeschränkt, wenn der Erwerb des unternehmerischen Vermögens eine Grenze von 26 Mio. € nicht übersteigt. Wird diese Grenze überschritten, so kann bis zu einem Erwerb von 90 Mio. € zwischen dem sogenannten Abschlags- und dem Erlassmodell gewählt werden. Ab einem Erwerb von mehr als 90 Mio. € je Erwerber kommt nur noch das Erlassmodell in Frage.
  • Die Regel- und Optionsverschonung setzen u. a. voraus, dass innerhalb einer Frist von fünf Jahren nach dem Erwerb eine bestimmte Mindestlohnsumme nicht unterschritten wird. Diese sogenannte Lohnsummenregelung spielt dann keine Rolle, wenn der Betrieb nicht mehr als fünf Beschäftigte hat oder die Ausgangslohnsumme 0 € beträgt.
  • Im Abschlagsmodell verringert sich der gewährte Verschonungsabschlag von 85 % resp. 100 % um jeweils einen Prozentpunkt für jede 750.000 €, um die der Wert des begünstigten Vermögens 26 Mio. € übersteigt.
  • Im Erlassmodell wird die Steuer ganz oder teilweise erlassen, wenn der Erwerber nachweist, dass er nicht in der Lage ist, die Steuer aus seinem verfügbaren Vermögen zu begleichen (sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung).
  • Für Todesfälle kann ein Recht auf Stundung bestehen. Die Stundungsmöglichkeit ist jedoch auf sieben Jahre beschränkt und wird nur für das erste Jahr zinslos gewährt.

Da die komplizierten Neuregelungen an unterschiedlichste Berechnungsgrößen anknüpfen, kontaktieren Betroffene bitte stets ihren steuerlichen Berater.

Bonuszahlungen der Krankenkasse mindern nicht den Sonderausgabenabzug

Erstattet eine gesetzliche Krankenkasse im Rahmen eines Bonusprogramms dem Versicherten die von ihm getragenen Kosten für Gesundheitsmaßnahmen, mindert dies nicht die als Sonderausgaben abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge.

In dem vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall ging es um das Bonusprogramm einer Krankenkasse, das zur Förderung eines Gesundheitsverhaltens der Versicherten Anreiz bieten sollte. Der Versicherte erhielt einen Bonus, wenn er bestimmte kostenfreie Vorsorgemaßnahmen in Anspruch genommen hatte oder für Kosten, die von ihm persönlich getragen wurden.

Das Gericht argumentiert, dass es sich bei solchen Zahlungen nicht um eine Erstattung von Krankenversicherungsbeiträgen, sondern um die Erstattung der vom Versicherten getragenen Aufwendungen handele. Damit sind allenfalls die als außergewöhnliche Belastung abziehbaren Aufwendungen zu kürzen.

Durch ein Stipendium erstattete Studienkosten sind keine vorweggenommenen Werbungskosten oder Betriebsausgaben

Beruflich veranlasste Aus- und Fortbildungskosten (Studienkosten) für ein Zweitstudium sind grundsätzlich vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben bei der jeweiligen Einkunftsart.

Nach einem Urteil des Finanzgerichts Köln sind entsprechende Aufwendungen steuerlich nicht zu berücksichtigen, wenn sie im Rahmen eines Stipendiums steuerfrei erstattet werden. Nur die Aufwendungen, die tatsächlich zu einer wirtschaftlichen Belastung führen, kommen für einen Ansatz in Frage.

Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.

Hinweis: Ob Aufwendungen für ein Erststudium Kosten der Lebensführung sind und deshalb nur als Sonderausgaben abgezogen werden können oder doch ein Abzug als Werbungskosten/Betriebsausgaben möglich ist, wird demnächst vom Bundesverfassungsgericht entschieden.

Folgende Unterlagen können im Jahr 2017 vernichtet werden

Nachstehend aufgeführte Buchführungsunterlagen können nach dem 31. Dezember 2016 vernichtet werden:

  • Aufzeichnungen aus 2006 und früher.
  • Inventare, die bis zum 31. Dezember 2006 aufgestellt worden sind.
  • Bücher, in denen die letzte Eintragung im Jahre 2006 oder früher erfolgt ist.
  • Jahresabschlüsse, Lageberichte und Eröffnungsbilanzen, die 2006 oder früher aufgestellt worden sind.
  • Buchungsbelege aus dem Jahre 2006 oder früher.
  • Empfangene Handels– oder Geschäftsbriefe und Kopien der abgesandten Handels- oder Geschäftsbriefe, die 2010 oder früher empfangen bzw. abgesandt wurden.
  • sonstige für die Besteuerung bedeutsame Unterlagen aus dem Jahre 2010 oder früher.

Dabei sind die Fristen für die Steuerfestsetzungen zu beachten.

Unterlagen dürfen nicht vernichtet werden, wenn sie von Bedeutung sind

  • für eine begonnene Außenprüfung,
  • für anhängige steuerstraf- oder bußgeldrechtliche Ermittlungen,
  • für ein schwebendes oder aufgrund einer Außenprüfung zu erwartendes Rechtsbehelfsverfahren oder zur Begründung der Anträge an das Finanzamt und
  • bei vorläufigen Steuerfestsetzungen.

Es ist darauf zu achten, dass auch die elektronisch erstellten Daten für zehn Jahre vorgehalten werden müssen.

Natürliche Personen, deren Summe der positiven Einkünfte aus Überschusseinkünften (aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte) mehr als 500.000 € im Kalenderjahr 2016 betragen hat, müssen die im Zusammenhang stehenden Aufzeichnungen und Unterlagen sechs Jahre aufbewahren. Bei Zusammenveranlagung sind die Feststellungen für jeden Ehegatten gesondert maßgebend.

Die Verpflichtung entfällt erst mit Ablauf des fünften aufeinanderfolgenden Kalenderjahrs in dem die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.